In hitzigen Zeiten gibt es nichts Besseres, als miteinander zu reden. Gerade auch mit Personen, die anderer Meinung sind. An politischen Themen mangelt es nicht, an Gesprächsbereitschaft auch nicht – aber wo findet man diese Andersdenkenden, mit denen man von Angesicht zu Angesicht reden und auch streiten kann? Bei „Deutschland spricht“, der „Dating-Plattform für den politischen Streit“ – die heute von Zeit Online, Bürgerportal und weiteren Medien eröffnet wird. Sprechen Sie mit!

Das Mediennetzwerk rund um Zeit Online bringt eine neue Ausgabe des Dialogformats „Deutschland spricht“ an den Start: Wer teilnimmt beantwortet sieben kontroverse Ja-Nein-Fragen und wird über ein Computerprogramm an Menschen vermittelt, die gegensätzliche Ansichten vertreten. Dann kann man Kontakt aufnehmen und ein Gespräch unter vier Augen und/oder Ohren vereinbaren.

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Das Bürgerportal ist zum ersten Mal Partner dieses Projektes. Mit dem Ziel, Menschen aus Bergisch Gladbach und dem Rheinisch-Bergischen Kreis über die politischen Fronten hinweg wieder ins Gespräch zu bringen. Denn Auseinandersetzungen von Angesicht zu Angesicht sind ein Weg der Verständigung. Auch in einer Zeit, in der Verständigung schwierig geworden ist.

Hintergrund: „Deutschland spricht“ ist eine Kooperation von Zeit Online mit einem großen Mediennetzwerk: Die FAZ, die Leipziger Volkszeitung, das Handelsblatt, der rbb, das Mindener Tageblatt, die Märkische Oder-Zeitung, die Lausitzer Rundschau, die Münsterland Zeitung und das Bürgerportal Bergisch Gladbach rufen gemeinsam zur Teilnahme auf.

Auf den Seiten des Bürgerportals und der anderen Medien finden Sie in den kommenden Wochen eine kleine Box. Darin stellen wir ihnen sieben verschiedene Ja-Nein-Fragen zu Themen, die zur Zeit besonders kontrovers diskutiert werden.

Zum Beispiel: Sollte Deutschland die Ukraine stärker militärisch unterstützen? Haben wir bereits zuviele Flüchtlinge aufgenommen? Ist die Meinungsfreiheit in Gefahr? Weitere Themen sind autofreie Innenstädte, Chancengleicheit in Ost und West, das Vertrauen in Medien sowie die Wehrpflicht.

Hier können Sie gleich starten (und werden dann zu den weiteren Fragen geleitet):

Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, werden Sie mit einer anderen Teilnehmerin oder einem anderen Teilnehmer zusammengebracht, der oder die über die politischen Fragen anders denkt als Sie.

Am 10. September stellen wir Sie einander per E-Mail vor. Sobald beide Seiten dem Gespräch zugestimmt haben, können Sie direkt Kontakt aufnehmen und sich für ein Gespräch verabreden, persönlich, telefonisch oder online per Videocall.  

Für das Gespräch schicken wir Ihnen einen kurzen Diskussionsleitfaden und weitere Informationen zum Ablauf Ihres Treffens. Es liegt ganz in Ihrer Hand, wie Ihr Gespräch abläuft und über welche Themen Sie sprechen. Aber die meisten Gesprächspaare orientieren sich an den Fragen, die Sie bei der Anmeldung beantwortet haben. 

Foto: Simon Koy / Zeit online

Gut zu wissen: In einer Studie haben Forscher aus Harvard und Stanford aufgezeigt, dass die Deutschland-spricht-Gespräche affektive Polarisierung verringern können. Darunter verstehen Forschende, wie sehr Menschen Gefühle der Abneigung und des Misstrauens gegenüber Gruppen entwickeln, die politisch anders denken als sie. Die Eins-zu-eins-Gespräche sind also ein Weg der Verständigung, in einer Zeit, in der Verständigung schwierig geworden ist. Wer mitmacht trägt dazu bei, dass das Verständnis in der Gesellschaft wieder wächst – selbst und gerade dann, wenn man die Ansichten des anderen nicht teilt. Quelle: Zeit Online

Der 15. September ist als Haupt-Gesprächstag für die Eins-zu-Eins-Gespräch vorgesehen. Zu diesem Termin lädt Zeit Online auch in das Alte Stadthaus in Cottbus ein, um mit Teilnehmenden, Schriftstellerinnen, Wissenschaftlern und Menschen vor Ort über die Frage zu diskutieren, was die Gesellschaft noch zusammenhält.

In Bergisch Gladbach sind Veranstaltungen zum Abschluss der Aktion für den 21. und/oder 22. September angedacht. Die Planung läuft noch – wenn Sie, Ihr Verein oder Ihre Organisation sich beteiligen will melden Sie sich gerne. Wenn Sie uns über Ihre Erfahrungen mit „Deutschland spricht“ erzählen wollen würden wir uns ebenfalls über eine Mail freuen.


Datenschutz: Antworten und Kontaktdaten werden zur Durchführung des Projektes vom Veranstalter (Die Zeit bzw. deren Tochtergesellschaft Good Conversations GmbH) gespeichert sowie den jeweiligen Veranstaltungspartnern zugänglich gemacht. Wir verpflichten uns, diese Daten nicht zu speichern und alle Informationen streng vertraulich zu behandeln. Die Datenschutzhinweise zu „Deutschland spricht 2024“ finden Sie hier.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Ich finde diese Format großartig, auch wenn ich die Eingangsfrage bereits nicht mit ja oder nein beantworten kann! Ich denke, darin liegt vielleicht auch der Reiz, genau darüber ins Gespräch zu kommen. Ich werde allerdings nicht teilnehmen, da ich ab September zu einer mehrwöchigen Reise aufbreche und mir so Gespräche nicht möglich sind…
    Ich stelle mir vor, wie interessant es sein könnte, solch ein Austauschformat in regionalem Rahmen durchzuführen, Themen in GL ;-) gibt es ja reichlich…

    1. Lieber Herr Weißmüller, wir betrachten diese bundesweite Aktion tatsächlich als Probelauf für ein lokale Format in 2025.

      Die Gespräche werden dieses Mal, da bundesweit vermittelt wird, wahrscheinlich vor allem telefonisch oder per Video-Konferenz geführt werden. Daher können Sie auch aus dem Ausland teilnehmen.

  2. Ich habe spontan beim 1. Event ‚Deutschland Spricht‘ 2017 mitgemacht und war (und bin) sehr begeistert. Es ist ein tolles Format um sich mit Menschen zu unterhalten die nicht in der eigenen ‚Bubble‘ sind. Neue Perspektiven und auch persönliche Erfahrungen haben mich und meinen Gesprächspartner zum nachdenken angeregt und nachhaltig sind eigene Positionen ins Wanken geraten. Und, wenn man in einigen Themen nicht übereinstimmt, was soll’s, es gibt noch viele andere Punkte in denen man ( überraschender Weise) einer Meinung sein kann.Plötzlich merkt man: eigentlich ist der andere ja doch ganz nett.
    Der Dialog ist auf jeden Fall bereichernd.

  3. Für mich gibt es nicht immer ja oder nein. Ich hätte gerne auch die Möglichkeit “Kann ich nicht beurteilen”. Aber ohne ja oder nein geht es nicht weiter. Also könnte ich mich – auch wenn ich Flosbachs wichtige und richtige Hinweise inorieren würde – nicht beteiligen.

    1. Die Welt besteht aus Grautönen, aber zu vielen Themen werden schwarz oder weiß Positionen eingenommen. Dieses breite Feld lässt sich nur in differenzierteren Gesprächen ausloten.
      Zum Datenschutz: das wäre ein tolles Thema. Soll ich mich aus öffentlichen Debatten raushalten, weil MÖGLICHERWEISE meine Identität/Wohnadresse gefunden werden könnte?

    2. Die Ja-Nein-Fragen dienen lediglich zur groben Positionierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer – und damit als Einstieg in ein persönliches Gespräch, bei dem die Grautöne und vielleicht auch Gemeinsamkeiten heraus gearbeitet werden können.

  4. Hallo- Deutschland spricht
    Ich habe festgestellt das die Leute generell Probleme haben zu sprechen – eher zu daddeln im email und whats up Bereich!
    Andere Meinungen oder ein Nein führten schon zu Trennungen und Einstürzen im Privaten bis hin zum ignorieren – Schweigen anstatt Reden – die einfache aber falsche Lösung ! Handeln ist besser – zu viele Schwätzer und auch Heuchler ! Wir sollten aufjedenfall lernen wieder den Dialog zu suchen sonst verlernen wir es und verblöden ! Nur Mut !!!

  5. :) Die Idee ist genial: Brücken bauen, andere mehr zu verstehen lernen als zu verurteilen, Feindbilder abzubauen, konstruktiv über kontroverse Themen sprechen, Seine eigene Meinung aber auch hinterfragen durch fremde Argumente, Austausch von Menschen außerhalb der Blase.
    Echt tolle Idee. Meine Ich ernst.

    Nur eine Sache sollte sich jeder im Klaren Sein:

    Mann muss nennen: Vor- und Nachname, Geschlecht, Alter, Postleitzahl, E-Mailadresse, Handynummer.

    Was kann schon groß passieren ?

    Jeder der wirklich Wert auf Datenschutz legt der Sollte sich ein Blatt Papier nehmen. Danach sollte er sich angucken was in den AGBS, in den Lizensen und in den Klauseln so alles WIRKLICH drin steht.
    z.B. Aufgaben, Zwecke, Beteiligte Partner, Finanzierungen, Datenerhebung und Datenauswertung, Sitz der Partner, und an welches jeweilige Recht sie sich halten, Länge der Datenspeicherung usw.

    Am Besten eine Mindmap erstellen. Und dann eine Mindmap erstellen mit der Frage was man so alles herausfinden kann wenn man:
    Vor- und Nachname, Geschlecht, Alter, Postleitzahl, E-Mailadresse, Handynummer von einer Person kennt.

    In den meisten Fällen kann man schon binnen wenigen Minuten auch die Straße und Hausnummer herausfinden. Völlig legal. Und mit der Handynummer oh da öffnen sich Türen die kann man sich gar nicht vorstellen……
    Und nun schaut euch noch mal an WER alles bei dem Projekt beteiligt ist und an wen eure Daten gelangen.
    Erstellt euch eine Mindmap. :)

    Aber das macht ja heutzutage sowiso keiner mehr. Man meldet sich irgendwo an und stimmt allem zu. Ohne es durchzulesen oder gar zu verstehen.
    Es kann so einiges passieren. :)
    Mehr dazu sage Ich nicht. Aber überlegt es euch gut.

    Heutzutage kaufen die Menschen sich Medikamente und lesen die Packungsbeilage nicht, kaufen sich Elektrogeräte und lesen die Gebrauchsanweisung nicht, registrieren sich eben mal mit einem klick alles zustimmen und voila geben all ihre Daten Preis.

    Was soll man dazu sagen :) Mein Tipp:

    Jeder sollte persönlich abwägen was man gewinnen kann. (ein schönes Gespräch, die Gesellschaft ein bisschen zu verbessern, Gräben abzubauen, Konstruktiv debattieren)
    Und was man mit Angabe dieser Daten und mit so einem Gespräch online oder offline auch verlieren kann. Bzw auch riskiert. ( Hier nenne Ich jetzt keine Dinge. Es gibt aber einige Dinge die man sich nur mal überlegen kann)

    Nach Abwägung dieser genannten Dinge bin Ich zu dem Entschluss gekommen das Ich es nicht mache.

    1. Welche Daten für welche Zwecke vom Veranstalter (Die Zeit bzw. deren gemeinnütziger Tochtergesellschaft Good Conversations gGmbH) erhoben werden, wird in der verlinkten Datenschutzerklärung ausführlich und gut verständlich erläutert.

      Außerdem werden die Daten jeweils den Partner, auf dessen Website die Anmeldung erfolgt ist, zugänglich gemacht. Im Fall des Bürgerportals kann nur Georg Watzlawek als Chefredakteur die Daten sehen. Er verpflichet sich, sie streng vertraulich zu behandeln. Das Bürgerportal speichert keine im Zusammenhang mit „Deutschland spricht“ erhobene Daten.

      Ein illegaler Zugriff auf die Daten ist daher nur durch einen erfolgreichen Hacker-Angriff auf die Datenbank des Veranstalters möglich. Die Zeit organisiert das Format „Deutschland spricht / My Country talks“ jedoch bereits seit 2017. In dieser Zeit sind keine Datenschutzprobleme bekannt geworden. Daher vertrauen wir darauf, dass Ihre Daten vertraulich behandelt werden und – soweit irgend möglich – vor einem unberechtigten Zugriff geschützt werden.

      Die physische Adresse der Teilnehmer wird nicht abgefragt; lediglich die Postleitzahl, um die geographische Nähe der Teilnehmenden beim Matching berücksichtigen zu können.

      Die Datenschutzhinweise können Sie hier nachlesen:

      https://app.mycountrytalks.org/privacy_policy/8f1d9523-afb5-4306-a473-87daac021116

    2. Wir haben noch einmal bei der Zeit nachgefragt. Die Handynummer wird als zweite Verifizierung der Teilnehmer:innen in Zweifelsfällen benötigt,auch um sicherzustellen, dass sich Personen nicht mehr als einmal anmelden. Da die Leute miteinander in Kontakt treten können und um ihre Meinung zu kontroversen Fragen gebeten werden, habe man eine hohe Sensibilität für Sicherheitsbelange, betonen die Verantwortlichen. Alle Daten seien verschlüsselt und streng geschützt.

      Und wie gesagt: physische Adressen werden nicht abgefragt, das Bürgerportal speichert keine Daten.

      1. Also dem Bürgerportal vertraue Ich. Es ist durchaus seriös und für konstruktiven Lokaljournalismus bekannt

        Dem Zeit (“Konstrukt”) so mittel.

        Viele Kommentatoren oben sagen ja auch schon das es oft grau töne gibt. Oder fragen rhetorisch ob man gar nicht mehr die Meinung sagen soll mit Daten.

        Das ist nicht der weg. Wenn ihr was verändern wollt dann tut es. Egal ob jetzt per Partei, Dialog und Stiftung, Courage oder Dialoge. Ehrenamt usw. Usw. Davon lebt unsere Demokratie und Bürgertum.
        Mut tut Gut.

        Hackerangriffe meinte ich nicht…. Eher die Leute die schnell mal durchdrehen.
        Und wenn man nun mal einem gegenübersitzt der komplett anders denkt.
        Das kann gut gehen. Aber wenn der andere unweise ist und die Beherrschung verliert kann es auch schnell mal Gefährlich werden.
        Daher würde ich erst online mich rantasten. und selbst da mit gewissen “Tricks”
        Und wenn im Echten Leben beim treffen sehr vorsichtig sein.

        Es ist eine Kunst nicht persönlich zu werden oder zu Übertreiben. Und auch andere zu tollerieren….
        Das kann nicht jeder.
        Seid euch bewusst wenn ihr euch mit einem Wildfremden Menschen trefft und sogar mit ihm ein politisches Streitgespräch führt

        Am besten Online oder an einem neutralen Geschützten Ort.
        Wenn es hitzig wird auch gehen oder abschalten.
        Auf keinen Fall den anderen Angreifen oder so. Das ist wie ein Schlag ins Wespennest.
        Immer friedlich bleiben und aber auch eine gesunde Distanz wahren.

        Die Politik und die Gesellschaft ist spätestens seit 2016 sehr aufgeheizt. Leider wahr.
        Das bekommen Politiker aller Parteien zu spüren.

        Meine Skepsis bleibt ohne das Projekt an sich schlecht zu machen.
        Der Erfolg wird sich zeigen.