Die Linie 1 der KVB ist für Pendler:innen eine wichtige Alternative zur S 11. Aber auch sie ist von Einschränkungen betroffen. Foto: Thomas Merkenich

Die Fraktionen von SPD und Grünen im Stadtrat nehmen die Ausfälle bei der S11 und der KVB zum Anlass, beim Kreis Rhein-Berg und der Stadt Köln auf eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs zu drängen. Bergisch Gladbach selbst solle 200.000 Euro reservieren, um flexibel auf Probleme reagieren zu können. Das könne mit einer maßvollen Erhöhung der Parkgebühren finanziert werden.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung von SPD und Grünen

Die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Bergisch Gladbach setzen sich mit einem gemeinsamen Antrag für einen leistungsfähigen und bedarfsgerechten öffentlichen Nahverkehr zwischen Bergisch Gladbach und Köln ein – insbesondere während der Ausfallzeiten der S11 sowie der Linie 1 der KVB.

Ziel des Antrags ist es, die Mobilität für tausende Pendlerinnen und Pendler auch in Zeiten von Sperrungen zuverlässig sicherzustellen und gleichzeitig die Grundlage für eine bessere Steuerung künftiger Maßnahmen zu schaffen.

„Die Verbindung zwischen Bergisch Gladbach und Köln ist eine der wichtigsten Pendlerachsen in der Region. Wenn S11 oder Linie 1 ausfallen, braucht es mehr als nur Standardlösungen. Wir wollen genau hinschauen, wie sich Pendlerströme verändern, und darauf aufbauend gezielt nachsteuern“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Klaus W. Waldschmidt (SPD) und Theresia Meinhardt (Bündnis 90/Die Grünen).

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Konkret fordert der Antrag den Rheinisch-Bergischen Kreis und die Stadt Köln auf, gemeinsam für ein bedarfsgerechtes ÖPNV-Angebot zu sorgen.

Gleichzeitig soll die Verwaltung zusammen mit dem Kreis systematisch untersuchen, wie sich Pendlerströme während der Sperrzeiten verlagern. Auf dieser Basis sollen bei erkennbaren Engpässen konkrete Maßnahmen entwickelt werden – etwa zusätzliche Busfahrten in Stoßzeiten, eine Ausweitung des Angebots beim SB40 oder die Einrichtung direkter Schnellbusverbindungen zum Kölner Hauptbahnhof.

200.000 Euro bereitstellen

Ein zentraler Bestandteil des Antrags ist die Bereitstellung von 200.000 Euro im Haushalt 2026, versehen mit einem Sperrvermerk. Diese Mittel sollen gezielt dann eingesetzt werden, wenn die Analyse zeigt, wo konkrete zusätzliche Bedarfe entstehen. So wird sichergestellt, dass finanzielle Ressourcen effizient und passgenau verwendet werden.

„Uns ist wichtig, nicht ins Blaue hinein Maßnahmen zu beschließen, sondern auf Grundlage echter Daten zu handeln. So können wir flexibel reagieren und das Angebot dort verstärken, wo es wirklich gebraucht wird“, so Waldschmidt und Meinhardt weiter.

Maßvolle Anpassung der Parkgebühren

Die Gegenfinanzierung soll durch eine maßvolle Anpassung der Parkgebühren erfolgen. Damit verbinden SPD und Grüne eine klare verkehrspolitische Zielsetzung: den öffentlichen Nahverkehr zu stärken und gleichzeitig Anreize für den Umstieg vom Auto zu schaffen.

Hintergrund des Antrags sind die erheblichen Einschränkungen durch die Ausfälle der S11 und der KVB-Linie 1. Ohne zusätzliche Maßnahmen drohen Überlastungen im bestehenden Netz, längere Fahrzeiten sowie ein verstärkter Umstieg auf den Individualverkehr – mit entsprechenden Folgen für Verkehr und Umwelt.

Mit ihrem Antrag kombinieren SPD und Grüne kurzfristige Verbesserungen mit einem langfristig angelegten, datengestützten Ansatz, um den ÖPNV in der Region resilienter und leistungsfähiger zu machen.

Dokumentation

Hier werden gemeinsame Pressemitteilung von Bündnis 90 / Die Grünen und der SPD in Bergisch Gladbach veröffentlicht.

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  1. Mehr Autos= mehr Stau
    Stimmt die Gleichung? Wenn jeder alleine in seinem “verlängerten Wohnzimmer” sitzt, wird der Stau nicht kürzer.
    Lösung: Einzelfahrerabgabe oder Belohnung für voll besetztes Auto!
    Wie das gehen soll? Mautstationen

  2. Grundsätzlich gute Idee…aber warum erst jetzt?
    Die monatelange Sperrung der S11 ist seit mindestens einem Jahr bekannt. Wie sich Pendlerströme verändern und wo zusätzliche Ersatz-Angebote benötigt werden, sollte von früheren Ausfallzeiten bekannt sein – das muss nicht erst zeitaufwendig untersucht werden.

    Die Vorschläge liegen auf dem Tisch: Ersatzbusse nach Mülheim im 5-Minuten-Takt, zusätzliche Busse nach Thielenbruch/ Dellbrück und Refrath. Mit 200.000 Euro kommt man da nicht weit – und vor allem müssen die Busse + Fahrer:innen frühzeitig organisiert werden.

    Eine weitere Option ist der Ausbau der Radweg-Verbindungen nach Thielenbruch und Refrath. Auch das ist nicht über Nacht getan, wäre aber mit vertretbarem Aufwand möglich bis zur nächsten Sperrung (2027?).

  3. Es ist wirklich unglaublich, was sich manche Bürger erlauben.
    Aber die Strafen für illegale Müllentsorgung sind zugering.
    Vieles muss nachdrücklicher verfolgt werden.
    Auch das weit verbreitete Rasen auf Gladbachs Straßen.
    Selbst der teure Sprint bringt keine fühlbare Veränderung.
    Das sollen alle subventionieren.

    1. Die Grünen waren bis letztes Jahr mit der CDU zusammen im Kreis in der Regierung. Überparteilich wurden die Kürzungen noch mit dem alten Kreistag beschlossen, auch im ÖPNV. Jetzt plötzlich dagegen zu sein, weil man in der Opposition ist, ist schlicht schizophren. Die Alternative wäre eine starke Erhöhung der Kreisumlage. Also eine Grundsteuererhöhung in Bergisch Gladbach, die dann alle betrifft. Mieter und Eigentümer

  4. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es zum Lachen!
    Das Thema S11 Ausbau treibt uns seit Jahrzehnten um. Jetzt,, wo nichts mehr geht, kommen Ideen zur Verbesserung reichlich spät.
    Hatte nicht gerade erst der Kreis beschloßen beim ÖPNV zu sparen und Verbindungen einzustellen? Jetzt kommt die SPD und die Grünen auf die Idee dieses wieder auszuweiten. Die Krönung ist, es mal wieder den Autofahrer bezahlen zu lassen. Es braucht ein gesamt städtisches Konzept für die Mobilität und nicht einzelne Massnahmen hier und da. Das gibt einen Flickenteppich ohne Aussicht auf Erfolg.

    1. Die Grünen muss man in diesem Fall rausnehmen, die hatten die Kürzung im Kreis nicht mitbeschlossen. Die SPD aber sehr wohl.

    2. Die Parkgebühren in GL sind ein Witz + seit “Ewigkeiten” (wer weiß es genauer?) nicht angepasst worden. Angesichts der allgemeinen Inflation und der laufenden Verkehrswende ist eine Erhöhung wirklich überfällig!
      Dass die Einnahmen nicht ausreichen (würden), um guten ÖPNV zu finanzieren, steht auf einem anderen Blatt.

  5. S-Bahn-Ausfälle für längere Zeit derzeit und demnächst noch länger. Die Ersatzbusse sind teilweise überfüllt und die Fahrzeit nach Köln verlängert sich erheblich. Nicht gut. Die Autofahrer, die in Bergisch Gladbach bleiben und hier mit ihren Einkäufen den Handel unterstützen, sollen deswegen höhere Parkgebühren zahlen. “Finde den Fehler!” – SPD und Grüne

  6. Wir brauchen dringend einen Schnell‑ oder Express‑Bus von Bergisch Gladbach nach Refrath – oder noch besser direkt zum Kölner HBF.
    Die Busse nach Refrath sind bis zum Anschlag voll, während die Ersatzbusse nach Mülheim relativ leer sind und der Bus nach Dellbrück auch nur mäßig belegt. Ein Vergleich zeigt: Die kleinen Busse nach Refrath sind extrem überlastet, die anderen Linien sind dagegen fast „unterbelegt“.
    Die Straßenbahn 1 ist hin und zurück gnadenlos überfüllt für mich bleibt sie aber trotzdem die schnellste Variante, weil ich Richtung Neumarkt muss. Über Mülheim lohnt sich der Weg nicht: In den Stoßzeiten braucht man dort teilweise eine Stunde und länger und landet dann nur in Mülheim, statt direkt in Köln HBF zu sein. Für viele Pendler bringt das nichts.