Kein Sternerestaurant, sondern ein Kunstmuseum – die Villa Zanders. Foto: Tina Heuer

„Bergisch Gladbach – das ist doch der Ort der Sterneküchen und Spitzengastronomie.“ Diese Aussage war der Anlass für Kuratorin Petra Oelschlägel vom Kunstmuseum Villa Zanders sich die ersten Überlegungen zu der Ausstellung „Topf und Deckel – Kunst und Küche“ zu machen. Seitdem sind ein paar Jahre vergangen. Doch jetzt will sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzten. Prominente Unterstützung für die Ausstellung findet sie ihn Fritz Pleitgen, ehemaliger Intendant des WDR und in Nils Henkel, Küchenchef des Restaurants im Schloss Lerbach.

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„Ziel ist es einen Blick in die Küche und auf den Teller aus der Sicht der Kunst zu bekommen. Wichtig ist es, dass die Besucher die Küche als Ort der Arbeit, der Kommunikation, der Reduktion, des Chaos und der Ordnung kennenlernen – kurz : sie sollen das Alltagsphänomen Küche von all seinen Seite aus künstlerischer und kulturhistorischer Perspektive erleben,“ erläutert Petra Oelschlägel.

Hierbei setzen die Künstler das Thema ganz verschieden um. Ein großes Spektrum an Materialien und Medien wird verwendet, so werden Exponate aus den Bereichen der Malerei, der Fotografie, der Skulptur bis hin zu Design und Innenarchitektur ausgestellt  sein.

Nils Henkel, Petra Oelschlägel, Fritz Pleitgen

Bergisch Gladbach als „Stadt der Ideen”

Fritz Pleitgen sieht die Ausstellung als eine große Chance, Bergisch Gladbach als „Stadt der Ideen“ bekannt zu machen. Ihn interessiere zudem, Kunst und Alltag zusammenzubringen und hofft, dass den Besuchern bei der Ausstellung aus Sicht der Kunst die sozialen Aspekte einer Küche klar werden: „ Die Küche spielt in meiner Familie eine große Rolle. Sie dient als ein Ort der Begegnung und des Zusammenhalts. Die Küche ist aber zugleich auch ein sozialer Brennpunkt. Wo wir zu Genüge Nahrung haben, leiden andere an Hungersnot.“

Kochen und Kunst liegen eng beieinander

Kochkunst von Nils Henkel

„Für mich war ganz klar der Bezug zum Kochen ausschlaggebend,“ begründet Nils Henkel sein Interesse als Schirmherr für die Ausstellung. „Kochen und Kunst liegen nah beieinander. Wenn ich etwas koche, stell ich mir vor wie es später auszusehen hat und wie ich es serviere. Die Umsetzungsweise sind in der Kunst, wie auch im Kochen von hohem Wert. Gut finde ich, dass jeder, der die Ausstellung besucht einen Bezug zu dem Thema herstellen kann und sich auf verschiedene Arten angesprochen fühlt.“

Leitendes Motiv für das Vorhaben war die Ausstellung von 2008 „Leben in Karton“, dessen Thematik ganz neue Zielgruppen erreicht hatte. Diese Integration von verschiedenen Interessenten täte der Villa gut und sei wichtig für weitere geplante Ausstellungen und Angebote, so Oelschlägel.  Zwar hätten schon viele Museen das Thema Kochen tangiert, doch noch nie habe sich ein Museum so spezialisiert darauf eingelassen.

Keine Eintrittskarten aus Esspapier – aber Cocktails im Museum

„Auch wenn die Ausstellung sich rund mit dem Thema Küche und Kulinarik beschäftigt, werden wie die Eintrittskarten nicht aus Esspapier auslegen,“ lacht die Kuratorin.

Der Beginn von „Topf und Deckel – Kunst und Küche“ ist für Mitte Oktober geplant und soll Anfang März enden. Ab Mitte Januar vergrößert sich die Ausstellung um Passagen der internationalen Möbelmesse in Kooperation mit der Köln International School of Design, einem Cocktail-Tag und einem Fotowettbewerb für Schüler. Zusammenarbeiten mit der Tafel e.V. sind ebenfalls in Planung. Genauere Angaben werden noch bekannt gegeben.

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Kunstmuseum Villa Zanders

Das städtische Museum wurde 1992 in der Gründerzeitvilla der Fabrikantenfamilie Zanders eröffnet und feiert 2017 sein 25jähriges Bestehen. Mit seiner einzigartigen Sammlung von „Kunst aus Papier“, der Kommunalen Galerie mit Malerei der Düsseldorfer Schule aus dem 19. Jhdt. sowie einem ambitionierten...

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