Beim Handy-Experiment verzichteten die Siebtklässler drei Wochen auf ihr Handy. Nun müssen sie es auf dem Schulgelände dauerhaft abschalten. Fotos: Redaktion

Künftig müssen Schülerinnen und Schüler des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums ihre Handys und Smartwatches ausgeschaltet in einer magnetisch verschließbaren Tasche aufbewahren. Erst nach Unterrichtsschluss können sie sie an den Ausgängen des Schulgebäudes wieder in Betrieb nehmen. Weitere Schulen in Bergisch Gladbach planen ähnliche Regelungen.

Das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium (NCG) wird zur smartphonefreien Schule: Die Schulkonferenz hat im Juni beschlossen, ab diesem Schuljahr magnetisch verschließbare Handytaschen verbindlich einzuführen. Diese sollen dazu beitragen, dass die Schüler:innen mehr handyfreie Zeit haben – zumindest auf dem Schulgelände. 

„Wir sind stolz darauf, dass sich die gesamte Schulgemeinschaft auf diese Maßnahme einigen konnte“, so Holger Stawitz, Lehrer am NCG, der das Projekt „Handypause“ mit initiiert hat. Los geht es am kommenden Montag, 14. September. Dann werden die Handytaschen an die Schüler:innen ausgehändigt. 

Es handelt sich dabei um verschließbare Taschen, in denen die ausgeschalteten Smartphones und Smartwatches zu Beginn des Schultags verstaut werden. Die Taschen schirmen Mobilfunksignale ab. Die Geräte bleiben dort bis zum Ende des Schultages in den Taschen der Schüler:innen. Entsperren können sie sie über spezielle Magnete, die an den Ausgängen des Schulgeländes installiert sind. 

Die negativen Folgen der digitalen Medien

Smartphones und soziale Netzwerke gehören fest zum Alltag von Jugendlichen und Kindern. Sie sind praktische Begleiter im Alltag, haben aber auch viele negative Auswirkungen auf den Schulalltag, etwa auf Konzentration und Aufmerksamkeit, fördern Suchtverhalten und Cybermobbing. 

Während Länder wie Frankreich, die Niederlande oder Australien die Geräte aus Schulen verbannen, entscheidet in NRW jede Schule selbst darüber, ob und in welchem Umfang Kinder und Jugendliche Handys nutzen dürfen.

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Am NCG war es bislang so geregelt, dass Smartphones während der Schulzeit ausgeschaltet in der Tasche bleiben mussten. Mit den Handytaschen soll diese Regelung erweitert werden. 

Smartphones und Smartwatches müssen auf dem gesamten Schulgelände verschlossen in der Handytasche aufbewahrt werden. Ohne diese Tasche dürfen Schüler:innen die Geräte nicht mehr mit zur Schule bringen. Diese werden von der Schule bestellt und von den Eltern für 17,50 Euro gekauft. Die Schule hat sich für einen deutschen Anbieter entschieden, der die Taschen in der Nähe von Bonn herstellt. 

Teilnahme an einem Experiment

Die Schule erhofft sich mit der Einführung der „Handypause“ den sozialen Austausch zu fördern und einen konzentrierteren, fokussierteren und aktiveren Schulalltag – inklusive Pausengestaltung. 

Holger Stawitz und seine Kollegin Verena Soworka hatten mit einer 7. Klasse des NCG im März an einem wissenschaftlichen Experiment teilgenommen: Dabei verzichteten die Schüler:innen drei Wochen lang auf ihr Smartphone, um festzustellen, wie sich reduzierte Bildschirmzeit und der Verzicht auf soziale Medien auf Stimmung, Schlaf und psychische Gesundheit der Jugendlichen auswirken. Auch Schüler:innen des Otto-Hahn-Gymnasiums hatten mitgemacht.

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Im Anschluss berichteten die Teilnehmer:innen von anfänglichen Entzugserscheinungen, aber auch davon, dass sie sich besser konzentrieren, besser schlafen und lernen konnten und mehr Zeit mit Freunden, beim Sport oder draußen verbracht hätten.

Für das NCG ist die Einführung der Handytaschen eine logische Konsequenz aus dem Experiment. Aktuelle, wissenschaftliche Studien hätten die negativen Effekte einer intensiven Smartphone-Nutzung und von sozialen Netzwerken belegt, begründet die Schule die Einführung der neuen Regelung. Viele Jugendliche würden demnach gern ihre Bildschirmzeit und ihre Zeit in sozialen Netzwerken reduzieren, schaffen es aber nicht allein. (Quelle: Jugendstudie)

Genau dort setzt das NCG an und möchte die Schüler:innen dabei unterstützen, wieder mehr Zeit in der realen Welt zu verbringen. Weitere Schulen in Bergisch Gladbach – darunter die Otto-Hahn-Realschule – planen die Einführung ähnlicher Systeme, um den Schulalltag handyfrei zu gestalten

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Handy in Taschen und 5 Stunden Handyfrei ist gut. Aber SmartWatch? Da muss nun auch eine weitere Uhr gekauft werden, damit der Schüler oder die Schülerin sieht, wie lange die Stunde ist. Das erscheint über’s Ziel hinaus zu gehen, jedenfalls bei Oberstufenschülern, denen wohl auch der Oberstufenraum genommen wurde (Baustelle).