Nils Henkel schmeckt die Suppe ab

Im Edelrestaurant  „Im Goldenen Kessel“ sind für den Abend alle 24 Plätze längst ausgebucht. Trotz der hohen Preise ist das jedoch nicht verwunderlich, denn an diesem Abend steht etwas ganz besonderes auf der Speisekarte: Gewürzkürbissuppe, gekocht mit dem Sternekoch Nils Henkel.

Der Koch ist extra aus Schloss Lerbach gekommen, um mit den Kindern der Kinderstadt zu kochen. Sein Besuch wird begeistert aufgenommen. Die in der Küche des Edelrestaurants arbeitenden Kinder sind mit Freude dabei und hören aufmerksam zu, wenn Henkel etwas erklärt. Sie lernen, wie Sternanis riecht, dass Tandooripaste aus Indien kommt und wieso Erdnusspüree so gut zur Kürbissuppe passt.

Nachdem die Kinder den Kürbis geschnitten, alle Zutaten zugefügt, lange gerührt und für die optimale Konsistenz auch noch püriert haben, ist die Suppe endlich fertig.

Zur Verköstigung wurden Ehrengäste geladen, die Bürgermeister und die Stadträte sitzen erwartungsvoll an den edel gedeckten Tischen. Serviert wird die Suppe vom Personal des Goldenen Kessels, getrunken wird Kinderwein und Kindersekt.

Nachdem die Ehrengäste versorgt worden sind, werden alle anderen bedient: Im Restaurant hat sich eine große Schar Kinder gesammmelt, die alle die Suppe probieren wollen. Einen Platz bekommen sie jedoch nicht, da das kleine Restaurant diesem Ansturm nicht gewachsen ist.

Am Geschmack der Suppe ändert das nichts, alle Gäste sind von dem Kürbisgericht hellauf begeistert, viele erkundigen sich sofort nach dem Rezept. Doch hierauf ist Henkel vorbereitet, er zieht einen Stapel Rezepte aus der Tasche und verteilt sie. Auch die mitgebrachten Heftchen über Schloss Lerbach sowie die Autogrammkarten, die Henkel vor Ort unterschreibt, finden reißenden Absatz.

Natürlich ist auch die Presse vertreten: der Kinderstadt-Anzeiger interviewt Henkel während des Kochens, das Fernsehteam filmt. Und auch das Kulturbüro, das die ganze Veranstaltung organisiert und geplant hat, interviewt Henkel öffentlich. Zum Abschluss wird ihm als Dank vom Kulturbüro ein Kinderstadt-Kochlöffel überreicht, der in der eigenen Schreinerei hergestellt wurde.

Der Löffel hatte vorher für einige Unruhen gesorgt, da das Kulturbüro, eine städtische Einrichtung, nicht über sehr viel Geld verfügt und mit der Schreinerei um den Preis des Löffels feilschen musste. Doch schlussendlich konnte man sich einigen und den selbstgefertigten Löffel stolz überreichen. Auch die geladenen Gäste zeigten sich dankbar, sie schenkten Henkel 30 Tacken.

Nils Henkel ist 2-Sterne-Koch im Schloss Lerbach. Auf die Anfrage der KJG, ob er sich vorstellen könne, in der Kinderstadt zu kochen, antwortete er sehr schnell – und nach diesem Besuch ist er von der Kinderstadt begeistert:

Es ist toll, dass hier jedes Kind Verantwortung übernehmen kann. Mir gefällt die Kinderstadt wirklich sehr gut.“

Auf die Fragen der Kinder nach seinem Beruf antwortet er geduldig, erzählt, wie er mit 16 Jahren zum Kochen gekommen sei, was sein Lieblingsgericht ist und dass er seinen Beruf zwar toll findet und es ihm immer noch sehr viel Spaß macht, er aber durchaus auch Nachteile mit sich bringt.

Glücklicherweise bleibt nach der ersten Verköstigung noch viel Suppe übrig, sie muss schließlich noch für den Abend reichen. Den 24 zahlenden Gästen werden nach der Suppe überbackene Hackkartoffeln und als Dessert Apfeltiramisu gereicht. Man sieht, das Edelrestaurant der Kinderstadt hat diesen Titel durchaus verdient.

Weitere Informationen:

E. Watzlawek

Schülerin am NCG

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