Die Ocean Viking im Hafen von Livorno. Foto: Wikipedia CC 4.0

Die lokale Arbeitsgruppe der Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes hat einen aufschlussreichen Film über die Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer gezeigt – und mit einem der Helfer ein Gespräch geführt. Dabei wurde die furchtbare Lage der Menschen auf der Flucht noch greifbarer.

Wir veröffentlichen einen Beitrag von Terre des Hommes

Zunächst sieht man Menschen der Crew auf der Ocean Viking, die mit Ferngläsern das Meer absuchen. Endlich sehen sie ein Flüchtlingsboot und nähern sich. Doch ein Schiff der libyschen Küstenwache fährt dazwischen. Plötzlich hört man Schüsse und die Crew schreit „Don’t shoot“. Sie müssen abdrehen und die Flüchtlinge erwartet in Libyen ein schlimmes Schicksal, auf jeden Fall Gefängnis und möglicherweise Schlimmeres.

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Etwas später zeigt der Film die erfolgreiche Rettung von Frauen und Männern aus einem sichtlich seeuntüchtigen Schlauchboot. Die Menschen werden an Bord geholt, ihre Daten aufgenommen und sie werden medizinisch untersucht. In vielen kurzen Gesprächen schildern sie ihre Erfahrungen und Beweggründe für die lebensgefährliche Flucht.

Der Film zeigt zum Schluss die Überführung in ein Aufnahmelager. Man hofft, dass die Menschen ein Leben ohne Zurückführung, ohne Folter und Lebensgefahr in Europa finden werden. Der Film kommt ohne jegliche Kommentare aus und erreicht gerade dadurch die Brisanz der Seenotrettung.

Im Anschluss an die Filmvorführung stand Gerald Karl, Care Team Leader auf der Ocean Viking, für ein  Publikumsgespräch zur Verfügung. Er beantwortete die zahlreichen Fragen kompetent und sachlich. Dennoch wurde die Situation der Flüchtlinge noch greifbarer.

Der Film ist in Kürze in der Mediathek verfügbar und kann jedem nur empfohlen werden – es handelt sich um Menschen, keine Zahlen.

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  1. Lieber Sam Urai
    Du hast gute Vorschläge, darüber wird in der Flüchtlingshilfe diskutiert. Aber vor Ort ist es schwierig etwas zu ändern. Da wo Bootsflüchtlinge her kommen sind schwierige Verhältnisse. Einige Flüchtlinge die hier sind überweisen Geld an ihre Heimat Länder. Damit es denen zu Hause besser geht. Engagiere dich in der Flüchtlingshilfe. Du kannst Flüchtlinge die per Boot kommen nicht mit Flüchtlingen die anders gekommen sind vergleichen.

  2. Ich bin Mitglied Terres des Hommes und habe diesen Film gesehen. Er macht einem bewusst dass kein Mensch flieht ohne Grund. Was die Helfer auf diesem Boote leisten verdient eine hohe Anerkennung. Nach diesem Film hoffen sie dass die Geflüchteten Hilfe bekommen. Das Gespräch mit einer Person die auf so einem Boot arbeitet war sehr interessant. Ich kenne Geflüchtete die mit so einem Boot gerettet worden sind. Einer von denen ist inzwischen Deutscher aus Guinea und fährt als Lokführer unsere S Bahn Linie 11. Dieser Film lohnt sich anzuschauen. Er wird im Filmhaus am Dom gezeigt. Ab dem 24.10. 25
    Ich kann nur sagen Flüchtlinge die so einen Weg mit maroden Booten auf sich nehmen um ein besseres Leben zu haben sollten gerettet werden. Die Schlepper die diese Menschen in Not ausnutzen gehören bestraft. Es müssen legale Wege für Geflüchtete geben. Sei ein Mensch und schaue nicht weg. Jeder Geflüchtete der sich an die Regeln und Gesetze hält verdient es Hilfe zu bekommen. Ich war sehr traurig nach diesem Film. Es geht um Menschen. Um Empathie. Wer nur einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt.

    1. Verbesserung der Lebensbedingungen in Herkunftsländern (Bildung, Jobs, Sicherheit).

      Legale Migrationswege schaffen (Arbeitsvisa, Ausbildungsprogramme, Familiennachzug).

      Asylverfahren außerhalb Europas ermöglichen (z. B. in Transitländern oder EU-Zentren vor Ort).

      Stärkere Kooperation mit Herkunfts- und Transitstaaten (z. B. Nordafrika) zur Grenzkontrolle und Rückführung.

      Bekämpfung von Schleusernetzwerken durch internationale Polizei- und Geheimdienstzusammenarbeit.

      Förderung von regionalem Schutz (Flüchtlingslager und Integrationsprojekte in Nachbarstaaten von Krisenregionen).

      Informationskampagnen über Risiken der Mittelmeerroute und legale Alternativen.

      Da gäbe es so viele Möglichkeiten, aber die Vorschläge hört man von den Personenkreisen nicht. Nach deren Vorstellung sollten alle kommen dürfen und alle ohne Einschränkung unterstützt werden.

      1. “Da gäbe es so viele Möglichkeiten”
        1. “Verbesserung der Lebensbedingungen in Herkunftsländern (Bildung, Jobs, Sicherheit)”

        Meines Erachtens ist das nur möglich, indem jemand, der hier Arbeit gefunden hat, einen Teil seines Lohnes/Gehaltes der Familie in seinem Herkunftsland zukommen lässt. Das wäre die beste “Entwicklungshilfe” die auch dort ankommt, wo sie benötigt wird.

        Alle Ihre anderen Vorschläge hören sich nicht an, als wünschten Sie eine “Verbesserung” der Situation in den Herkunftsländern.

      2. „Förderung von regionalem Schutz (Flüchtlingslager und Integrationsprojekte in Nachbarstaaten von Krisenregionen).“ – Die meisten Flüchtlinge bleiben ohnehin in der Nähe ihres Herkunftslandes, dazu kommen die Binnenvertriebenen. Diejenigen, die weiter reisen, sind eine Minderheit.

      3. Doch, einiges von dem ist durchaus mehrheitsfähig unter Menschen, die sich für die Seenotrettung stark machen, nachdem die europäischen Staaten und allen voran Deutschland damals Mare Nostrum gekillt haben.

        Dennoch gibt es aktuell Menschen, die den unsicheren Weg über das Mittelmeer suchen. Wollen Sie die sterben lassen? Wollen Sie die, nachdem Sie von europäischen Booten aufgenommen wurden, zurück in Folter und Sklaverei in Libyen schicken?

    1. Erzähle uns gerne ein wenig vom Schlepper-Dasein. Klingt so, als ob du Erfahrung damit hast.
      Was macht es so schwer?