Angesichts der aktuellen Bericht-Erstattung des Kölner Stadt-Anzeigers muss ich mich als (bekanntermaßen) engagierter Bürger (und Mitglied der Grünen-Fraktion im Stadtrat) fragen, ob der Kölner Stadt-Anzeiger etwas gegen die Grünen hat.

CDU wendet sich gegen Bürgermeister Lutz Urbach

CDU wendet sich gegen Urbach

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Sowohl in dem heute zu lesenden Beitrag [1] über die Beförderungen von Verwaltungsmitarbeitern (und dem Protest von CDU und FDP), aber auch in dem vor einigen Tagen erschienenen Beitrag zur Haushaltssituation, in diesen Beiträgen wurden fein säuberlich die Auffassungen von CDU, SPD, FDP, Linken oder Kiditiative dargestellt, in beiden Beiträgen jedoch kein Wort über die Haltung von Bündnis 90/Die Grünen zu der jeweiligen Thematik.

Bei der Berichterstattung über das Thema Lustheide war dem Kölner Stadt-Anzeiger die ausführlich begründete Enthaltung der Grünen in der Planungsausschuss-Sitzung offenbar nicht mehr recht in Erinnerung; jedenfalls spricht der Kölner Stadt-Anzeiger davon [2], dass die Grünen zunächst hinter dem Gewerbegebiet gestanden hätten. Dies ist nicht korrekt.

Ich habe kein Problem damit, wenn jemand konkrete Auffassungen der Grünen nicht teilt, ggf. auch kritisieren mag. Aber dass ein Teil der örtlichen Presse die drittgrößte Stadtratsfraktion nicht so ignorieren sollte, liegt wohl auf der Hand. Die Frage, ob die Presse neutral sein soll, stellt sich. Aber selbst, wenn man keine Neutralität der Presse erwartet, so wäre eine umfassende(re) Berichterstattung sicherlich sehr wünschenswert.

Jedenfalls würde ich persönlich mich sehr freuen, wenn ich auch im Kölner Stadt-Anzeiger wieder eine ausgewogene Berichterstattung vorfinden würde…  Und ansonsten gibt es für weitere Meinungsäußerungen neben dem Bürgerportal iGL [3] zum Glück auch noch die Homepage der Grünen [4].

Ach ja, in der oben erwähnten Thematik ist es natürlich spannend, dass ausgerechnet die beiden Bürgermeisterfraktionen CDU und FDP sich gegen Lutz Urbach stellen. Aber das diskutieren wir in einem anderen Beitrag… [Oben erwähnte Links:
[1] http://www.rhein-berg-online.ksta.de/html/artikel/1322422492896.shtml
[2] http://www.rhein-berg-online.ksta.de/html/artikel/1321650275618.shtml
[3] https://in-gl.de/
[4] http://www.gruene-gl.de/]

Peter Baeumle-Courth, wohnhaft in Moitzfeld, beruflich tätig an der FHDW (Fachhochschule der Wirtschaft). Mehr unter baeumle-courth.eu oder im Blog blog.baeumle-courth.eu. Seit 2004 Mitglied des Rates der Stadt Bergisch Gladbach; seit Juni 2014 (3.) stellvertretender Bürgermeister.

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  1. Da die Presse in Bergisch Gladbach nur aus Blättern der Dumont Gruppe besteht, entsteht hier ein Meinungs – Monopol, dass ich so ablehne. Hier haben die Kunden nicht mehr die Möglichkeit zu wählen was sie lesen oder was nicht. Bei mir heißt es dann leider gar nicht lesen. Ist das der Sinn der Pressefreiheit?

  2. Herr Santillán hat in mit seiner Behauptung recht, dass es gibt kein Presseprodukt, welches politisch neutral ist, gibt.

    Soweit so normal. Zum Problem wird dies jedoch durch die fortlaufende Monopolisierung der Presse kein Ausgleich mehr geschaffen werden kann.

    So hat man im Bergischen, wenn es um gedruckte lokale Tagesnachrichten geht, nur die Auswahl zwischen Dumont, Dumont und Dumont…

    Da die Presse gewisse Privilegien besitzt und auch gerne ihre Wichtigkeit für die Demokratie und Meinungsbildung beteuert, ist eine gewisse Neutralität zumindest in den Nachrichtenmedien geboten.

  3. Herr Santillán hat mit seinem Kommentar den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Es gibt kein Presseprodukt, welches politisch neutral ist. Dies trifft nicht nur auf den ksta zu, sondern auf alle anderen Presseerzeugnisse auch. Dies ergibt sich schon durch den Grundsatz der freien Menungsäußerung, den die Presse für ihre Berichterstattung nutzt.

  4. Wir haben die Pressefreiheit und die Herausgeber von Zeitungen sind private Unternehmen, die ihr Produkt so gestalten können wie sie das wollen. Das bedeutet natürlich auch, dass die Herausgeber und die Redakteure die Qualität des Produkts bestimmen. Zeitungen müssen nach dem Grundgesetz weder neutral noch müssen sie ausgewogen sein oder eine hohe inhaltliche und sachliche Qualität haben. Die Kundern und Leser haben wie bei allen Produkten die Möglichkeit als Marktteilnehmer zu entscheiden, welches Produkt sie einkaufen und lesen und welches nicht. Jeder setzt seine eigene Kriterien für diese Entscheidung daran.
    Heute bekommen Zeitungen Konkurrenz durch das Internet und das bekommen die Verlage deutlich zu spüren. Sie müssen sich wie alle am Markt an diese neue Konkurrenz anpassen. Einige setzen auf höhere Qualität und ausgewogene Sachlichkeit und andere setze auf Absenkung der Qualität und auf mehr Bilder, einige nehmen höhere Preise und andere senken ihre Preise, etc.

  5. Ich habe eigentlich mehr den Eindruck, dass die Redakteure einer sehr verbreiteten Zeitung die Linken bevorzugen und auf die “Regierungsparteien” sehr draufhauen, z. T. wohl auch gegen besseres Wissen bzw. aufgrund schlehter Recherchen.