Menschen werfen ihnen den Müll vor die Füße, schnippen Kippen in Blumenbeete, lassen Kaffeebecher einfach fallen. Das ist Alltag für Duran Sekmec und Bernd Magdalinski von der Stadtreinigung. Wir haben die beiden Männer auf ihrer täglichen Schicht durch die Bergisch Gladbacher Fußgängerzone begleitet. Eine Sisyphusarbeit.

Von weitem ist es ein schöner Anblick. Gelbe Narzissen und rote Tulpen sorgen für bunte Farbtupfer und bilden einen Kontrast zum grauen Pflaster der Fußgängerzone. Aus der Nähe betrachtet überwiegen die Zigarettenstummel die Anzahl der Pflanzen in den Beeten deutlich. 

Kehrmaschinen und Blasgeräte können hier nicht eingesetzt werden. Duran Sekmec und Bernd Magdalinski müssen mit ihren langen Greifzangen ran. Besser gesagt müssten. Denn um alle Zigaretten aufzusammeln, fehlt den beiden Mitarbeitern der Straßenreinigung die Zeit, ist das zu reinigende Gebiet zu groß, sind die personellen Kapazitäten zu dünn. 

„Und was würde das bringen? Wir bräuchten einen ganzen Tag dafür. Und am nächsten Tag sähe es schon wieder genauso aus“, sagt Sekmec und zuckt mit den Schultern. Die Kippen im Beet bleiben liegen. Entfernen können die Männer nur größere Teile.

Zu wenig Personal

Wir begleiten Sekmec und Magdalinski einige Stunden auf ihrer Schicht durch die Fußgängerzone und die angrenzende Innenstadt. Ihre Arbeit beginnt um acht Uhr auf dem Wertstoffhof Kippemühle. Die Stimmung ist gedämpft.

„Uns fehlen die Leute“, sagt Bernd Höller, Leiter des Wertstoffhofs. Mehrere der zehn Beschäftigten der sogenannten manuellen Stadtreinigung seien langzeiterkrankt, weitere hätten sich kurzfristig krankgemeldet. Auch Sekmec fühlt sich nicht fit, hat Husten, Schnupfen und wenig geschlafen: „Ich hoffe, dass ich durchhalte.“ 

Foto: Thomas Merkenich

Der 65-Jährige arbeitet seit 26 Jahren bei der Stadtreinigung. „Morgen, Kolonnenmeister“, wird er von Magdalinski begrüßt. Dann steigen die beiden Männer in einen orangefarbenen Kleinlaster. Sie tragen Arbeitskleidung in Neonorange, mit reflektierenden Streifen. Sekmec steuert die Innenstadt an. 

Die Leute schmeißen alles auf die Straße.Bernd Magdalinski

„Hier sieht es aus! Schrecklich“, entfährt es Magdalinski, als wir die Richard-Zanders-Straße entlang fahren. „In der Nähe von McDonald’s ist es besonders schlimm. Die Leute schmeißen alles auf die Straße, aus dem Autofenster raus. Viele sind zu faul, zum nächsten Mülleimer zu gehen.“ Diese Aussage sehen wir in den kommenden Stunden noch dutzendfach bestätigt. 

Diskutieren sie mit

GL spricht … über Müll und Sauberkeit

Mit „GL spricht“ startet das Bürgerportal ein neues Dialogprojekt für Bergisch Gladbach. Zum Auftakt laden wir in die Fußgängerzone ein: Bei „GL spricht … über Müll und Sauberkeit“ geht es an diesem Freitag um ein konkretes Thema, das viele beschäftigt — und um die große Frage, wie in unserer Stadt wieder mehr miteinander statt übereinander gesprochen wird.

Sekmec parkt das Fahrzeug mit der offenen Ladefläche an der Paffrather Straße. Die beiden Männer ziehen ihre dicken Arbeits-Handschuhe über, schnappen sich jeder einen großen schwarzen Eimer und eine Greifzange und gehen zu Fuß die Treppe zur Grünen Ladenstraße hinunter.

„Guten Morgen“, grüßt Magdalinski freundlich eine Passantin. Mit den roten Greifern manövriert er geübt Taschentücher, Chipstüten und andere Verpackungen in den Eimer. 

Der Müll ist überall

Es ist eine Sisyphusarbeit. Oder, mit Sekmec‘ Worten gesagt: „Wenn wir um 10 Uhr mit der Fußgängerzone durch sind, fangen wir um 14 Uhr von vorne an. Und am nächsten Morgen wieder.“ Der Müll nimmt kein Ende. Er ist überall. Nicht nur in den zahlreichen Abfalleimern, die alle paar Meter in der Fußgängerzone stehen, sondern auch daneben, dahinter, obendrauf. Sogar dann, wenn die Behälter nicht voll sind.

Kippen und Kaugummi pflastern das graue Pflaster, leere (oder noch gefüllte) Pappbecher stehen neben Sitzbänken, zerknüllte Brötchentüten und Servietten liegen vor Hauseingängen, Getränkedosen und Trinkpäckchen in Blumenkübeln.

Nie scheint es genug zu sein, was die Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) schaffen. Die Stadt wird als dreckig und vermüllt empfunden. Schäbbisch Gläbbisch eben. Die Menschen schimpfen über Kippen auf dem Boden, in den Pflasterfugen, in den Blumenbeeten. Und vergessen dabei, dass nicht die Mitarbeiter der Stadtreinigung diese dort hingeworfen haben, sondern Mitbürger:innen. Was der Reinigungstrupp schon weggeschafft hat, registrieren die wenigsten.

„Es ist anstrengend“, sagt Sekmec. „Gerade haben wir einen Mülleimer geleert. Kurz darauf kommt jemand, stellt einen großen Schuhkarton oder seinen Hausmüll daneben. Ein Politiker oder Promi sieht es – und wir kriegen Ärger, weil wir den Müll angeblich nicht mitgenommen haben.“ 

Kurze Zeit später beobachten wir folgende Szene: Sekmec nimmt einen Mülleimer aus der Halterung, fegt mit dem Handschuh Asche und Zigarettenkippen von der Abdeckung in den Eimer und kippt den Inhalt auf die Ladefläche des Müllwagens. Als Sekmec sich umdreht, um den geleerten Eimer zurückzuhängen, hat bereits jemand seine Zigarette auf dem Deckel ausgedrückt und dort liegengelassen. Wird schon jemand wegmachen. 

Wenn ich den Müll nicht auf den Boden werfen würde, wärst du arbeitslos.Aussage eines Jungen

Es ist diese Mentalität, die erschüttert, wenn man die Mitarbeiter von der Stadtreinigung begleitet. Anders als bei der Müllabfuhr winken ihnen keine Kinder fröhlich zu, bekommen sie keine Kekse als Dank für ihre Arbeit.

Menschen werfen ihnen Müll vor die Füße oder lassen Essensverpackungen auf der Bank stehen, wenn sie sie erblicken. „Ihr macht doch sowieso sauber“, sei eine häufige Aussage, wenn die Männer sie darauf ansprechen.

Besonders in Erinnerung ist Sekmec ein Junge geblieben, etwa zehn Jahre alt. „Ich habe ihn gefragt, warum er seinen Müll auf den Boden wirft und ob er das zu Hause auch macht.“ Seine Antwort: „Wenn ich das nicht machen würde, wärst du arbeitslos.“

Seit diesem Vorfall habe er sich abgewöhnt, Leute mit ihrem Verhalten zu konfrontieren. „Das bringt nichts.“

Kleidung, Sperrmüll, Gefahrgut

Inzwischen sind wir auf dem Marktplatz angekommen. Ein paar Meter neben dem Rathaus türmt sich ein Berg aus Kleidung. Magdalinski wirft sie auf die Ladefläche. Kurze Zeit später gesellt sich ein Gestell von einem Einkaufstrolley dazu. „Was wir schon alles gefunden haben – Lacke, Farben, Altöl“, resümiert der 64-Jährige. Ausgelaufene und gefährliche Stoffe bedeuten Extra-Arbeit, müssen beispielsweise abgestreut werden.

„In den letzten Jahren ist es so schlimm geworden. Das war früher anders“, sagt Sekmec. Was würde helfen? „Mehr Kontrollen und mehr Knöllchen.“ Langsam lenkt er den Wagen durch die Fußgängerzone, hält immer wieder an, um Mülleimer zu leeren und Unrat einzusammeln. 

Vor einem Laden liegt ein Haufen aus Dreck, Kippen, Servietten und Plastikverpackungen. „Manche Geschäftsleute fegen den Dreck von ihrem Eingang in die Fußgängerzone. Nach dem Motto: Hauptsache weg von meinem Laden“, sagt Sekmec und fegt alles auf eine große Schaufel, die sein Kollege ihm hinhält. 

Foto: Thomas Merkenich

Voller Körpereinsatz ist nötig

Vor einem Backshop sitzen Menschen, trinken Kaffee, beißen in eine Brezel oder ein Croissant. Einige beobachten die Männer bei ihrer Arbeit. Eimer für Eimer leeren Sekmec und Magdalinski kopfüber auf die Ladefläche ihres Fahrzeugs. 

Mit einem Dreikantschlüssel lösen sie die Behälter aus dem Gestell und befestigen sie geleert wieder damit. Bei den Modellen aus Kunststoff geht das deutlich einfacher. Die Eimer aus Metall wiegen schon im leeren Zustand sechs oder sieben Kilo. Wenn sie voll sind, müssen die Männer viel Kraft und Körpereinsatz aufbringen, um sie aus der Halterung zu ziehen und auszuleeren. 

Die Mülleimer selbst bleiben dreckig; um auch sie oder gar das Pflaster drumherum mal zu putzen, fehlt die Zeit.

„Bei Eis oder anderen klebrigen Substanzen ist es schwierig, alles rauszukriegen“, sagt Magdalinski und hilft mit der langen Greifzange nach. Rund um den Trotzenburgplatz sammelt er leere Flaschen und Verpackungen aus den Sträuchern – mal mit der Zange, mal mit den Händen. Pfandflaschen bringen er und seine Kollegen einmal die Woche „dorthin, wo sie hingehören“. Das Geld teilen sie sich untereinander auf. 30 Euro kämen da schon mal zusammen. 

Als Quereinsteiger zur Stadtreinigung

Magdalinski ist seit fünf Jahren bei der Stadtreinigung in Bergisch Gladbach. Vorher hat er als KfZ-Mechatroniker gearbeitet. „Wegen einer schweren Arthrose im rechten Handgelenk konnte ich meinen Beruf nicht mehr ausüben.“ Nach zwei arbeitslosen Jahren bewarb er sich auf die Stelle beim AWB. Er versucht, so viel wie möglich mit der linken Hand zu machen.

Der 64-Jährige wohnt in Siegburg. Dort arbeitet er zusätzlich als Minijobber bei der Stadtreinigung. Jeden Samstag und jeden zweiten Sonntag. 

Normalerweise fährt Magdalinski die Kleinkehrmaschine. An diesem Tag ist dafür David Nix eingesprungen, der eigentlich zu der Kolonne gehört, die für Bensberg und Refrath zuständig ist. 

Die Kehrmaschine fegt mit zwei Bürsten, die vorne angebracht sind, Abfall und Dreck zusammen, der von einem Saugmund unter dem Fahrzeug eingesaugt wird. Wenn der Wagen voll ist, bringt der Fahrer ihn zur Kippemühle. „In der Laubzeit muss man teilweise zwölfmal kippen“, sagt Nix. 

Foto: Thomas Merkenich

Dreck wird weggepustet

Auf der Poststraße schnallt sich Magdalinski den Laubbläser um, den Tank trägt er wie einen Rucksack auf dem Rücken. Kleine blaue Stöpsel schützen seine Ohren vor dem Höllenlärm, den das Gerät macht. 

Magdalinski läuft den Busbahnhof ab, pustet Dreck, Kippen und Glasscherben unter den Bänken hervor und vom Bussteig auf die Fahrbahn. Es staubt und stinkt. Sein Kollege Nix fährt etwas zeitversetzt dieselbe Strecke und saugt alles ein. Wie eine emsige Ameise fährt die kleine Kehrmaschine zwischen den Bussen umher. Manche Busfahrer winken den Männern in Orange zu. 

Abladen auf dem Wertstoffhof

Sekmec steuert derweil Mülleimer für Mülleimer an und kippt einen nach dem anderen auf die Ladefläche. Aus einem läuft eine undefinierbare Brüher heraus. „Das ist normal“, lautet sein lapidarer Kommentar. „Schlimm ist es im Sommer. Da ist alles dabei. Bier, Hundescheiße, Menschenscheiße …“

Um 10.30 Uhr ist die Ladefläche des Wagens voll. Die Männer sichern die Ladung mit einem Netz, damit der Wind die gesammelten Werke nicht wegbläst. Nach einer kurzen Kaffeepause auf dem Parkplatz an der S-Bahn fahren sie zum Wertstoffhof. 

Dort leeren die Männer ihre Ladung in einen separaten Container für die Stadtreinigung. Sortiert wird nicht, abgesehen von Sperrmüll . Alles andere wird später in der Verbrennungsanlage in Leverkusen verbrannt. 

Wer reinigt wo und wie häufig?

Die manuelle Stadtreinigung reinigt täglich die Fußgängerzone in der Innenstadt vom Forum bis zum Ende der Rhein-Berg-Galerie sowie die umliegenden Straßen, den Busbahnhof, Taxistand und Parkplatz an der S-Bahn. Durch die Fußgängerzone gehen sie nachmittags noch ein zweites Mal.

Eine zweite Kolonne reinigt täglich die zentralen Straßen und Plätze in Refrath und Bensberg – darunter die Schlossstraße, den Markt und den Busbahnhof. Die übrigen Stadtteile sind einmal pro Woche dran – und bei Bedarf.

Auch die Parks wurden früher von den AWB-Mitarbeitern vom Müll befreit. „Aber es ist so viel geworden, dass wir das nicht mehr schaffen,“ sagt Bernd Höller. Nun kümmere sich GL Service um Grün- und Parkanlagen wie den Forumpark.

Am Busbahnhof ergibt sich die absurde Situation, dass die Stadtreinigung zwar die Bussteige sauber fegt und die Mülleimer an den Haltestellen leert. Am angrenzenden S-Bahn-Gleis allerdings ist die Deutsche Bahn zuständig.

Fünf bis sechs Tonnen sammeln die Mitarbeiter der manuellen Stadtreinigung pro Woche allein in der Innenstadt. Dazu kommt der Abfall, den die Kolonne Refrath/ Bensberg sammelt und auf dem Wertstoffhof Birkerhöhe in Moitzfeld ablädt. „Das werden auch einige Tonnen sein“, schätzt Höller. 

„Vor allem montags kann es passieren, dass wir nicht die ganze Fußgängerzone schaffen und zwischendurch schon kippen müssen“, berichtet Sekmec. Denn sonntags ist die Stadtreinigung nicht im Einsatz. Samstags hingegen wechseln sich die beiden Kolonnen ab.

Die stressigste und arbeitsintensivste Zeit des Jahres ist Karneval. Da sind die Männer im Dauereinsatz. „Rosenmontag haben wir von 6 bis 18 Uhr gebraucht, für die Gegend um den gesamten Zugweg“, sagt Magdalinski.

Die Schicht der Männer endet um 16 Uhr. Bis dahin befreien sie weitere Straßen, Plätze und Stadtteile vom Müll. Um 14 Uhr arbeiten sie sich ein zweites Mal durch die Fußgängerzone – so lange, bis die Ladefläche wieder voll ist. Morgen geht es wieder von vorne los.


Die Sauberkeit in Bergisch Gladbach, nicht nur in der Innenstadt, ist für viele Bürgerinnen und Bürger ein großes Thema. Denn es geht nicht „nur“ um Dreck und Müll, sondern um die Frage, ob man sich wohl fühlt. Es geht um die Aufgaben der Stadtverwaltung, aber auch um die Verantwortung der Menschen für ihre eigene Stadt.

Daher haben wir dieses Thema für den Auftakt unserer neuen Veranstaltungsserie „GL spricht …“ gewählt. An diesem Freitag (24. April) ab 16 Uhr wollen wir mit Ihnen über „Müll und Sauberkeit“ sprechen. Unter anderem stehen der Leiter der Straßenreinigung sowie ein Bezirkspolizist für Ihre Fragen zur Verfügung.

Damit Sie sich wohlfühlen, sorgen wir für ein wenig Livemusik mit Lucas Wielpütz, für Kaffee und Kekse. Mitten in der Fußgängerzone, in der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße vor H&M.

Am Ende geht es nicht darum, zu schimpfen – sondern gemeinsam über Lösungen nachzudenken, die uns und unsere Stadt voranbringen. Die Redaktion

Alle Beiträge der Serie „Auf Schicht“

„Tafel-Kunden sollen sich nicht schämen“ 

Überfluss auf der einen, Bedürftigkeit auf der anderen Seite: Bei der Bergisch Gladbacher Tafel setzen sich Ehrenamtliche und „Bufdis“ täglich dafür ein, diese beiden Gegensätze miteinander in Einklang miteinander zu bringen. Wir haben sie bei der Abholung, Sortierung und Ausgabe der Lebensmittel begleitet – und einen Einblick in das komplexe System erhalten.

Müllabfuhr ist Teamarbeit: „Wir schaffen viel weg“

Menschen, die im Schlafanzug hinter ihnen her rennen, Kinder, die sie mit Kunstwerken beschenken, Autofahrer, die sie fast umfahren, Ratten, die ihnen entgegen springen: Tobias Lückerath und Achim Nonn erleben Abenteuerliches während ihrer Arbeit bei der Müllabfuhr. Das frühe Aufstehen, das Wetter und der Geruch sind für die beiden kein Problem. Wir haben sie auf einer Schicht begleitet.

Von Verstopfung bis Herzinfarkt: „Wir wissen nie, wer kommt“

Wunden versorgen, Verletzte beruhigen, Entscheidungen treffen: Katrin Labusga-Cremer bezeichnet ihren Job als Berufung – auch wenn Beleidigungen und Angriffe häufiger werden. Die 37-Jährige arbeitet seit vielen Jahren als Krankenpflegerin in der Notaufnahme des Evangelischen Krankenhauses. Wir haben sie auf einer Schicht begleitet.

„Von wegen zack und weg“ – hier wird akribisch sortiert

Wer den Wertstoffhof Kippemühle betritt, sieht schnell: Hinter der glänzenden Konsumwelt beginnt ein komplexer Prozess. Tonnenweise Abfall muss hier sortiert und für den Weitertransport vorbereitet werden. Für manche Bürgerinnen und Bürger bleibt das undurchsichtig – doch die Fachkräfte vor Ort erklären geduldig, was wohin gehört. Wir haben sie auf ihrer Schicht begleitet.

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ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Ich finde die Debatte befremdlich. Solange es in den Stadtteilen kaum Mülleimer gibt, landet logischerweise Manches auf der Straße oder im Gebüsch. Bevor hier über “harte Strafen” diskutiert wird: Sollte man nicht zunächst ein paar Mülleimer aufstellen, um den Menschen überhaupt die Chance zu geben, sich “korrekt zu verhalten”?

    Grundsätzlich empfinde ich die Stadt als relativ sauber. Nicht perfekt, das mag sein, aber voll in Ordnung. Danke an die Stadtreinigung und an die Mitbürger:innen dafür!

  2. Sicher ist der Job eines Müllmitarbeiters nicht einfach. Und das Wind und Wetter.
    Insgesamt bemerke ich aber tatsächlich eine immer schlechtere Versorgung und immer größere Hürden für die Müll Abholung. Gleichzeitig ist es inzwischen im Vergleich zu anderen Städten extrem teuer. Irgendwas ist da falsch.
    Absurde kleinteilige Vorschriften und immer wieder verschobene Abholtermine. Der Müll bleibt einfach stehen. Auf jeden Fall bin ich nicht zufrieden. Service bei der Stadt ist leider in weiten Teilen an Fremdwort.

  3. Überlaufende Glas- und Kleidungscontainer etc. Sowie verantwortungsloses Wegwerfen von Müll lässt sich nicht mehr mit gutem Zureden, Aufklärung etc. lösen! Nur wenn diese Vergehen mit drastischen Strafgebühren geahndet und realisiert werden kann es zum Umdenken dieser Menschen kommen. Es gibt Beispiele im Ausland wie z.B. Singapur etc.
    Mit freundlichen Grüßen
    HPC

  4. Den Herrn Duran Sekmec kenne ich vom sehen her (sehr positiv) tatsächlich bereits so lange, wie ich zurückdenken kann und wünsche ihm gute/baldige Besserung!

    “ein Junge” … “etwa zehn Jahre alt” antwortet “Wenn ich das” –>Müll hinterlassen –>”nicht machen würde, wärst du arbeitslos.“”
    Auf solche Aussagen kommen Zehnjährige nicht von alleine!
    Die plappern m. E. nur das nach, was sie von u.a. ihren Eltern vermittelt bekommen.
    Was ich auch schon unfassbares gehört habe. “Die kriegen ja was dafür, dass sie meinen/den Müll wegräumen” und lassen einfach alles stehen und liegen und denken keinen Meter weiter, sind vor lauter Doofheit nicht dazu in der Lage zu erkennen, dass, je mehr Müll sie verursachen, auch immer höhere Gebühren die Folge sein werden.

    Ich bin wirklich dankbar, dass wir jetzt nicht auch noch die 15? weiteren Stadtreinigungskräfte, die uns Herr Felsch noch versprechen durfte/versprochen hat im Falle seiner Kürung zum Bürgermeister.
    Das wäre nicht nur kontraproduktiv gewesen angesichts solcher Bürger-Sichtweisen/-Verhalten sondern hätte unweigerlich auch seinen Niederschlag gefunden bei künftigen Gebührenfestsetzungen.

  5. Danke für den Bericht! Mehr Leute einstellen ist eine Forderung die nur bedingt etwas bringt. Die Mitarbeiter vom Ordnungsamt, die da sind, sollen konsequent ihren Job erledigen. Nicht in Dreier- oder Viererreihen wie der „Warschauer Pakt“ durch die Fußgängerzone laufen, mit sich selbst beschäftigen und hin und wieder einen wohlwollenden Blick zur Seite werfen.

    Auch an anderer Stelle im Stadtgebiet ist konsequenteres Handeln gefragt. Z.B. Parken außerhalb gekennzeichneter Flächen, wo Parken nur in diesen Flächen erlaubt ist (Schlossstraße, Duckterather Weg);
    Parken im Bereich von durchgezogenen Linien oder Abbiegespuren (Neufeldweg); Dauerparken von Campingfahrzeugen, Anhängern auf öffentlichen Parkflächen.

    Und in Bezug auf den Müll, Kaffeebecher usw.: Härteres durchgreifen und Sonderabgabe auf bestimmte Verpackungen (haben einige Städte schon erfolgreich vorgemacht).

    Es geht darum, die wirklichen Verstöße gegen die allgemeine Ordnung auch zu sanktionieren und damit einen, wohl sonst nicht eintretenden, Lerneffekt zu bewirken. Ich betone in diesem Zusammenhang ausdrücklich: Schikane sollte nicht allgemeine Ordnung sein und da wo diese Schikane als allgemeine Ordnung vorgeschoben wird, unterbunden werden.

  6. Vielen Dank an die engagierten Leute von der Stadtreinigung. Und an in-gl, dies mal zum Thema gemacht zu haben. Vielleicht führt das ja zu etwas mehr Bewusstsein und Wertschätzung.

  7. Zuerst einmal danke ich dem Personal der Stadtreinigung für deren Arbeit, die zuoberst leider eine Kompensation erzieherischer bzw pädagogischer Defizitete ist, d.h. unserer Gesellschaft insgesamt.
    Man kümmert sich lieber -natürlich völlig unverbindlich- auf “Demos” um das luftige Thema “globaler Klimaschutz ” – oft genug, ohne den Unterschied zwischen Klima und Wetter überhaupt zu kennen.
    Aber das alles natürlich vom “Hochsitz” der selbst attestierten, ich-starken moralischen Überlegenheit.

    Dieses Selbstbewußtesein als Prinzip der Primärsozialisation wird dann nicht selten durch Eltern (auch Juristen) bis weit nach der Pubertät bestärkt. Z.B. durch elterlichen O-Ton:
    “Mein Kind braucht das nicht zu tun!”

    D.h. das durchaus sinnvolle Verursacherprinzip der Umweltschutzgesetzgebung wird zwecks Stärkung des EGo der zu erziehenden Kinder und Jugendlichen ad absurdum geführt, nach dem Prinzip “ich bin hingerissen von mir selbst”, oder “Störe nicht meine “Selbstverwirklichung”, natürlich ohne zu wissen, was das “Selbst” ist.

    Fazit: ein “Hoch” auf mindestens 30 Jahre Unterricht zur “Stärkung” des Umweltbewusstseins in fast allen Fächern der “allgemeinbildenden” Schulen. Dabei wird aber übersehen, daß es Menschen wesentliche Natur die Kultur ist, vermittelt auch durch Tradition. Die aber wird nicht geschützt, sondern immer wieder auf dem Altar der Selbstvergötterung geopfert.

    Sagte nicht schon Plato, daß die Anarchie der Demokratie folge ?

  8. Nach meinen Erfahrungen ist Einsicht nicht zu erwarten. Es geht nur über hohe Geldstrafe.
    Leider sehe ich es ebenso, dass Ordnungsamtsmitarbeiter weder bei Müllferkeln noch bei rasenden Radfahrern in der Fußgängerzone einschreiten.
    Daher Leute dafür einstellen, die rechnen sich bald selber.

  9. Danke an die fleissigen Mitarbeiter der Stadtreinigung, die sich dem Müll (und dem gesellschaftlichen Verfall) täglich entgegenstellen!

    Statt (nur) Folgenbeseitigung zu betreiben, sollte das Problem an der Ursache bekämpft werden. Mangelnde Erziehung muss hier leider durch harte Strafen nachgeholt werden. Ordnungsamt und Stadtreinigung sollten mehr Geld erhalten um weitere Einsatzgruppen aufstellen zu können. Das Geld wäre gut angelegt.

  10. Sehr geehrte Redaktion,
    vielen Dank für Ihren detaillierten und hervorragend recherchierten Bericht über die Straßenreinigung, der getroffen hat – und zwar genau ins Herz unserer Stadt. So klar, so gründlich und so ehrlich zeigt er, was viel zu oft übersehen wird: den täglichen Einsatz der Stadtreinigung, die im Morgengrauen und bei jedem Wetter das beseitigt, was andere achtlos zurücklassen.

    Er macht eindrucksvoll sichtbar, was im Alltag oft übersehen wird: wie anspruchsvoll und unverzichtbar die Arbeit der Stadtreinigung ist – gerade in Zeiten, in denen achtlos weggeworfener Müll vielerorts ein wachsendes Problem darstellt.

    Umso mehr verdienen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseren Respekt und unsere Wertschätzung. Sie sorgen Tag für Tag dafür, dass unsere Stadt lebenswert bleibt – oft im Hintergrund, bei Wind und Wetter.
    Diese Leistung sollte nicht nur wahrgenommen, sondern von der gesamten Stadtgemeinschaft ausdrücklich gewürdigt werden. Ein kollektiver Applaus wäre mehr als verdient.

  11. Sehr guter Artikel!
    Leider wird das Thema nicht konsequent angegangen und die Zustände werden überall schlimmer.
    Bußgeld gegen Müll auf der Strasse, das könnte zur Stärkung des ÖPNV eingesetzt werden.

    1. genau das finde ich auch, wie “schwarz” fahren müsste auch Müll wegwerfen mit 50€ bestraft werden. Denn anders als beim “schwarz” fahren, bei dem ggf. der Mensch wirklich kein Geld hat, kann jeder seinen Müll in eine dafür angebrachte Tonne werfen!
      Aber…. als Beispiel Holland: Hier gibt es Hundetoiletten an denen man sich Kotbeutel ziehen und auch entsorgen kann. Mir ist bekannt, dass es Strafen für nicht mitgeführte Hundekotbeutel gibt. Aber wer kontrolliert das?
      Sehr schade, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen müssen…. Aber leider muss es sein

      1. Der Verwarngeldkatalog der Stadt Bergisch Gladbach sieht für die Verunreinigung von Verkehrsflächen und Anlagen durch
        “Unrat, Lebensmittelreste, Kaugummis, Zigarettenkippen, Papier, Glas, Konservendosen, sonstigem Verpackungsmaterial sowie gefährlichen Gegenständen” 55,00 € vor!!!

        Allerdings hat man den Eindruck, dass das Ordnungsamt nur durch die Fußgängerzone flaniert und die Augen nicht auf die Verunreiniger und sonstigen Missstände wie Radfahrer und Straßenmusikanten hat.

        Durch konsequentes Durchgreifen, könnte man die Stadtkasse füllen und gleichzeitig die Fußgängerzone sauberer halten.

  12. Ich fände es schön, wenn (auch) die Mitarbeiter der Stadtreinigung, von uns allen , mit einem freundlichem Lächeln gegrüßt werden würden.