Der Stadtrat tagte im Rathaus Bensberg. Foto: Redaktion

Mit hoher Schlagzahl arbeiten Stadtverwaltung und Schulbau-Gesellschaft gegen den Verfall der Schulen an, im Schulausschuss wurde eine Vielzahl von Projekten diskutiert und meistens auch voran getrieben. Gleichzeitig kommen jedoch immer neue Problemfälle hinzu, die Schulen und Vereine belasten. Nun geht auch die Eissporthalle außer Betrieb, bei der Öffnung der Turnhallen geht es nur schrittweise voran – und bei den Realschulen fehlen viele Plätze.

Wie immer fassen wir die wichtigsten Debatten und Beschlüsse des Ausschusses für Schulbau und Gebäudewirtschaft (ASG) in Form eines ad-hoc-Protokolls knapp zusammen.

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Mit einer weiteren schlechten Nachrichten hat Stephan Dekker, der für die Schulen zuständige Beigeordnete, die Ausschusssitzung eröffnet. Unmittelbar vor der Sitzung habe er erfahren, dass die Bauaufsicht die Eissporthalle mit sofortiger Wirkung geschlossen habe – für den Vereins- und Schulsport ist dort auf absehbare Zeit Schluss.

Hintergrund sind bautechnische Probleme der Deckenkonstruktion. Schon für die vergangene Saison sei nur eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden, so Dekker. Eine Verlängerung habe die Bauaufsicht nicht verantworten können. Die Verantwortung für die Behebung der Missstände liege beim Eissportverein.

Die Nachricht wirft ein weiteres Schlaglicht auf den miesen Zustand der öffentlichen Infrastruktur der Stadt. Der städtische Hochbau, unterstützt von der Schulbau GmbH, arbeitet auf Hochtouren, um für eine Sanierung zu sorgen und Ersatz zu schaffen, kommt aber kaum hinterher, wurde bei dieser Ausschusssitzung erneut deutlich. Es gibt aber auch strukturelle Probleme in der Schullandschaft, die auf eine Lösung warten.

Zu wenig Realschulklassen

Jedes Jahr nehmen die Realschulen der Stadt Schüler:innen auf, die nach den ersten zwei Jahren am Gymnasium nicht mehr mithalten können – doch in diesem Jahr waren es mit 111 Schüler:innen 50 mehr, als die Realschulen unterbringen konnten, teilte die Fachbereichsleiterin Barbara Kirschner mit. Davon kommen kamen allerdings 79 aus umliegenden Städten wie Rösrath. Da diese keine eigenen Realschulen haben, ist Bergisch Gladbach eigentlich zur Aufnahme verpflichtet. Die nicht untergebrachten Schüler:innen bleiben in den Gymnasien, in der Hoffnung, dort doch noch den Anschluss zu finden.

Angelika Wollny, Leiterin der IGP und Sprecherin der weiterführenden Schulen im Ausschuss, wies darauf hin, dass es sich dabei um ein bekanntes strukturelles Problem handele. Bei den Realschulen der Stadt fehlten rund zwei Klassenzüge, bestätigte Kirschner. Für die SPD forderte Andreas Ebert einen Schulentwicklungsplan für die weiterführenden Schulen, der die gesamte Schullandschaft in den Blick nehme.

Im Zuge der Erweiterung des Otto-Hahn-Gymnaisums für die Rückkehr zu G9 war auch über eine Erweiterung der Otto-Hahn-Realschule diskutiert worden. Das sei möglich, dafür fehle jedoch ein politischer Auftrag, sagte die Fachbereichsleiterin Hochbau, Alexandra Meuthen.

Investitionen in die IT der Schulen

Für die Anschaffung digitaler Schwarzer Bretter in den Schulen bewilligte der Ausschuss 200.000 Euro, für ein neues Rechenzentrum für die Schul-IT auf dem Zanders-Areal wird rund eine Million Euro bereitgestellt. Mit Ausnahme der AfD stimmten alle Fraktionen für die entsprechenden Beschlüsse.

Bei der Ausstattung der Grundschulen mit digitalen Whiteboards gibt es nach wie vor Begrenzungen, weil die elektrischen Anlagen vieler Schulen diese Aufrüstung nicht verkraften, erläuterte Meuthen.

Hinweis der Redaktion: Alle Unterlagen zu den einzelnen Beschlüsse finden Sie im Ratsinformationssystem

Rotationsschule am Lerbacher Weg

Für die angedachte Rotationsschule am Lerbacher Weg legte die Stadtverwaltung ein Verkehrsgutachten vor. Demnach wäre der Bau einer Schule (die zunächst das AMG während einer Sanierungsphase und später auch andere Schulen aufnehmen soll) zwar möglich, würde aber größere Anpassungen inklusive der Fällung von Bäumen erfordern. Welche Auswirkungen eine Umleitung des gesamten Schul-Verkehrs des AMG zum Lerbacher Weg hätte, kann erst im nächsten Schritt geklärt werden, erläuterte Meuthen.

Der Ausschuss war sich einig, dass es einen dringenden Bedarf für die Rotationsschule gibt, die CDU hatte jedoch erhebliche Bedenken, sich bereits jetzt auf den Standort am Lerbacher Weg festzulegen und brachte erneut das Gelände der Bundesanstalt für den Straßenverkehr (BASt) ins Spiel. SPD und Grüne drängten dagegen darauf, den Beschluss nicht weiter zu verzögern.

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Meuthen wies darauf hin, dass das Grundstück am Lerbacher Weg im Stadtgebiet sehr zentral liege und es keine anderen Flächen in der benötigten Größe gebe; für die Rotationsschule wären 14.000 Quadratmeter ideal, das werde auch am Lerbacher Weg nicht ganz erreicht. Im ganzen Stadtgebiet gebe es nur zwei ähnlich geeignete Flächen – die liegen jedoch in Gronau.

Die SPD betonte, dass alle Details im Stadtplanungsausschuss diskutiert werden, wo auch ein Bebauungsplan nach Beteiligung der Bevölkerung beschlossen werden muss.

Der Ausschuss stellte den Bedarf einer Rotationsschule einstimmig fest; nur die CDU stimmte gegen die vorläufige Festlegung auf den Lerbacher Weg.

GGS Bensberg wird deutlich teurer

Die Stadtverwaltung hatte eine ausführliche Begründung vorgelegt, wonach Verzögerungen, zusätzliche Arbeiten und der Anstieg der Baukosten dazu führen, dass der Neubau der GGS Bensberg noch einmal teurer werden wird. Zunächst waren 12,5 Millionen Euro veranschlagt worden, zuletzt 18,7 Millionen, nun geht die Stadt von 21,3 Millionen Euro aus. Der Ausschuss billigte die Kostenanpassung ohne Aussprache einstimmig.

Die Beschlussvorlage finden Sie im Ratsinformationssystem.

Erweiterung der Grundschulen Frankenforst und Schildgen

Beim geplanten Ausbau der Grundschulen in Frankenforst und Schildgen (Concordia-Schule) gibt es Kritik aus den Schulleitungen und der Elternschaft, dass der Bedarf damit nicht ausreichend abgedeckt und die bestehenden Gebäude nicht ausreichend in die Planung einbezogen werden. Meuthen räumte einen Fehler der Verwaltung in der Kommunikation mit der Leitung der GGS Frankenforst ein, der nun aufgearbeitet werde.

In der Vergangenheit seien die Bestandsgebäude tatsächlich nicht wirklich berücksichtigt worden, in Zukunft solle in Gesamtprojekten gedacht werden; für die laufende Planung in Frankenforst und Schildgen müssten Lösungen im Prozess gefunden werden.

Die CDU verlangte eine Vertagung der Vorentscheidung über die Concordia Schule, dagegen plädierten SPD und Grüne dafür, die weitere Planung jetzt nicht zu verzögern – und setzten sich damit durch.

Im Beschlussvorschlag wurde anschließend festgeschrieben, dass Einwände aus den Schulen und aus der Politik bei der weiteren Planung berücksichtigt werden müssen. Dazu gehört auch der von der SPD aufgeworfene Vorschlag, zu prüfen, ob der Neubau zwei- statt einstöckig angelegt werden könne.

Für diesen ergänzten Beschluss sowie für die Fortführung der schon weiter fortgeschrittenen Planung der KGS Frankenforst votierte der Ausschuss einstimmig.

Kaputte Sporthallen, neue Sporthallen

Der Zustand der Schul-Sporthallen ist weiterhin kritisch. Zwar konnte die Halle der Nelson Mandela Gesamtschule wieder in Betrieb gehen, bestätigte die Verwaltung. In den vier Hallen der Otto-Hahn-Schulen müssten nach dem Austausch der Leuchten jedoch auch die abgehängten Decken entfernt werden; die erste Halle werde nach den Herbstferien wieder zur Verfügung stehen, die drei anderen laut Plan Anfang 2026.

In den Sporthallen der IGP seien jedoch die Böden feucht und von Pilz befallen, hier stehen weitere Gutachten aus. Zwei der vier Hallen sind daher längerfristig gesperrt.

Da sich alle Sporthallen der Stadt in schlechtem Zustand befinden (und alle für externe Veranstaltungen wie Karnevalssitzungen nicht zur Verfügung stehen), schlug die Verwaltung vor, den Kauf und Aufbau einer Interims-Sporthalle für rund zwei Millionen Euro zu bewilligen. Dabei handele es sich um einen Vorratsbeschluss; also einen Plan B, der vorbereitet wird und dann greifen soll, wenn weitere Hallen ausfallen.

Ein erster Standort für die 2-Feld-Halle in Containerbauweise wäre ein Außensportplatz der IGP; die Nutzung sei sowohl mit der Schule wie mit dem Stadtsportverband abgestimmt.

Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag einstimmig zu.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Ich schließe mich allen bisherigen Kommentaren im vollen Umfang an. Dem Eissportverein (und den aktiven und inaktiven Mitgliedern, teilweise auch mit finanziell erheblichen Belastungen) ist es zu verdanken, dass es den Eissport und die Halle in Bergisch Gladbach überhaupt noch gibt. Darüber hinaus soll es ein Gutachten eines Ingenieursbüros geben, dass KEINE Bedenken gegen ein Öffnung der Halle bis zur Sanierung in 2026 hat. Ist dieses Gutachten der Bauaufsicht bekannt?

  2. Es ist eine Frechheit der Stadt, dem Eissportverein die Schuld in die Schuhe zu schieben. Es ist im Gegenteil die Stadt gewesen, die die zusammen mit dem vorigen Betreiber die Halle hat verrotten lassen. Der Eissportverein hat hingegen die Halle vor ein paar Jahren kurzfristig als “Ruine” von der Stadt “geerbt” und “darf” sie seitdem auf eigenes Risiko für den Sport in Bergisch Gladbach erhalten. Das die Ausnahmegenehmigung nicht verlängert wurde, hat schon ein “Geschmäckle”, da sich am Zustand des Hallendaches nichts verschlechtert hat und der Handwerker bereits bestellt wurde.
    Aber die Halle war für die Stadt ja schon immer ein ungeliebtes Kind. Viel lieber hätte man ja am Standort ein Hotel für`s Mediterrana.
    Da fällt es nicht schwer, die Halle fallen zu lassen.
    Nur schade um die Kinder und die Sportvielfalt in Bergisch Gladbach.
    Bin mal gespannt, wie sich die einzelnen Bürgermeisterkanidaten vor der Wahl zu dem Thema positionieren. Für mich könnte das wahlentscheidend sein!

    1. Da muss ich Ihnen vollumfänglich zustimmen. Sehr gut zusammengefasst.

      Das hätte das Potenzial das Fass der infrastrukturellen Lage zum Überlaufen zu bringen. Vielleicht zufällig, dass die Kommunikation dessen erst knapp vor der Wahl stattfindet.
      Das verwerfliche finde ich dem Verein nun alles zu überlassen, der vor Jahren und mit viel Eigenleistung den Betrieb gerettet hat.

      Zumal auch die JGR, welche mein Sohn besucht, dort Sportunterricht hätte…. Im Wechsel mit Hallensport und Schwimmunterricht. Aus Sicht der knappen Hallenkapazitäten eine auskömmliche Lösung.
      Mein Sohn nach den Herbstferien. Erneuter Orga Stress für die Schulen….

      Der Bau der Halle Mohnweg funktionierte … aber nur weil ein externer Generalunternehmer ausgeführt hat.

      Und dann wird noch publik dass der Chef der Zanders Gesellschaft ausscheidet …. Läuft. Private Gründe sind immer wichtiger und zu respektieren aber der Zeitpunkt ist alles andere als gut

    2. Grundschulkinder der 4. Klassen haben gerade mit ihrem Eislaufunterricht begonnen und sind sehr enttäuscht und sauer, dass der schon wieder zu Ende ist. Die Prioritäten vieler Geldausgaben in Gladbach scheinen lobbyabhängig lobbyabhängig zu sein, sind beschämend und machen wütend. Eissport hat wohl leider keine große Lobby.