Auch für die KG Kurfürstliche Schlossgarde hat die Session 2011/2012 nun endlich begonnen. Traditionell trafen sich die Uniformierten der Gesellschaft zum Appell. Diesmal hatte man sich das Gronauer Wirtshaus als Treffpunkt ausgesucht.

Ob mit Maske, Huhn auf der Schulter oder leckerem Eisbecher: Einigen fehlt der nötige Ernst beim Uniformappell

Stetig füllte sich der Saal mit KG-Mitgliedern, dem Tanzkorps und Gästen. Zu ihnen gehörten der erste Bürger der Stadt Bergisch Gladbach, Lutz Urbach, der auch Ehrenmitglied der Schlossgarde ist. Auch das Ehrenmitglied der Gesellschaft, FBK-Präsident Gerd Breidenbach, fand den Weg nach Gronau. So auch Vertreter befreundeter Karnevalsgesellschaften, wie z.B. der Ruude Husare Bensberg oder der Jecken Teddys Bergisch Gladbach.

Den weitesten Anreiseweg hatten aus dem belgischen Aarschot die Vertreter der dortigen Karnevalsgesellschaft „Gilde der Kasseistampers“. Sie hatten sogar ihren wenige Tage vorher inthronisierten Prinzen Geert I. mit Gefolgschaft mitgebracht.

Nach der Begrüßung der Anwesenden führte der Kommandant der Schlossgarde, Manfred Tiemann, durch ein kurzweiliges Programm. Unter anderem begrüßte er die K.G. Lengeschdörpe Klompe 1950 e.V. aus Düren. Sie war mit ihrem Musikzug, dem Prinzen Enrico I. nebst Hofstaat und sowie dem Tanzkorps angereist.

Nachdem Tiemann zahlreiche Ehrungen vorgenommen hatte, zeigte die Ehrengarde der Stadt Bergisch Gladbach ihr Können. Während die Damen und Herren der Garde nicht gefährdet waren, wurde es den Zuschauern Angst und Bange bei den akrobatischen Vorführungen des Tanzpaares. Nicht weil man ihnen mangelnde Übung unterstellte, sondern weil Mariechen Diana Rappenhöner Gefahr lieft sich an der Decke oder den Balken zu stoßen. Gott sei Dank ist alles gut gegangen, so dass die anwesenden Malteser einsatzlos blieben.

Zum Fahneneid traten anschließend sieben neue Aktive an. Sie mussten dem Kommandanten den Eid „in Bergisch Platt“ nachsprechen. Zur Freude der Anwesenden gelang das nicht allen fehlerfrei, weil manche ins hochdeutsche „abglitten“. Aber, wie bei Karnevalisten nicht anders zu erwarten, tat das dem Frohsinn keinen Abbruch.

Höhepunkt des Abends war – wie nicht anders zu erwarten – der eigentliche Uniformappell. Alles was Grün-Gold anhatte wurde auf den Exerzierplatz, pardon die spätere Tanzfläche, zitiert um sich inspizieren zu lassen. Insbesondere bei den Jungen und Mädchen des Tanzkorps gab es keine Beanstandungen. Aber was dem Kommandanten ansonsten geboten wurde, war zum Teil abenteuerlich. So verwunderte es niemanden, dass Schatzmeister Rüdiger Protz den kleinen Notizzettel beiseite legte und stattdessen auf einem DIN A4 Block zahlreiche Verfehlungen notierte. Ungebügelte Hosen, nicht geputzte Stiefel und falscher Sessionsorden waren dabei noch die harmlosen Fehler, die jeweils mit Strafen geahndet wurden.

So hatte der Regimentsarzt der Schlossgarde, Dr. Ulrich Heinz, anstelle des Federbusches eine Spülbürste befestigt. Der Träger der Standarte war durch eine schauerliche Maske entstellt und auf der Schulter der Kommandantengattin Anne Tiemann fristete ein Huhn sein kümmerliches Dasein.

Die militärischen Gepflogenheiten bei einem Appel ließen Orgaleiter Edmund Wittke völlig kalt: Er qualmte ungeniert vor sich hin und die Nestorin der Gesellschaft, Lia Schiestel, genoss in aller Ruhe einen leckeren Eisbecher.

„Dat janze Schmölze Ruhe jetzt!“ versuchte Kommandant Manfred Tiemann vergebens Ordnung in den lustigen Haufen zu bringen.

Da selbst mit drastische Strafen in Höhe von 50 Cent á Verfehlung dem Treiben kein Einhalt zu gebieten war, beschloss er zur Freude aller den Befehl „Abrücken zum gemütlichen Teil des Abends!“ zu erteilen. Mit einem dreifachen und extrem lauten „Grün – Gold!“ wurde der Uniformappell abgeschlossen und befehlsgemäß zum klönen und klafen abgerückt.

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