Die Stadtverwaltung geht mit der Planung für die Ausweichschule am Lerbacher Weg voran: Nach dem mehrheitlichen Beschluss des Schulausschusses will sie jetzt einen Bebauungsplan für die städtische Wiese aufstellen. In der Vorlage für den Stadtplanungsausschuss werden erste Umrisse einer vierstöckigen Rotationsschule für bis zu 1000 Schüler:innen plus Sporthalle deutlich.

Dass Bergisch Gladbach dringend Rotationsschulen benötigt, in die ganze Schulen für den Zeit ihrer Sanierung ausgelagert werden können, ist im Stadtrat unstrittig. Mit der Wiese am Ortsausgang von Heidkamp am Lerbacher Weg hatte die Stadt ein nach eigener Einschätzung ideales Grundstück gefunden – um dort in einem ersten Schritt das Albertus-Magnus-Gymnasium unterzubringen.

Dieses Grundstück würde sich allerdings auch für eine Wohnbebauung eignen, die Anbindung an den Verkehr ist nicht ganz einfach. Daher hatte die CDU vor der Kommunalwahl im Schulausschuss vor einer voreiligen Festlegung auf den Schulbau gewarnt, war aber überstimmt worden.

Jetzt geht die Stadtverwaltung den nächsten Schritt und schlägt dem Stadtplanungsausschuss für seine nächste Sitzung vor, in den „Prüf- und Planungsprozess für eine Rotationsschule am Lerbacher Weg“ einzusteigen und einen Bebauungsplan vorzubereiten.

Die vorgeschichte

Kommunal, kurz & knapp: Eishalle geschlossen, zu wenig Realschulen

Mit hoher Schlagzahl arbeiten Stadtverwaltung und Schulbau-Gesellschaft gegen den Verfall der Schulen an, im Schulausschuss wurde eine Vielzahl von Projekten diskutiert und meistens auch voran getrieben. Gleichzeitig kommen jedoch immer neue Problemfälle hinzu, die Schulen und Vereine belasten. Nun geht auch die Eissporthalle außer Betrieb, bei der Öffnung der Turnhallen geht es nur schrittweise voran – und bei den Realschulen fehlen viele Plätze.

Stadtplanung, kurz & knapp: Nahversorgung, Schulen und Gronau

Im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss gab es einen diversen Strauß gewichtiger Themen und Beifall für die Verwaltung aus ungewohnter Richtung. Es ging um die alten Stadthäuser, das Hetzenegger-Einkaufszentrum, das strategische Konzept für Gronau, eine neue Grundschule in Herkenrath und eine große Rotationsschule in Heidkamp. Wir fassen die wichtigsten Debatten und Beschlüsse zusammen.

Grüne und SPD schlagen Wohngebiet am Lerbacher Weg vor

32 Flächen waren 2018 im neuen Flächennutzungsplan identifiziert worden, die sich für Wohnungsbau eignen würden, 18 davon wurden der Priorität 1 zugeordnet. Doch trotz Wohnungsnot und Mangel an Flächen für den Schulbau sind davon bislang keine angepackt worden. Das wollen Grüne und SPD jetzt ändern – und nehmen eine Wiese am Ostrand von Heidkamp in den Fokus. Bis zu 100 Wohnungen sind dort möglich – die Stadt plädiert jedoch für eine Schule.

Die Fläche zwischen Lerbacher Weg und Oberheidkamper Straße ist im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen. Daher muss auch der FNP in einem weiteren Schritt geändert werden.

Dabei soll die nördlich angrenzende waldbestandene Lerbach-Aue geschützt und eine „harmonische Fortführung der bestehenden Siedlungsstruktur“ erreicht werden. Eine Bebauung der gut 11.000 Quadratmeter großen Fläche würde die Bebauung entlang des Lerbacher Wegs Richtung Lerbach erweitern.

Foto: Screenshot Ratsinformatonssystem der Stadt Bergisch Gladbach

In der Vorlage skizziert die Verwaltung eine kompakte Bebauung mit zwei viergeschossigen Hauptbaukörpern und einer dreiteiligen Sporthalle im Süden des Grundstücks entlang des Lerbacher Wegs. Eine Baumreihe entlang der Straße müsste dafür voraussichtlich gefällt werden. Die Schulhof- und Sportplatzflächen sollen nördlich davon angelegt werden.

Aufwendig wird die Anbindung der Schule an das Verkehrsnetz, warnt die Vorlage. Um eine sichere Fuß- und Radwegeverbindung herzustellen müsse die Straße verbreitert und Tempo 30 eingerichtet werden. Im nächsten Planungsschritt soll untersucht werden, wie das am besten gelöst werden kann – und wie sich der Schulverkehr auf das gesamte städtische Verkehrsnetz auswirkt.

Zudem müsse noch die Entwässerungssituation des Grundstücks untersucht werden. Erst wenn alle unverzichtbaren Untersuchungen zu einem positiven Ergebnis kämen könne man auf dem Weg zum Bebauungsplan die „frühzeitige Beteiligung“ starten, bei der auch die Anwohnerschaft Einwände einbringen kann.

Dokumentation

Die Beschlussvorlage im Wortlaut:

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Eine Rotationsschule ist sicherlich eine gute und notwendige Sache.
    Grundsätzlich wäre am Lerbacher Weg auch Platz dafür. Allerdings denke ich mit Schrecken an die Verkehrsentwicklung dort.
    Fußläufig sind da noch die Heidkamper Grundschule und das DBG…. In den Stoßzeiten jetzt schon mit all seinen Fußgängern, Fahrradfahrern und…. Elterntaxis.

    Die Planung und Umsetzung eines funktionierenden Verkehrskonzeptes sehe ich als extrem herausfordernd an.

  2. Sehr spannende Geschichte,
    aktuell kann die Stadt noch nicht einmal gegen Raser an beiden Straßen etwas machen.
    Außerhalb der Ortschaft.
    Die Stadt kann keine Schilder ändern.
    70 km / h bzw 100 km / h
    sind außerhalb erlaubt.
    Die Ortschaft Schilder einfach umstellen geht nicht da können die Bensberger ein Lied von singen.
    Gibt es da schon eine Vorstellung?
    Evtl über die Paulusstraße oder Bonschlade eine Zufahrt.
    Da ist ja schon 30 km / h.
    Bis jetzt wird gesagt keine Gefahr für Fußgänger die Strecke ist ja gerade und sehr weit einzusehen.
    Da bin ich gespannt.
    Vielleicht schon mal die 30er Schilder als Versuch. Ab Sand bis zur Bensberg Straße.
    Lg