Lichterketten, Kerzen und rustikale Möbel sorgen für gemütliche Atmosphäre im "La Fornace". Fotos: Redaktion

Rustikaler Charme und italienische Klassiker: Kurz hinter der Bergisch Gladbacher Stadtgrenze liegt das italienische Restaurant „La Fornace“ am Ortseingang von Voiswinkel. Der Besuch ist nicht nur ein kulinarisches, sondern auch ein unterhaltsames Erlebnis. Pizza und überbackene Gerichte kommen frisch aus dem Holzofen.

Es ist ein verregneter Dienstagabend, kurz nach acht, als wir die Treppenstufen zum Restaurant „La Fornace“ hinaufgehen. Ich bin mit meinen Freundinnen Lisa und Lisi verabredet. Schnell rein ins Trockene und Warme. Reserviert haben wir vorher nicht, sollte unter der Woche nicht nötig sein, denken wir.

„Habt ihr noch einen Tisch für drei?“, fragt Lisi eher rhetorisch, als wir den Vorraum mit der langen Theke betreten. „Leider nein“, sagt ein Kellner, zieht mit zerknirschtem Gesichtsausdruck die Schultern hoch und blickt auf die Uhr. „Wir schließen um neun.“ 

Gerade wollen wir uns umdrehen und gehen, als er anfängt zu lachen und mit einladender Bewegung die Tür zum Gastraum öffnet. Wir lachen ebenfalls, als wir begreifen, dass wir auf seinen Scherz hereingefallen sind. 

Gemütlich und rustikal

Viele Tische sind besetzt, aber wir haben trotzdem noch eine große Auswahl an freien Plätzen. Der Gastraum ist riesig – und trotzdem gemütlich. Die Kerzen und zahlreichen Lichterketten muten fast schon weihnachtlich an. Pflanzen und ein großes Weinfass dienen als Raumteiler. Holzbalken an der Decke und die dunkelbraunen Holzstühle und Tische sorgen für rustikales Flair. 

Optisches und olfaktorische Highlight ist der Holzofen, der für alle einsehbar im Gastraum steht. Er verbreitet wohlige Wärme und den Duft nach frischgebackener Pizza. Seinen Namen „La Fornace“ (italienisch für „Ofen“) lebt das Restaurant. 

Für Lisi steht schon vor einem Blick auf die sehr umfangreiche Speisekarte fest: „Ich esse Lasagne, wie beim letzten Mal hier.“ Lisa und ich brauchen etwas Zeit, um uns zu entscheiden. Die Tageskarte, die der Kellner auf einer Staffelei vor unserem Tisch platziert, macht die Auswahl nicht leichter.

Die Qual der Wahl

Neben Suppen (beispielsweise Minestrone, 6,90 Euro oder Fischsuppe, 15,90 Euro) und Salaten (unter anderem Insalata Mista, 8,90 Euro oder Caprese 9,50 Euro) stehen zahlreiche warme und kalte Vorspeisen auf der Karte. Darunter finden sich Klassiker wie Vitello Tonnato (dünn aufgeschnittenes Kalbfleisch mit Thunfischsoße, 13,50 Euro) oder Bruschetta (8 Euro). Wir entscheiden uns für einen vegetarischen Vorspeisenteller (15,90 Euro), den wir uns teilen.

Der Service ist flott und freundlich, die Kellner sind gut gelaunt und witzig. Kaum haben wir Getränke und Essen bestellt, steht ein Brotkorb mit Ciabatta-Scheiben und zwei Schälchen mit Oliven und einer cremigen Kräuterbutter vor uns. 

Weiter geht es kurze Zeit später mit unseren vegetarischen Antipasti: Marinierte Champignons, getrocknete Tomaten, hauchdünne gebratene Zucchini- und Auberginen-Streifen, Tomate-Mozzarella-Basilikum, Artischocken, Paprika, etwas Salat – es ist von allem etwas dabei. „Köstlich“ lautet unser knappes Urteil.

Goldbraune Käseschicht

Nach diesem Einstand kommen unsere Hauptgerichte. Lisi ist – wieder einmal – sehr zufrieden mit ihrer Lasagna al forno, die mit brutzelnder, goldbrauner Käseschicht direkt aus dem Holzofen serviert wird. Die Schichten aus Nudeln und Hackfleisch sind in einer saftig-fruchtigen Tomatensoße eingebettet.

Lisa hat Tagliatelle mit frischen Pfifferlingen und Cherrytomaten (19,50 Euro) von der Tageskarte bestellt. Die Tagliatelle beschreibt sie als „al dente und genau richtig“, die Pfifferlinge als „frisch und bissfest“, die Soße als „gut gewürzt“. 

Meine Pizza Vegetaria (mit Brokkoli, Champignons, Spinat und Paprika, 14,50 Euro) ist riesig, der dicke und knusprige Teigrand ragt etwas über den Tellerrand hinaus.

Eigentlich bin ich eher Typ Pasta als Typ Pizza. Aber im „La Fornace“ ist die Pizza für mich perfekt: Ich ordere sie mit Mozzarella (statt mit Gouda) und die Käse-Menge ist genau richtig, so dass sie eine zarte Kruste bildet, aber das Gemüse darunter nicht ertrinkt.

Zu satt für Dessert

Wir hatten uns fest vorgenommen, mindestens ein Dessert auszuprobieren. Aber wir sind einfach zu satt. Aber vermutlich hätten wir uns nur schwer entscheiden können – zwischen Zabaione (8,50 Euro), Tiramisu (7,50 Euro), Panna Cotta (6 Euro) oder Tartufo (7,50 Euro).

La Fornace
Odenthaler Straße 44
51519 Odenthal (Voiswinkel)
02202/ 70255
Internetseite
Öffnungszeiten: Mo-Sa 17-22.30 Uhr
So u. Feiertage 12-21.30 Uhr

Zum Restaurant führen mehrere Treppenstufen hinauf, ist also nicht barrierefrei zu erreichen. In der warmen Jahreszeit ist die Gartenterrasse mit weiteren 75 Plätzen geöffnet.

Sehr kinderfreundlich

Ein großes Stück Pizza lasse ich mir einpacken – zur Freude meines Mannes, der die Pizza des „La Fornace“ liebt. Wir waren auch schon einige Male mit unseren Kindern hier essen. 

Sie sind sehr spezielle Esserinnen. Aber Spezialwünsche wie „Spaghetti mit Butter und Parmesan“ oder „Pizza Thunfisch mit ganz wenig Käse“ wurden immer zufriedenstellend umgesetzt. Es gibt auch eine Kinderkarte mit einigen Klassikern in kleinerer Portionsgröße (etwa Spaghetti Napoli oder Pizza Margherita, je 5 Euro).

Als wir gehen, werfe ich einen Blick auf den Holzofen. Schon ist der Kellner zur Stelle und bittet mich hinter die Theke. „Keine Angst, der tut nichts“, sagt er lachend und deutet mit dem Kopf auf den Pizzabäcker, der hinter der Theke sitzt und Feierabend hat. Wir gehören zu den letzten Gästen im Restaurant. 

Der Pizzabäcker öffnet die Ofenklappe und ich schaue direkt in die noch glimmende Glut. „Pass auf, dass du nicht wie die Hexe bei Hänsel und Gretel endest“, witzelt Lisa. „Nein, nein, der Ofen ist nicht einmal mehr heiß genug, um Pizza zu backen“, erklärt der Fachmann.

Ich lande also nicht im Feuer, wir bezahlen und verabschieden uns. Aus dem wohlig-warmen Ofen hinaus zurück in den Nieselregen.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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