Es gibt Restaurant-Kritiken, bei denen man sich fragt, ob sich der Wirt darüber wirklich freuen kann – selbst wenn sie sehr positiv ausfallen. Diese ist eine davon.

Denn zu berichten ist von einem rundum gelungenen Abend im Il Mirto, dem kleinen sardischen Restaurant am Buchmühlenparkplatz. Rundum gelungen für uns. Aber für den Wirt?

Wir waren wieder mal spät dran, wollten dennoch raus, in Ruhe reden und ein gutes Glas Wein trinken. Nach kurzem Überlegen ist klar, dass dafür in der Gladbacher Innenstadt am ehesten das Il Mirto in Frage kommt – auch wenn es für eine Abendessen schon zu spät war.

Auf die vorsichtige Frage, ob wir noch einen Tisch bekommen, ohne groß zu essen, ist die Antwort des Padrone eindeutig: Si! Wir bekommen einen netten Zweiertisch an der Glasfront im großen Wintergarten des kleinen Fachwerkhauses, bestellen einen Roten und einen Weißen – von dem guten offenen sardischem Wein. Und dazu bekommen wir auch noch Brot, Oliven und herb-bittere Paprikapaste, ein kleiner Gruß aus der Küche.

Besser kann es kaum sein, gute Atmosphäre, nettes Ambiente.

Noch etwas später gelüstet und zum Espresso dann doch nach etwas Süßem. Und der Kellner macht sich gleich auf dem Weg in die Küche, um zu erkunden, ob der Koch noch zu einer Dessertvariation zu bewegen ist. Wenig später erscheint der freundliche Kellner und flüstert konspirativ: “Ich habe ihn überredet.”

Es hat sich gelohnt, der große Teller mit Tiramisu, Mousse au Chocolat, Pannacotta, Tartufo und Beeren ist köstlich und reicht für uns beide gut aus.

Nach zwei Stunden verlassen wir das gastliche Haus als letzte, aber sehr zufrieden. Ob das auch für den Wirt gilt? Mit einem großzügigen Trinkgeld haben wir zum Umsatz des Abends nur 25 Euro beigesteuert.

Um noch einen drauf zu legen: auch für einen relativ preiswerten Besuch mit den Kindern ist dieser Sarde hervorragend geeignet. Denn die Pizzen und Pasta sind nicht nur ausgesprochen lecker, sondern auch budgetfreundlich. Nur sollte man mit Kindern relativ früh am Abend kommen – das ist für alle Beteiligten angenehmer.

Und o.k., wir gestehen es ein: seine ganze Stärke kann das Il Mirto beweisen, wenn man mit Frau und/oder Freunden ganz gesittet zum Abendessen kommt. Die ganze Brasse vom Grill, das Lamm und die anderen Spezialitäten von der Tafel kann man dann noch besser genießen.

Gastronom

Mich interessiert, wo im Bergischen man gut Essen und Trinken kann. Darüber schreibe ich positiv kritisch, das andere verschweige ich. Tipps sind willkommen, bei den Kommentaren.

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