Soviel ist richtig:  Wer in Bergisch Gladbach zu den Besserverdienenden (> 80.000 € Bruttojahreseinkommen) gehört und zwei Kinder hat muss pro Jahr 2340 Euro Beitrag für den Kindergarten zahlen.

Damit liegen wir auf Platz 91 der 100 größten Städte Deutschlands.

Die Daten stammen aus dem Kindergartenmonitor, den die Initiative Neue
Soziale Marktwirtschaft (INSM) und die Zeitschrift Eltern erstellt haben.

Auf diesen Punkt hebt auch die Bergische Landeszeitung ab, die einen etwas betretenen Stadtsprecher zititiert. Martin Rölen:

„Die Zahlen stimmen. Aber der Nothaushalt macht es unmöglich, die Beiträge zu subventionieren. Wir müssen 19 Prozent Eigenanteil einziehen und das muss man halt irgendwie verteilen.“

Tatsächlich ist die Lage aber gar nicht so schlimm, wenn man sich die Daten etwas differenzierter ansieht.

So kommt Bergisch Gladbach bei den Höherverdienenden

  • mit einem Kind und 1560 € Beitrag “nur” auf Rang 56 der günstigsten Städte,
  • mit zwei Kindern 2340 E, das ist Platz 91.

Bei den Normalverdienern (> 45.000 € Bruttojahreseinkommen) zahlen Eltern

  • mit einem Kind 840 €, Platz 53
  • mit zwei Kindern 1260 €, Platz 76

Niedrigverdiener (< 20.000 € Bruttojahreseinkommen) sind in Bergisch Gladbach vollständig vom Kindergartenbeitrag befreit – was vom Monitor jedoch nicht erfasst wird.

Kritisch merkt der Kindergartenmonitor an, dass in Bergisch Gladbach das aus pädagogischen Gründen sehr wichtige letzte Kindergartenjahr vor dem Schuleintritt nicht beitragsfrei gestellt ist.

Vor zwei Jahren hatte Bergisch Gladbach noch etwas besser abgeschnitten. Das liegt nicht an einer Erhöhung unserer Beiträge, sondern einer Senkung in vielen anderen Städten.

Zum Beispiel Düsseldorf: hier wurden die Beiträge auf Null gesenkt, in allen Einkommensschichten. Damit führt die Landeshauptstadt alle Tabellen (gemeinsam mit ein paar anderen gebührenfreien Städten) an.

Weitere Informationen:

Wie ist Ihre Meinung? Sind die Kindergartengebühren in Bergisch Gladbach zu hoch? Entspricht die Betreuungsqualität in den Kindergärten dem hohen Preis? Bitte nutzen Sie das Kommentarfeld unten.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Durch die Erhöhung der Elternbeiträge von teilweise mehr als 60% ab 2011 sowie die im Vergleich zu anderen Städten und Kommunen hohen Beiträge für Geschwisterkinder bildet Bergisch Gladbach die rote Laterne im Vergleich der Elterbeiträge für die Kinderbetreuung.

    Diese politische Entscheidung verhindet die propagierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In den betroffenen Familien sind in der Regel beide Elternteile berufstätig oder selbständig und benötigen dadurch die Betreuungszeiten.

    Für junge Familien wird Bergisch Gladbach zunehmend uninteressant.