Jeder Leser kennt das Problem: einerseits kann man immer ein neues Buch gebrauchen, andererseit hat man schon viel zu viele Bücher. Eine wenig Abhilfe kann ein so genannter “Offener Bücherschrank” bieten: ein Bücherschrank mitten im öffentlichen Raum, für jeden zugänglich, für jeden offen. Mann nimmt ein Buch heraus, man stellt ein Buch herein – wunderbar. Und richtig perfekt wird das ganze, wenn es auch noch künstlerisch ansprechend gestaltet wird. Ein ständiges Kunst- und Kulturereignis.

Der erste offenen Bücherschränke wurden Ende der 1990er Jahre als „kostenlose Freiluft-Bibliothek“ in Darmstadt und Hannover (Foto) realisiert. 2002 wurde eine solche Idee im Rahmen eines Wettbewerbes der Bürgerstiftugn Bonn prämiert wurde – und fand seither zahlreiche Nachahmer.

Genau solch einen offenen Schrank soll nun auch Bergisch Gladbach erhalten. Auf Initiative von David Roth, dem Juniorchef des Bestattungshauses Pütz-Roth, wird am 16. September vor dem Rathaus ein solcher Schrank durch Bürgermeister Lutz Urbach feierlich eröffnet.

David Roth hofft, dass möglichst viele Bürger mitmachen, damit der Schrank immer gut gefüllt ist. Im Laufe der Zeit sollte sich ein Ausgleich aus Geben und Nehmen ergeben. Der Schrank sollte sich dann “quasi autark” erhalten. Roth ist fest davon überzeugt, dass die Menschen in Bergisch Gladbach sich an dem Projekt beteiligen werden und sich der
Nutzen des offenen Bücherschrankes schnell herumspricht.

Damit alles seinen guten Weg geht haben David Roth und der Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Stadtmitte,  Alexander von Petersenn, die “Schrankpatenschaft” übernommen.

Die Vorteile zählt Roth wie folgt auf:

“immer geöffnet
den ganzen Tag
bei jedem Wetter
ohne Ausweis
kostenlos
für Große und Kleine”

Und so funktioniert er:

“Bücher zur Hand nehmen
an Ort und Stelle lesen oder zu Hause
keine Ausleihfristen
zurückbringen – behalten
ein anderes einstellen –
alles ist möglich”

Zudem wird das Projekt in Bergisch Gladbach durch eine Idee des in Bergisch Gladbach wohnenden Künstlers Rolf Hinterecker erweitert. An der Stirnseite des Bücherschranks befindet sich eine Vitrine für ständig wechselnde Ausstellungen. Schülern und Jugendlichen soll die Gelegenheit gegeben werden, zum Stadtgeschehen oder anderen Themen der Region, Kunstwerke zu gestalten und auszustellen.

So soll der Schrank am Rande des Marktplatzes aussehen

Dafür gibt es keine inhaltlichen Beschränkungen. Dies, so Roth,  könnten soziale Aspekte sein, Cliquen- und Gruppen-spezifische Themen, städtebauliche Aspekte. Alles was Kinder und Jugendliche bewegt oder aufregt. Dies könne künstlerisch artikuliert werden als Kritik oder in konstruktiven Vorschlägen, was man besser machen könnte oder ändern sollte. Es könnten auch ganz einfach schöne Bilder oder Fotos sein, die das Lebensgefühl oder die Stimmung des kreativ Schaffenden wiedergeben und somit ein Bewusstsein für spezifische Stimmungen und Dinge erzeugen.

Technische Vorgaben für die Arbeiten gibt es praktisch keine. Inhaltlich sollten sie sich im weitesten Sinne mit Kommunikation, Begegnung oder Interaktionen befassen. Also den Sinn des offenen Bücherschrankes erweitern und ergänzen.

Alle Arbeiten werden nach einem Jahr einer neutralen Fachjury vorgelegt, die die besten Ergebnisse prämiert. Hierbei spielen nicht nur formale und inhaltliche Aspekte eine Rolle sondern auch die künstlerisch-kreative Umsetzung. Sei es durch eine besondere Farbigkeit, originelle graphische oder spannende schwarz-weiß Gestaltungen etc.

Kinder und Jugendliche die Interesse haben, in der Kunstvitrine auszustellen, können sich bei David Roth melden.

Kontakt:

David Roth
PÜTZ-ROTH, Bestattungen und Trauerbegleitung
Kürtener Straße 10
51465 Bergisch Gladbach
Telefon: 02202-93580
Email: d.roth@puetz-roth.de
Internet: www.puetz-roth.de

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

3 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Die Idee ist sehr gut, sollte aber m.E. auch gepflegt ( gelebt) werden.
    Ich habe heute wieder versucht, Bücher einzustellen, aber keinen Platz gefunden, alles kreuz und quer. Ich habe das Gefühl, da wird auch einfach hineingestellt, was in die Tonne sollte. Idee: einen
    Paten ( rüstige Rentnerin..etc) benennen, der regelmäßig für Ordnung sorgt, auch “Ladenhüter” aussortiert.
    So jedenfalls wird das Projekt leider sterben.
    P.S.: wohne nicht in BG, sonst würde ich das übernehmen.