Die Industrie- und Handelskammer Köln fragt jährlich bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU, bis zu 250 Beschäftigte) ab, welche Standortfaktoren für sie besonders wichtig sind – und wie zufrieden in diesen Punkten sind. Daraus leitet die IHK erstens eine Schulnote ab. Und zweitens einen Forderungskatalog: wo Relevanz und Zufriedenheit auseinander klaffen, da bestehe „Handlungsbedarf”. (Den gesamten Standortreport können Sie unten lesen.)

Insgesamt schneiden der gesamte Kammerbezirk und auch der Rheinisch-Bergische Kreis (RBK) einigermaßen gut und ein wenig besser als im Vorjahr ab: von der Note 2,96 verbesserte sich die Region auf 2,6. Ein wenig mehr angestrengt, dann hätte es eine knappe zwei werden können, würde ein Lehrer sagen.

RheinBerg bewegt sich dabei parallel zum Kreis: mit 2,6 schneidet der Kreis genauso gut wie Köln und der Rhein-Erft-Kreis, minimal schlechter als Leverkusen (2,5) und minimal besser als Oberberg (2,7) ab.

Was den Unternehmen in RheinBerg (nicht) wichtig ist

Interessanter ist jedoch, was den Unternehmen besonders wichtig ist – und wo sie Kritik üben. Dabei fällt auf, dass Punkte, die in Bergisch Gladbach besonders intensiv diskutiert werden (Autobahnanbindung, Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, Hochschulen) keine so große Rolle spielt. Wenn man kleine und mittlere Unternehmen im gesamten Kreis befragt.

Im Detail sieht die Wichtigkeitsrangliste so aus:

  • Telekommunikationsinfrastruktur (inkl. Breitband) (94,9 Prozent)
  • Erreichbarkeit über kommunale Straßen (82 Prozent)
  • Höhe der Gewerbesteuer (75,9 Prozent)
  • Energiekosten (75,9 Prozent)
  • Qualifikation der verfügbaren Arbeitskräfte (75,9 Prozent)
  • Parkmöglichkeiten am Unternehmen (78.7 Prozent)
  • Zustand der kommunalen Straßen (71,7 Prozent)
  • Erreichbarkeit über Landes- und Bundesstraßen / Autobahnen (73,3 Prozent)
  • Qualifikation von Auszubildenden (46 Prozent)
  • Schul- und Weiterbildungsangebot (41,5 Prozent)
  • Verfügbarkeit von Gewerbeflächen / -immobilien (41 Prozent)
  • Verfügbarkeit von Auszubildenden (35,2 Prozent)
  • Anbindung an den Schienenfernverkehr (35,5 Prozent)
  • Nähe zu Hochschulen / Forschungseinrichtungen (15,5 Prozent)

Womit die Unternehmen zufrieden sind 

Bei der Frage, mit welchen Standortfaktoren die KMU in RheinBerg zufrieden sind, ergibt sich diese Rangliste:

  • Erreichbarkeit über kommunale Straßen (92,7 Prozent)
  • Nähe zu Zulieferern und Kooperationspartnern (86,5 Prozent)
  • Erreichbarkeit der Absatz-märkte / Kundennähe (86,5 Prozent)
  • Erreichbarkeit über Landes- und Bundesstraßen / Autobahnen (83,6 Prozent)
  • Parkmöglichkeiten am Unternehmen (78,6 Prozent)
  • Verfügbarkeit von Arbeitskräften vor Ort (74,5 Prozent)

Womit die Unternehmen nicht zufrieden sind 

Deutlich weniger glücklich sind die Mittelständler, wenn es um das Geld geht. Das zeigt die Zufriedenheitsquote bei diesen Punkten:

  • Ausbauzustand der Telekommunikationsinfrastruktur (inkl. Breitband) (45,5 Prozent)
  • Gewerbesteuer (44,4 Prozent)
  • Wasser- und Abwassergebühren (38,2 Prozent)
  • Energiekosten (32,7 Prozent)

Unter dem Strich ergibt sich laut IHK also, dass im Rheinisch-Bergischen Kreis bei der Telekommunikationsinfrastruktur und bei den  Standortkosten (Energiekosten, Gewerbesteuern, Lohnhöhe, Wasser- und Abwassergebühr) Kritik geübt wird. Und auch bei der Arbeitskräftequalifikation und bei den kommunalen Straßen sehen die Unternehmer Handlungsbedarf.

Das ist übrigens in den Nachbarkreisen nicht so viel anders. Nur bei der Breitbandversorgung scheint RheinBerg besonders weit zurückzuliegen. Und nur die Oberberger sind mit der Lohnhöhe in ihren Betrieben zufrieden.

Lesen Sie (noch) mehr: Alle Standortberichte der IHK Köln

Wirtschaftsspion

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