Eigentlich könnte Franz Wagner mit seiner Fachhochschule der Deutschen Wirtschaft sehr zufrieden sein. Zwar musste der Präsident der FHDW nach ein paar personellen Problemen wieder die Führung der Gladbacher Niederlassung selbst in die Hand nehmen – aber sie wächst dynamisch.

Genau hier liegt das Problem. Spätestens mit der Aufnahme des ersten Masterstudienganges platzt die Hochschule aus allen Nähten, die 1996 etwas abgelegen in Gronau (siehe Karte unten) bezogenen Gebäude reichen nicht mehr aus. Zu den fast 600 Bachelor-Studenten kommen in den nächsten Jahren bis zu 150 Master-Aspiranten hinzu.

Daher hegt Wagner große Ausbaupläne – und würde das Gelände insgesamt gerne zu einem echten Campus aufwerten. Die geplante Entwicklung der alten Wachendorff-Papierfabrik zu einem großen Kreativzentrum ebenfalls in Gronau könnte seine Pläne beflügeln, aber das wird noch eine Weile dauern.

Die Politik spielt nicht mit

Daher wünscht sich Wagner mehr Unterstützung der Politik in Bergisch Gladbach für seine Einrichtung. Im Vorfeld des heutigen Tages der offenen Tür (ab 10 Uhr, hier das Programm) zeigt er sich im Interview mit dem KSTA irritiert, dass die Stadt ihre Rolle als Hochschulstandort nicht an- und wahrnimmt. Wagner:

“Es wäre schade, wenn sich Bergisch Gladbach nicht als Hochschulstandort versteht. Denn in der Industrie und bei den Unternehmen genießt die FHDW einen ausgezeichneten Ruf. Aber in der Stadt selbst werden wir nicht genügend wahrgenommen. Daran müssen wir arbeiten. Der Trend bei den Hochschulen geht eindeutig in Richtung der Vernetzung von Lehre und Praxis. Das bedeutet, dass wir nicht nur ausbilden, sondern dass sich Unternehmen ganz gezielt im Umfeld der Hochschule ansiedeln, um sowohl die Ausbildung als auch das Know-how zu nutzen.”

Bekenntnis zum Standort

Derzeit verhandelt Wagner mit der Stadtverwaltung über den Ausbau der Hochschule – was offenbar noch nicht ganz in seinem Sinne läuft. Spekulationen, er setzte die Stadt mit der Drohung unter Druck, unter Umständen auch wegzuziehen, dementiert er indirekt. Mit der “Aufnahme der Master-Studiengänge am augenblicklichen Standort” belege die FHDW eindeutig ihr Bekenntnis zu Bergisch Gladbach.

Tag der Offenen Tür

Damit die Hochschule besser in der Stadt integiert wird veranstaltet sie am heutigen Samstag einen Tag der offnen Tür. Er freue sich “über jeden Besucher”, betont Wagner.

Weitere Informationen:
Programm des Tages der offenen Tür
Website der FHDW in Bergisch Gladbach
FHDW denkt über Umzug nach, Beitrag vom 18.3.2010
Alle Beiträge über die FHDW

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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