Mit „GL spricht“ startet das Bürgerportal ein neues Dialogprojekt für Bergisch Gladbach. Zum Auftakt laden wir in die Fußgängerzone ein: Bei „GL spricht … über Müll und Sauberkeit“ geht es an diesem Freitag um ein konkretes Thema, das viele beschäftigt — und um die große Frage, wie in unserer Stadt wieder mehr miteinander statt übereinander gesprochen wird.

Warum ist unsere Innenstadt so verdreckt? Was stört, was funktioniert — und was lässt sich konkret verbessern, damit wir uns in der Stadt wohlfühlen? Um diese Fragen geht es am Freitag, 24. April, ab 16 Uhr in der Gladbacher Fußgängerzone vor H&M. Dort laden wir zur ersten Runde von „GL spricht“ ein.

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Zum Auftakt geht es um Müll und Sauberkeit — also um ein Thema, das viele Menschen in Bergisch Gladbach aus eigener Anschauung kennen. Wer durch die Innenstadt geht, hat dazu oft sehr konkrete Beobachtungen: übervolle Mülleimer, herumliegenden Abfall, Kippen, Kaugummi und Kaffebecher, ungepflegte Ecken. Damit drängt sich die Frage auf, was das alles mit einer Innenstadt macht, in der wir uns gerne aufhalten würden.

Darüber wollen wir mit Ihnen reden.

Einstieg über ein drängendes Alltagsthema

Der Auftakt ist bewusst nicht in einem Saal geplant, sondern dort, wo das Thema sichtbar ist und wo Menschen ohnehin unterwegs sind – in der Fußgängerzone.

Mit Live-Musik von Lukas Wielpütz, Kaffee und Keksen sowie einer Mitmachaktion mit Straßenkreide entsteht eine offene Atmosphäre. Passantinnen und Passanten können Wünsche, Kritik und Ideen zum Thema Sauberkeit und Wohlfühlen in der Innenstadt äußern.

Bei einer moderierten Gesprächsrunde sollen Bürgerinnen und Bürger, der Leiter der städtischen Straßenreinigung, der Bezirkspolizist, lokale Händler:innen und andere Akteure miteinander ins Gespräch kommen. Konkrete Ideen werden gesammelt und bilden vielleicht die Basis für eine neue Initiative zum Thema.

„GL spricht … über Müll und Sauberkeit“
Freitag, 24. April, 16 Uhr
Live-Musik mit Lucas Wielpütz ab 15:45 Uhr
Gladbacher Fußgängerzone, vor H&M

Wir wollen nicht nur Klagen sammeln oder Positionen gegeneinanderstellen. Uns interessiert, was die Menschen wahrnehmen, welche Erfahrungen sie machen, wo sie Probleme sehen — und welche Lösungen denkbar sind.

Was kann besser werden? Wer ist wofür verantwortlich? Und was braucht es, damit sich mehr Menschen gerne in der Innenstadt aufhalten? Damit soll aus einem alltäglichen Ärgernis ein Gespräch über konkrete Verbesserungen werden.

Zuhören, reden, zusammenfinden

Die Veranstaltung ist der Auftakt für ein größeres Projekt. Mit „GL spricht. Zuhören. Reden. Zusammenfinden.“ wollen wir in Bergisch Gladbach neue Gesprächsformate aufbauen und ausprobieren.

Die Grundidee ist einfach: In unserer Stadt gibt es viele Themen, über die kontrovers diskutiert wird. Aber oft wird dabei eher übereinander als miteinander gesprochen. Zugleich gibt es viele Menschen, die sich von politischen Debatten, von Medien oder von klassischen Beteiligungsangeboten kaum angesprochen fühlen oder sich daraus zurückgezogen haben.

Wir möchten deshalb Formen schaffen, die offener sind, näher am Alltag der Menschen und direkt im öffentlichen Raum stattfinden. Es soll Orte und Situationen geben, in denen unterschiedliche Sichtweisen sichtbar werden, in denen zugehört wird und in denen auch bei strittigen Themen ein sachliches Gespräch möglich bleibt.

Es geht um konkrete lokale Fragen — und um mehr

Müll und Sauberkeit sind dafür ein gutes Thema für den Auftakt. Denn an diesem Thema zeigt sich schnell, dass hinter einer scheinbar einfachen Frage mehr steckt: Wie gehen wir mit öffentlichem Raum um? Welche Erwartungen haben Bürgerinnen und Bürger an die Stadt? Was ist eine Frage des eigenen Verhaltens, was eine Aufgabe der Verwaltung? Und wie lässt sich eine Innenstadt so gestalten, dass sie als gemeinsamer Ort wahrgenommen wird?

Solche Fragen wollen wir mit „GL spricht“ aufgreifen. Immer ausgehend von konkreten Themen in Bergisch Gladbach, immer mit dem Ziel, verschiedene Perspektiven zusammenzubringen.

Machen Sie mit: Über welche Themen sollen wir reden? Bitte schreiben Sie uns per Mail oder nutzen Sie das Kommentarfeld unten.

In den kommenden Monaten wollen wir weitere Themen und unterschiedliche Formate erproben und Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Geplant sind öffentliche Gesprächsrunden, mobile Aktionen im Stadtraum und kleinere thematische Dialogformate. Dabei wollen wir Erfahrungen sammeln: Was funktioniert gut? Welche Themen bewegen die Menschen? Wie kommen unterschiedliche Gruppen miteinander ins Gespräch? Und welche Form eignet sich für welches Thema?

Mit „GL spricht“ knüpfen wir an unsere bisherigen Erfahrungen mit Austausch- und Beteiligungsformaten wie dem BürgerClub oder dem Demokratiefestival an und entwickeln diesen Ansatz weiter.

Das Projekt versteht sich als Beitrag zu einer lebendigen Stadtgesellschaft — und zu einer demokratischen Kultur vor Ort, die vom Zuhören, vom Gespräch und vom Respekt vor unterschiedlichen Sichtweisen lebt. Der erste Schritt dazu ist ganz konkret:

„GL spricht … über Müll und Sauberkeit“
Freitag, 24. April, 16 Uhr
Live-Auftritt Lucas Wielpütz, 15:45 Uhr
Fußgängerzone, vor H & M

Kommen Sie vorbei, hören Sie zu, reden Sie mit.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Wie wäre es, wenn mindestens 1x im Jahr von den Schulen aus für jede Klasse eine Müllsammelaktion organisiert würde? Dadurch kann den Kindern die Müllproblematik näher gebracht werden. Kinder sind noch offener für diese Dinge.

  2. Danke für diesen Artikel und den Versuch, ein konstruktives Forum zu schaffen. Ich versuche kurz, ein paar Punkte anzusprechen:

    1.) Für den GL Putz(t) munter Tag am 21.2. war ich der einzige, der sich für Schildgen angemeldet hat. Keine andere Privatperson, kein Verein, keine Händler … Ich bin aber mehrfach von Anwohnern angesprochen worden. Die anderen und die Stadt wurden kritisiert, aber das Heft des Handelns hat keiner ergriffen.

    2.) Monatlich gehe ich mit einer Clique wandern. Dabei sammeln wir den Müll auf der Strecke ein. Zwischen 1-3 Müllbeutel à 25 Liter kommen zusammen. Ab und an ernten wir Lob. Ich weise dann drauf hin, dass Sie das ja ebenfalls so handhaben könnten.

    3.) Ich gehe abends viel spazieren. Dabei sammle ich den Müll auf der Strecke ein und stecke ihn an der nächsten Bushaltestelle in den Abfallbehälter. Frustrierend ist, dass am nächsten Morgen auf der Fahrt zur Arbeit an verschiedenen Stellen wieder neuer Müll liegt. Auch eine art von Sissyphus-Arbeit. Der Müll ist oft der gleiche – Taschentücher (ich behaupte von Frauen, weil Männer oft nicht putzen), Zigarettenschachteln (eher von Männern), Kippen, Süssigkeitenpapier z.b. Kinder-Bueno etc. und Trinkpäckchen (eher von Kindern), Gelber Sack Inhalt am Tag vor/nach der Leerung. Ich freue mich, wenn die Gelbe Tonne kommt. Auffällig dabei ist, dass viele nicht mal den Müll wegräumen, der vor ihrem Haus/Grundstück liegt.

    4.) In anderen Ländern haben die Menschen ein anderes Umweltbewusstsein. In Finnland gibt es so gut wie keine Mülleimer und es funktioniert. Die Kinder lernen bereits in der KITA (und vor allem im Elternhaus) damit anders umzugehen. Bei uns stimmt die Einstellung von vielen einfach nicht!

    5.) In Belgien/Holland gibt es an vielen Bushaltestellen extra Behälter für Kippen (mit Deckel). Auch das hilft etwas, das Problem zu entschärfen.

    6.) Es gab in der Zeitung vor ca. 15 Monaten mal einen Artikel über 2 junge Männer aus Gronau (?). Die haben Müll gesammelt und nach geraumer Zeit der Stadt geschrieben und 4 konkrete Vorschläge unterbreitet. Wenn ich mich recht erinnere, war der Umgang der Stadt damit – sagen wir mal – eigenartig. Motivation geht anders.

    7.) Bei der Aktion “Schuhe für Bulgarien” sammeln wir jährlich Kleiderspenden. Was wir entgegen nehmen wollen, ist klar umrissen. Was wir erhalten ist teilweise eine Frechheit (dreckige, zerrissene Kleidung sind wir ja gewohnt, aber Kleidung mit Urin oder Fäkalflecken sind echt zu viel).

    8.) Die wilden Müllkippen nehmen kein Ende. Ständig wird eine neue gefunden. Es scheinen manche keinerlei Hemmnisse zu haben, ihren Müll einfach im Wald zu entsorgen. Kamera-Überwachung an Hotspots wäre vielleicht ein Mittel, hohe Geldstrafen nur bedingt, es sei denn sie werden eingetrieben), Appelle verhallen ungehört …

    9.) Möglichkeiten sehe ich, wenn

    a) die Müllstationen die Öffnungszeiten flexibilisieren könnten (Arbeitskräftemangel ?),

    b) die Annahme grundsätzlich kostenlos wäre (die Entsorgung des illegalen Mülls ist kostenintensiver/aufwendiger),

    c) es regelmäßig Sammelaktionen gäbe die von Vereinen/Händlern etc. mitgetragen würden

    d) die Überwachung von Hotspots etwas besser wäre e) die Altkelidercontainer abgeschafft würden (da ist ebenfalls viel Schrott drin),

    f) Projekte in Schulen und Kita initiiert würden, um Kindern das Thema für ihre kleine Welt zu vermitteln und

    g) die Erwachsenen ihre Grundhaltung ändern und an ihre Kinder weitergeben.

    Punkt F + G wären m.E. die einzigen Punkte, auf die ich langfristig setzen würde und die Wirkung zeigen. Ich kann leider wegen meiner Arbeit nicht an der Veranstaltung teilnehmen, mache aber für meinen Teil weiter.

    Beste Grüße und gutes Gelingen Ekki Hoffmann

  3. Leider kann ich bei dem Treffen nicht selbst erscheinen, ein paar Anregungen hätte ich aber schon.

    Zunächst muss ich erwähnen, dass ich öfter ehrenamtlich den Müll und die Zigarettenkippen in Refrath aufsammle. Ich ärgere mich sehr darüber, dass es zum Beispiel keine Mülleimer gibt, in denen auch Kippen entsorgt werden können. Einige Raucher drücken zumindest Ihr Kippen auf den Mülleimern der Stadt aus, lassen sie aber dann darauf liegen um keinen Mülleimerbrand zu verursachen.

    Die Kippen werden dann aber vom nächsten Windstoß auf den Boden geweht. Des Öfteren sammle ich nur Kippen in Refrath und finde es erschreckend wie viele jedes Mal dabei zusammen kommen.

    Ich habe auch schon mit ein Paar Geschäftsführern in Refrath gesprochen, z. B. bei Merzenich, wo man gut sehen kann wo die Mitarbeiter immer Rauchen gehen, weil dort alles voller Kippen liegt, dabei stehen auf den Tischen bei Merzenich Aschenbecher für die Kunden, da frage ich mich warum die Mitarbeiter diese nicht nutzen.

    An jeder Sitzbank im Ort müsste es einen Aschenbecher geben, vielleicht sähe es dann dort nicht immer so verheerend aus. Ich kann mich dort nicht hinsetzten, ohne vorher ALLE Kippen aufzusammeln, ich finde es ekelig, obwohl ich selbst Raucher bin.

    An einer Sitzbank habe ich bereits ein Glas zum Sammeln aufgestellt, welches auch zum großen Teil genutzt wird, nur manche Menschen werfen trotzdem ihre Kippe auf den Boden.

    Ich würde mir wünschen das die Stadt Bergisch Gladbach das Bußgeld für Kippen auf den Boden werfen deutlich erhöht und das Verbot wenigstens für einen Monat intensiv kontrolliert. Anstatt Falschparker mit Knöllchen zu versehen, müssten die Ordnungsbeamten gegen den Müll, der wirklich überall herumliegt, vorgehen.

    Die Stadt könnte tatsächlich mehrere Stellen einrichten, die sich selbst finanzieren würden. An nur einem Vormittag würde jeder Beamte sein eigenes Gehalt ohne Probleme einnehmen können und könnte dabei z.B. im Mehrgenerationenpark oder einem Kaffee sitzen.

    Früher haben die Menschen doch auch nicht alles unter sich fallen lassen, aber den Meisten ist die Umwelt ja, zumindest nach eigener Aussage, nicht egal. Dann verstehe ich das Verhalten nicht.

    Alle wollen eine “Bessere Welt”, aber keiner ist bereit auch nur fünf Schritte zum nächsten Mülleimer zu gehen. Dann muss man sie eben dort packen, wo es ihnen am Meisten weh tut, im Portemonaie.

  4. Wie wchön, das dieses Thema aufgegriffen wird. Vielleicht führt die Diskussion ja dazu, das mehr Mitbürger sich ein Herz nehmen und selber Ideen entwickeln, um die Maßnahmen der Stadt zu unterstützen und abzurunden. In Frankreich ist es z.N. üblich, einen Eimer vor die eigene Eingangstür zu stellen. Mal schnell einen Besen in die Hand zu nehmen und mit zu machen ist alle mal besser, als abzuwarten und es der Stadt zu überlassen. Alles was die Stadt umsetzt, spiegelt sich in Kosten und Gebühren wieder. Als Mitarbeiter einer Stadtverwaltung kann ich nur an jeden einzelnen appelieren, mit zu denken und mit zu machen. Ich mache das auch.

  5. Ich umschreibe es mal sehr oberflächlich und vorsichtig, um nicht in die rechte Ecke geschoben zu werden: Im Süden Europas, wo wir Deutschen gerne Urlaub machen, ist es nicht unüblich Plastiktüten, Getränkedosen und Anderes einfach “in die Botanik” zu schmeißen. Schaut man sich die Fernsehberichte aus asiatischen Ländern an, scheint es dort ebenfalls üblich zu sein, auf diese Weise einen Teil des Mülls zu entsorgen. Warum sollten diese Menschen, als Neubürger hier in GL, ihre anerzogene Verhaltensweise ablegen?

    Es ist wie bei der Deutschen Bahn: Man beschwert sich über dreckige Bahnhöfe und Zugtoiletten etc., aber die wurden nicht von dem Unternehmen verursacht. Man macht es dafür verantwortlich – und wir Fahrgäste zahlen über höhere Fahrkosten die teuren Reinigungsaktionen.

    Allgemein hat sich leider die Respektlosigkeit gegenüber anderen Menschen und vor allem deren Eigentum verändert. So sind Schmierereien und Müll ein täglicher Anblick geworden. Soll die steuerzahlende Gemeinschaft dafür aufkommen, dass Mitmenschen keine vernünftige Erziehung genossen haben?

    1. Mit ihrer “vorsichtigen” Formulierung schieben sie den Neubürgern den schwarzen Peter beim Müllproblem dennoch zu. Nur Menschen aus dem Süden Europas und asiatischen Ländern bei dem Thema zu erwähnen, ist etwas einseitig. Es gibt genügend Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind und denen in Sachen Müll(erzeugung) im öffentlichen Raum ein falsches Verhalten anerzogen wurde.

  6. Wer in der Fußgängerzone seinen Müll nicht in der Lage ist in die wirklich zahlreichen Mülleimer zu werfen hat kein Argument sein Verhalten zu rechtfertigen denn die Möglichkeiten zur Entsorgung sind nicht nur in ausreichender Anzahl vorhanden sondern werden auch oft genug geleert. Also ist es Faulheit, Dummheit, Ignoranz?

    Ich weiß es nicht aber es ist asozial denn die Fußgängerzone ist ja für alle da und es hat etwas mit Respekt anderen gegenüber zu tun daß man einen solchen Raum gefälligst nicht unnötig und vorsätzlich vetsaut! Ich bin der Meinung das man hier mit gestaffelten Bußgeldern arbeiten sollte d.h. das man wenn man das erste mal wenn man Unrat nicht ordnungsgemäß entsorgt ein Bußgeld von vielleicht 30€ bezahlt und im Wiederholungsfall ein deutlich höheres Bußgeld von mehreren 100€ fällig wird.

    Kein normaler Mensch wird dann noch unüberlegt mit seinem Müll umgehen und die paar unvergesslichen die es ja leider immer gibt würden Geld in die Stadtkasse bringen. Ein ähnliches Konzept hat die Stadt Wuppertal wenn ich mich richtig erinnere in den Nullerjahren eingeführt in denen z.B. die Elberfelder Fußgängerzone teilweise echt übel vermüllt war…ich habe damals in Elberfeld gewohnt bis 2005

    …ich war 2023 noch einmal für mehrere Monate dort zu einer Reha und war wirklich positiv überrascht! Kein Vergleich zu den Zuständen 20 Jahre vorher also scheint es zu funktionieren wenn man die KONSEQUENT zur Kasse bittet die sich nicht benehmen können. Natürlich muss dazu gerade wenn die neuen Bußgelder eingeführt werden mehr kontrolliert werden was evtl mehr Ordnugsamtsmitarbeiter vorausgesetzt welche praktisch 24/7 Präsents zeigen. Sodass man egal wann und wo in der Fußgängerzone immer damit rechnen muss das man erwischt und zur Kasse gebeten wird

  7. **Sauberkeit durch Wettbewerb**

    Ich finde das Format „GL spricht“ sehr gut, denn viele Menschen sind beim Thema Müll und Sauberkeit längst nicht mehr nur genervt, sondern auch enttäuscht. Es geht nicht nur um ein paar Kippen oder Becher. Es geht darum, wie wir miteinander umgehen und wie viel uns unsere eigene Stadt noch wert ist.

    In den bisherigen Kommentaren stecken viele richtige Ansätze: mehr Verantwortung, bessere Meldemöglichkeiten, Patenschaften und auch Kontrollen. Aber ich glaube, ein wichtiger Baustein fehlt noch. Ein positiver Impuls, der sichtbar macht, wo es gut läuft.

    Warum starten wir nicht einen einfachen Wettbewerb „Sauberster Ort des Monats“ für die ganze Stadt mit ihren Quartieren.

    Zum Beispiel der sauberste Flaschencontainer-Standort, die gepflegteste Parkbank oder der beste Sitzbereich sowie besonders ordentliche Ecken in der Innenstadt oder in den einzelnen Stadtteilen. So können überall kleine positive Beispiele entstehen.

    Bürgerinnen und Bürger könnten Orte vorschlagen, ganz einfach per Foto oder kurzer Meldung. Monatlich wird ein Gewinner ausgewählt.

    Der ausgewählte Ort erhält einen sichtbaren „Sauberkeits-Stern des Monats“. Keine große Prämie und kein aufwendiges Programm, sondern Anerkennung direkt vor Ort. Selbst wenn man das auf die gesamte Stadt mit ihren Quartieren ausweitet, reden wir vielleicht über maximal 25 Sterne. Der Aufwand ist gering, die Wirkung kann groß sein.

    Und vielleicht darf man das auch einmal spielerisch sehen: Fußballspieler tragen nach einem Weltmeistertitel stolz ihre Sterne auf dem Trikot. Warum sollten wir nicht auch unseren Orten einen kleinen Stern geben, wenn sie vorbildlich sauber und gepflegt sind?

    Denn dadurch verändert sich die Perspektive. Nicht nur die Frage, wo es dreckig ist, sondern auch, wo es vorbildlich läuft.

    Ich bin überzeugt, dass so Stolz, ein gesunder Wettbewerb und auch Nachahmung entstehen können. Genau das brauchen wir zusätzlich zu allen Maßnahmen.

    Sauberkeit ist nicht nur Aufgabe der Stadt. Sauberkeit ist eine Haltung. Und vielleicht braucht es genau jetzt wieder mehr davon, sichtbar gemacht durch ein kleines Zeichen.

    Danke!

  8. Hallo, ich finde die Idee des offenen und lösungsorientierten Austausches in der Fußgängerzone sehr begrüßenswert. Als jemand der in der Fußgängerzone seit vielen Jahren lebt, bin ich direkt betroffen. Dies fängt nicht nur beim Straßenbild an, unser Hauseingang ist regelmässig mit Zigaretten, Müll, Papier etc. versehen. Dazu kommen gelegentlich Urinpfützen, Fäkalien und Erbrochenes.

    Wenn meine Mülltonne geleert worden ist und ich sie dann nach der Arbeit wieder reinstelle, ist sie zuweilen schon bereits wieder gut gefüllt, teilweise auch mit Dingen die da überhaupt nicht rein dürfen.

    Ich glaube es ist nicht einfach eine Verbesserung zu erzielen, möchte aber ein paar Dinge mit zur Diskussion geben:

    1. Es entsteht Müll um die Bänke und Mülleimer durch das Durchwühlen der Abfalleimer auf der Suche nach Pfandflaschen. Eine schöne Idee finde ich die Pfandringe um Mülleimer, da sie Menschen, die auf das Pfand angewiesen sind auch wertschätzen und diese nicht im Müll danach suchen müssen. Dies funktioniert aber nur, wenn es wirklich angenommen wird und nicht durch Kaffeebecher, Papier etc. zugestellt wird.

    2. App der Stadt: Abfotografieren von besonders verschmutzten Stellen mit GPS Standort zur Meldung. Entsorgung veranlassen und ggf. verstärkte Kontrolle durch das Ordnungsamt an Müllschwerpunkten.

    3. Müll Patenschaften: Das jeweilige Geschäft übernimmt die Patenschaft für den Bereich in der Breite seines Geschäftes.

    4. Konsequente Kontrollen durch das Ordnungsamt und höhere Strafen.

    Ich finde es auf jeden Fall gut das das Thema Sauberkeit diskutiert wird und würde mich freuen wenn dieses Format auch in anderen Bereichen durchgeführt werden würde, z.B. Sicherheit. Die Sicherheitslage im Zentrum empfinde ich als zunehmend schlechter. Damit meine ich u.a. die zunehmende Drogenproblematik (illegaler Drogenkonsum im öffentlichen Raum, offene Spritzen etc.), des weiteren aggressives Betteln, die gefühlt zunehmenden Diebstähle und Einbrüche in den Geschäften und das teilweise regelmässige abendliche “Rumgebrülle”.

    Ich hoffe dass solche Formate einen Beitrag dazu leisten die Lebensqualität in unserem Stadtteil wieder zu verbessern.

    Liebe Grüße

    1. Hallo Madru, gerne nochmal ein Sachstandsbericht, was ich gestern morgen sehen konnte in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone. (Zu Ihrem Vorschlag, dass die Geschäfte sich um den Bereich vor ihrem Ladenlokal kümmern und Patenschaften übernehmen können. Die ich übrigens gut finde, jedoch Zweifel an der Umsetzung habe.)
      Vor einem Backshop war es herrlich sauber, frisch gekehrt. Der Müll wurde einfach dem Nachbarladen vor die Eingangstür geschoben.
      Diesen Backshop werde ich in Zukunft nicht mehr aufsuchen.

      1. Hallo Anno Nüm, das ist schon wirklich dreist, da kann ich Ihren Ärger verstehen (und den Ärger vom Nachbarladen sowieso). Einige Geschäfte in der Fußgängerzone arbeiten mit externen Reinigungsfirmen, muss dem jeweiligen Geschäft nicht unbedingt bewusst sein, wie sich da verhalten wird. Ihre Zweifel zu der Umsetzung von z.B. Patenschaften durch die Geschäfte kann ich total nachvollziehen. Es wird immer Menschen geben die zu “vermeintlich unbequemen” Änderungen nicht bereit sein werden. Viele Menschen gehen Veränderungen erst an, wenn der Leidensdruck höher als die Unbequemlichkeit ist. Vielleicht muss der Vermüllungsgrad erst so hoch werden, dass er als geschäftsschädigend wahrgenommen wird und zu weiteren Maßnahmen oder politischen Druck führt. Ich bin gespannt welche Ideen am Freitag im Rahmen dieses Formates und im Nachgang noch entstehen. Liebe Grüße

      2. Hallo Madru, der Backshopinhaber war selbst vor Ort. Daher also keine Reinigungsfirma, die es gemacht hat.

  9. zusätzlich zu allen guten Vorschlägen/Kommentaren: Ethikunterricht ab Grundschule (Ethik/Moral geht über wilden Müll hinaus)

  10. Hallo. Ich finde die Idee über die Sauberkeit in der Stadt zu sprechen sehr gut.
    Es sollte aber auch das Positive nicht vergessen werden. So möchte ich ausdrücklich auf die wunderschöne Frühlingsbepflanzung an vielen Stellen im Stadtgebiet hinweisen. Lob bewirkt sicher auch etwas.
    Mit freundlichen Grüßen
    Erika Muschkiet

  11. Ich wäre für eine Verpackungssteuer für alle To Go Betriebe in der Innenstadt.

  12. Sauberkeit ist ein hervorragendes Einstiegsthema, da sie mit anderen Faktoren zusammenhängt, die die Lebensqualität beeinträchtigen. So habe ich beispielsweise in den letzten sechs Monaten 150 € für Fahrradreparaturen ausgegeben, weil mein Fahrrad vor dem LoewenCenter abgestellt war und dort mutwillig beschädigt wurde. Allein in den letzten drei Monaten wurde mir der Scheinwerfer gestohlen und das Display des Fahrrads zerstört. Wenn die Stadt den Eindruck vermittelt, dass es niemanden interessiert, wie man sich verhält – einschließlich des Wegwerfens von Müll –, dann scheint alles akzeptabel zu sein.

  13. Beklagen möchte ich mich nicht. Ich wohne seit 5 Jahren in Bensberg, habe aber noch nie erlebt, dass im Veilchenweg ein Straßenfeger oder ein Reinigungsfahrzeug zu sehen war. Den Spielplatz reinige ich ein bis zweimal die Woche mit einer Greifzange, da ich behindert bin und mich nicht bücken kann.

    Nein, ich bin kein Rentner, aber gehe jeden Tag mit meinen Hunden und mag nicht riskieren, dass sie sich die Pfoten verletzen, da immer wieder von den Flaschencontainern zerbrochene Glassplitter bis auf die Wiesen gestreut werden.

    Letzte Woche habe ich die Wiese sogar abgesaugt, da man dort nicht fegen kann. Hausmüll steht regelmäßig am Straßenrand, da einige Mitbürger zu faul sind, die 20 Meter bis zur Mülltonne zu laufen. Das Viertel verkommt langsam aber sicher.

    Die Baumblätter verrotten ja auch von selber, den Erfolg der Maßnahme tragen wir dann täglich in die Wohnung. Aber viel schlechter kann es ja nicht mehr werden.

  14. Wir durften im November für 21 Tage durch Japan reisen. Überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In Japan gibt es – im Gegensatz zu uns in D – so gut wie k e i n e Öffentlichen Mülleimer. Dennoch ist dieses Land, was Sauberkeit betrifft und um „Lichtjahre“ voraus. Es liegt offenbar „an den Menschen“, die dieses Thema in ihrem Sinne verantwortlich behandeln. PS: Ich habe dort nicht einen einzigen (!) „Kaugummifleck“ auf den Straßen und Fußgängerzonen gesehen. Allein in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone sind mehr als es Japaner gibt zu sehen. Es kommt offenbar auf „die Gesinnung“ von „uns“ an…….

    1. Man muss dazu noch nicht mal so weit bis nach Japan oder Singapur (Kaugummi auf der Straße kann da richtig übel für den/die Verschmutzer/in ausgehen) reisen. Ein kurzer Besuch in der Schweiz reicht volkommen aus. Dort wird nach der Kehrwoche noch gefühlt 2 x feucht nachgewischt.

      Ihren Ausführungen kann man daher nur voll und ganz zustimmen. Es liegt in erster Linie an jedem einzelnen von uns. Wenn jeder denkt man kann seinen Müll einfach dort abstellen, wo man gerade steht und geht, dann wird das nichts. Ob verdreckte Fußgängerzone (und ja, die neue Flaniermeile von Bensberg sieht auch schon recht mitgenommen aus) oder die leere Energy-Drink-Dose an der KVB-Haltestelle (2 m daneben wäre der Mülleimer). Unsere Geselschaft driftet immer mehr in eine “soll sich doch jemand anderes um meinen Dreck kümmern”-Mentalität ab. Da müsste an erster Stelle angesetzt werden.

      Daneben gibt es aber eine Sache, die in der Tat von der Stadt angegangen werden sollte. Wenn es schon mal öffentliche Mülleimer in den Wohngebieten gibt, so beobachtet man häufig, dass sich Raben/Krähen an diesen zu schaffen machen und auf der Suche nach Fressbarem die Mülleimer ausräumen und eine ordentliche Sauerei drumherum hinterlassen. Hier sollte mal über Mülleimermodelle nachgedacht werden, die es den Tierchen quasi nicht erlauben alles auszuräumen. Entsprechende Modelle gibt es in anderen Städten….einfach mal schauen, was möglich ist.

      1. Man muss dazu erstaunlicherweise nicht mal in die Schweiz, sondern nur zu den richtigen Stellen in Köln fahren: Anlässlich der Klimademo habe ich vorgestern am Heumarkt auf der Stufe des Reiterstandbilds gesessen – direkt in der Kante mit dem Rücken angelehnt. Völlig geruchsfrei und picobello sauber!

    2. Die japanische Mentalität ist ja eine vollkommen andere und begünstigt dies natürlich. Das sich das der Einzelne mit seinen persönlichen Interessen dem Wohl der Gemeinschaft unterordnet ist ja das genaue Gegenteil von dem was bei uns gelebt wird. Bei uns muss sich die Gesellschaft mit ihren Belangen ja deb individuellen Bedürfnissen unterordnen Was ja in den letzten Jahren immer absurdere Blüten treibt. Zur Rechtfertigung wird dann in der Regel der Schutz von Minderheiten bzw die Vermeidung der subjektiv empfundenen Diskriminierung selbiger bemüht.

      Diese ist natürlich richtig und wichtig aber hat meiner Meinung nach auch Grenzen. Wenn Minderheiten konstruiert werden z.B. durch die Definition von 27 verschiedenen Geschlechtern die sich dann alle subjektiv auf für die Mehrheit nicht nachvollziehbare Art und Weise diskriminiert fühlen muss man deren individuellen Bedürfnissen nicht nachgeben denn dies hat Auswirkungen auf eine Gesellschaft die für selbige nicht gut sind. “Übertriebene Toleranz offenbart die Zweifel am eigenen Ideal” hat glaube ich schon Nietzsche gesagt und den Nagel damit auf den Kopf getroffen

  15. Leider kann ich beim offenen Bürgerdialog, den ich übrigens für eine ganz tolle Idee halte, nicht anwesend sein.
    Daher von mir hier eine Frage:
    Der Parkplatz im Strundepark, bzw die Einkaufswagenunterstände, vermüllen immer mehr. Durch liegengelassene Kassenbons, Papier und sogar Tüten mit Windeln und sonstigem Müll.
    Warum?
    Dort wurden sämtliche Mülleimer ABMONTIERT.
    Auf meine Nachfrage, beim Leiter des Aldi, erhielt ich als Antwort:
    Der Parkplatz ist vermietet, der Mieter hatte keine Lust mehr die Mülleimer, die von manchen Leuten mit ihrem Haushaltsmüll vollgestopft wurden, zeitweise mehrmals täglich leeren zu lassen.
    Daher würde die Mülleimer entfernt.
    Eine interessante Vorgehensweise, finden Sie nicht auch?
    (Aber bitte nicht auf weitere Stellen der Stadt, wie die Fußgängerzone, übertragen. )

    1. @Berenike
      Aber genau diese Vorgehensweise würde ich insbesondere! für die Fussgängerzone vorschlagen!
      –> Bitte sämtliche ekelerregenden Mülltonnen mitsamt den Aschenbechern neben den Sitzgelegenheiten abbauen!
      –> Alle Geschäfte dort, die Ess- und Trinkbares verkaufen, dazu verdonnern, an ihrem Eingang/Ausgang eine ausreichend große Mülltonne und Aschenbecher für ihre Kundschaft aufzustellen.
      Die Geschäftsleute werden, denke ich, schon ein Auge darauf haben, dass ihr “Entree” nicht allzusehr verdreckt!

      1. Hallo Ulla, ich könnte mir (leider) vorstellen, dass das nicht zutrifft. Gestern Nachmittag war es in der Innenstadt total verdreckt. Die Händler und Imbiss-/Cafes-/Eisdielenbetreiben hätten durchaus die Möglichkeit gehabt an den Eingängen zusätzliche Müllbehälter aufzustellen. Gesehen habe ich keinen.

        Es scheint sogar Imbiss- und Restaurantbetreiber zu geben, die ihren Müll jeden Tag über die Behälter in der Fußgängerzone zu entsorgen. In der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße stehen Mülltüten mit Imbissabfall zumindest immer neben den Müllbehältern. Warum der Abfallwirtschaftsbetrieb da nichts machen kann oder will ist mir ein Rätsel.

      2. Eben, und wenn es die städtischen Mülltonnen dort nicht gäbe, könnten die ihren Gewerbemüll dort auch nicht mehr (so einfach) entsorgen!

        Warum sollen die Bürger/ die Stadt für die Entsorgung von Gewerbe-Abfall aufkommen?

        Wenn Gewerbetreibende ihren Müll überall verteilen, besagt das doch nur, dass die zu wenige Mülltonnen vorhalten. Das sollte man mal überprüfen und denen mehr Mülltonnen aufs Auge drücken.

        Ebenso sollten die Restaurants und Gaststätten per Beleg nachweisen müssen, dass die ihr Altglas beim Gewerbehof abgegeben haben und nicht regelmässig die Glascontainer zum Überquellen bringen.

        U.a. an solchen Punkten hätte die Stadt sparen und ihren Rotstift ansetzen sollen, anstatt, wie wir jetzt von AfD mit CDU beschert bekommen haben, Stellen zu streichen und einen, erwiesenermaßen unsinnigen, starren Personalkostendeckel zu fordern.

        Personal ist knapp und wir werden davon noch viel brauchen, nicht nur, um die Stadt/Bevölkerung gegen Klimaveränderungen zu schützen sondern diese auch auf Kriegshandlungen vorzubereiten (Bevölkerungsschutz, Organisation Selbstschutz/Hilfe durch die Zivilbevölkerung in Kriegszeiten u.s.w.)

      3. Hallo Ulla, warum so aggressiv in der Tonlage (so empfinde ich es zumindest). Ich habe doch nur die Situation beschrieben.
        Und befürchte, dass es bei Wegfall der Mülltonnen noch viel dreckiger in unserer Stadt wird.
        Von mir aus könnten wir in Bergisch Gladbach auf Einweggeschirr eine Gebühr erheben (Aufnahme in die städtische Satzung) und auch die Einhaltung durch das Ordnungsamt überprüfen bzw die Mißachtung mit einem Verwarngeld ahnden.

      4. Sorry dafür, aber das was Sie jetzt vorgeschlagen haben, haben wir das nicht bereits?
        Außerdem ist das m. E. viel zu “minimalinvasiv” und bringt doch auch nichts. Alles was zur Zt. in Tüten, Flaschen, Dosen, Folien, Kartons usw. aus den Geschäften/Lokalen herausgetragen wird soll auf Einweggeschirr den Laden verlassen? Und dazu soll auch noch (knappes) städtisches Personal abgestellt werden, dass das (rund um die Uhr) kontrolliert?

        Außerdem fallen die Mülltonnen, wie von mir vorgeschlagen, ja nicht weg sondern stehen vor den Geschäften, dort wo sie meiner Meinung nach auch hin gehören.

      5. Hallo Ulla,
        Ich verstehe Deinen Punkt. Aber die Kunden der Imbisse bleiben ja nicht beim Imbiss, sondern laufen weiter. Und irgendwann müssen sie den Müll los werden. Dafür laufen sie ja nicht zurück.
        Es ist wirklich schwierig. Man möchte nicht neben stinkenden Müll sitzen. Aber man möchte ihn auch nicht ewig durch die Gegend tragen. Die,Frage ist: ist dieser ganze “to Go” Verpackungsmüll wirklich nötig? Ich finde nicht.

    2. Ich frage mich immer, warum wir nicht schaffen, was in anderen Ländern üblich ist. In Japan gibt es fast gar keine öffentlichen Mülltonnen. Folglich müsste man sich dort vor vermüllten Straßen kaum noch retten können, aber das absolute Gegenteil ist der Fall. Alles ist sauber.

      Es ist eine Erziehungssache. In unseren Köpfen hat sich festgesetzt, dass “irgendwer” den Müll schon wegräumen wird.

      Um wieder auf Japan zurückzukommen: Dort putzen die Schüler die Klasse nach dem Unterricht. Und lernen dabei die Lektion, dass jeder für seinen Müll selbst verantwortlich ist.

      1. Ich gebe Ihnen gerne Recht.
        Es ist alles eine Sache der Erziehung, vom Elternhaus aus.
        Wenn man in deren Genuss gekommen ist, nimmt man seinen Müll ganz selbstverständlich wieder mit, wenn man keinen Mülleimer findet.
        Entweder bis zum nächsten oder notfalls auch bis nach Hause. Ich käme garnicht auf die Idee, irgendwo irgendwas hinzuwerfen. Weder in der Stadt noch in der freien Natur.
        Und ich bin da wohl nicht der einzige, der so denkt und so erzogen wurde. ( Dafür bin ich meinen familiären und sozialen Umfeld sehr dankbar ❤️)

      2. Es stimmt , es ist ein Frage der Erziehung, die wird seitens der Eltern aber gern an Kita und Schule übertragen. Allein diese Institutionen können das aufgrund von knappem Personal gar nicht alles leisten, wenn die Eltern zuhause nicht mitziehen.
        Ich arbeite selbst an Schulen und habe oft den Eindruck, das alles was wir den Schülern in mühevoller Arbeit beigebracht haben, spätestens nach den großen Ferien wieder verloren gegangen ist.
        Nur ein Beispiel: An einer Schule werden regelmäßig die Schülertoiletten so zerstört, das ein Toilettengang gar nicht mehr möglich ist, dann werden kostspielige Container aufgestellt und die Schüler müssen den Schlüssel vor jedem Toilettengang im Sekretariat abholen.

        Eine Initiative der Lehrer, das die Schüler selbst die Verantwortung für die Toiletten übernehmen und ein Toilettendienst der zum Einen aufpasst, zum Anderen aber auch Verantwortlich für den Zustand der Toiletten ist, wurde seitens der Eltern sofort vehement abgelehnt.
        Selbst das Fegen des Klassenraums nach dem Unterricht scheitert an den Eltern. Da ginge ja zu viel kostbare Unterrichtszeit verloren, dabei ist das doch der sinnvollste Unterricht des ganzen Tages, an dem sich auch jeder Schüler beteiligen muss und nicht nur seine Zeit in der Schule abhängt um Freunde zu treffen und Unfug zu planen.