Dieser Fischwagen blockiert den Weg, auch links und rechts gab es kein Vorbeikommen - bislang.

Dieser Fischwagen versperrt den Durchgang, links und rechts war der Weg zusätzlich mit Paletten blockiert worden – bislang.

Eine neue Standordnung auf dem Wochenmarkt sollte Bergisch Gladbachs Schmuckstück neu beleben. Doch während die Neuverteilung der Stände hin zum Rathaus allgemein begrüßt wurde, haderten Bürger und auch viele der Marktbeschicker mit der sogenannten “Fischbarriere” oder auch “Fischmauer”:

Zwei Fischwagen, Rücken an Rücken mitten auf dem Markt blockieren seit Jahresanfang den direkten Durchgang von der unteren zur oberen Fußgängerzone.

So sollten die Bürger gezwungen werden, tatsächlich einen Marktrundgang an allen Ständen vorbei zu machen – und sich nicht einfach durchzumogeln. Entstanden ist ein Umweg von 50 Metern, und eine grundsätzliche Verstimmung innerhalb der Bürgerschaft.

Ihnen geht es in der Mehrzahl nicht um die 50 Meter Umweg, sondern um die grundsätzliche Gängelung durch die Stadtverwaltung. Ein Rundgang schön und gut – aber wer den nicht will, soll eben auch geradeausgehen können.

Mehr Infos und Fotos:
Markstandordnungskrise, Fotoreportage Wirrkopf
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Zuletzt lief der Protest zu großer Form auf, mit Wortschöfpungen wie “Fischmauer” und “Möhrchenparcours” zeigten die o Gladbacher, dass sie mit der “Berliner Schnauze” durchaus mithalten können. Lutz Urbach wurde gar mit dem letzten Sowjetführer verglichen, dem Ronald Reagan entgegen gerufen hatte: “Mr. Gorbachev, Tear Down this Wall.”

Und siehe da – der Bürgermeister zeigt ein Einsehen. Nachdem Urbach am Donnerstag Abend bereits auf das Drängen aus “seiner” CDU-Fraktion hin angedeutet hatte, sich bewegen zu wollen (“Niemand hat die Absicht, eine Mauer …”), schritt er am Freitag zur Tat: Ab Samstag soll es in der Fischmauer ein “Schlupfloch” geben.

Angesichts der historischen Tragweite dieser Entscheidung dokumentieren wir die Presseerklärung der Stadtverwaltung in voller Länge:

„Möhrchenparcours“ jetzt mit Schlupfloch

Einen Durchschlupf freilassen soll ab sofort wieder die Anordnung der Stände auf dem Wochenmarkt in der Bergisch Gladbacher Stadtmitte. Das hat in der Ratssitzung am 7. März Bürgermeister Lutz Urbach auf Anfrage der CDU-Fraktion zugesagt. Damit können die Besucher des Marktes, aber auch die Passanten, die zwischen Laurentiusviertel und unterer Hauptstraße unterwegs sind, wieder den direkten Geradeausweg über den Konrad-Adenauer-Platz einschlagen.

Dies entspricht dem oft geäußerten Wunsch aus der Bürgerschaft, um einen ansonsten ca. 50 Meter weiten Umweg zu vermeiden. Das städtische Ordnungsamt hatte sich ausbedungen, die am Anfang diesen Jahres eingeführte Neuausrichtung der Marktstände eine Zeitlang zu beobachten, um Erkenntnisse über die Akzeptanz bei der Kundschaft  zu gewinnen.

Den Umweg, im Volksmund bereits „Möhrchenparcours“ getauft, hatten die Marktbeschicker Ende letzten Jahres bewusst mit der städtischen Ordnungsbehörde vereinbart. Die damit verbundene umfassende Neuordnung der Stände sollte zur besseren Ausnutzung des Marktplatzes und zur geschlossenen Optik des beliebten Wochenmarktes beitragen.

Die nun wesentlich gelungenere Anordnung wurde von der Politik ausdrücklich begrüßt; wenn nun der Durchschlupf im „Möhrchenparcours“ für die Eiligen wieder frei ist, steht dem ungetrübten Einkaufsvergnügen mittwochs und samstags auf dem Konrad-Adenauer-Platz nichts mehr entgegen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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