Quelle: sic architekten gmbh

Dem Architekten Michael N. Neuendorff  (Inhaber des KölnerArchitekturbüros SIC) liegt die Entwicklung seiner Heimatstadt Bensberg am Herzen, daher hat er den Niedergang des Loewen-Centers im Herzen der Schlossstadt jahrelang intensiv verfolgt. Schon 2011 hatte er  einen sogenannten Denkanstoß vorgelegt, wie man das leerstehende Gebäude aufbrechen und attraktiver machen kann.

Dieser Denkanstoß, den Neuendorff später noch einmal überarbeitet hat, wurde weder vom Investor noch von der Politik aufgegriffen. Statt dessen hatte der Eigentümer der Immobilie entschieden, den leerstehenden Betonbunker abzreißen und eine sogenannte Marktgalerie neu zu bauen.

Der Entwurf für die Marktgalerie wurde inzwischen zwar mehrfach nachgebessert und abgespeckt, aber ebenso wie viele Anwohner will sich Neuendorff mit dem geplanten massiven Gebäude nicht abfinden. Sein Urteil über die Marktgalerie:

Der geplante Neubau der Marktgalerie wäre einerseits  für Bensberg eine städtebauliche Katastrophe, die das gesamte Stadtbild über Generationen negativ prägen würde, und wird  andererseits dazu führen, dass sich das für Bensberg  typische Bild der inhabergeführten Fachgeschäfte auf Grund der geforderten Mieten nachhaltig ändern wird.”

Quelle: sic architekten gmbh

Nach Angaben von Neuendorff fordert der Investor für die Einzelhandel-Ladenflächen in der Marktgalerie Mieten von über 30 Euro pro Quadratmeter. Alteingesessene  Händler aus Bensberg, die mit dem Investor verhandelten, hättem ihm mitgeteilt, dass sie diese Mieten nicht finanzieren können. Derzeit seien in Bensberg  Mieten für Ladenflächen in Höhe von 18 Euro üblich.

Nicht nur in der Händlerschaft, so Neuendorff weiter, selbst in den Fraktionen des Planungsausschusses, die alle dem Bebauungsplan zur Marktgalerie Bensberg zugestimmt hatten,  gebe es ein deutliches Unbehagen gegenüber der Marktgalerie.

Heute, 11 bis 17 Uhr: Protestveranstaltung gegen die Marktgalerie 
auf dem Bensberger Marktplatz unter dem Motto: 
„Wir wünschen uns ein Herz für Bensberg und einen autofreien Marktplatz!“

Daher hat der Architekt seinen ersten Denkanstoß aufgegriffen und weiter ausgearbeitet. Dabei seien viele Anregungen aus Bensberg aufgegriffen und zu einer alternativen, mit günstigeren Mietpreisen verbundene Lösung  zusammen geführt worden. Dieser Entwurf würdige aber auch “die Interessen eines möglichen Investors”, betont Neuendorff:

Wir wollen unabhängig von persönlichen, wirtschaftlichen oder politischen Positionen aufzeigen, dass in der Revitalisierung der bestehenden Immobilie eine Möglichkeit besteht, für Bensberg eine nachhaltige und wirtschaftliche Lösung der aktuellen Situation zu realisieren.”

Die folgenden Illustrationen geben einen ersten Eindruck von dem neuen Entwurf, weitere Details hat Neuendorff auf dieser Website veröffentlichen.

Noch vor der Veröffentlichung der Pläne Neuendorffs, reagierte am Freitag Bürgermeister Lutz Urbach mit einer langen Erklärung. Zwar lobt er Neuendorffs Engagement, kommt aber zu folgendem Schluss:

Ich habe schon mehrere Entwürfe gesehen, die städtebaulich sehr ansprechend, weil zurückhaltend in ihrem Bauvolumen waren. Diese hatten alle einen entscheidenden Nachteil: Sie wurden niemals umgesetzt, weil die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht erfüllt werden konnten.“

Erste ausführliche Kommentare von Bensberger Bürger zu Neuendorffs neuen Vorschlag finden sich hier beim Beitrag von gestern.

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Quelle: sic architekten gmbh

Weitere Informationen:

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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