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Catherine Henkel, fraktionslose Stadtverordnete DIE LINKE. im Stadtrat fordert Präventionsprojekte in Bergisch Gladbach gegen gewaltbereite radikale Islamisten:

„Wir brauchen einen religiöser Dialog mit den Moscheegemeinden. Es geht um junge Menschen, die religiöse Antworten auf ihre Fragen und Gemeinschaft suchen. Dazu müssen ihre religiöse Überzeugungen akzeptiert werden, aber keine Gewalt zur Durchsetzung menschenverachtender Ziele. Die große Mehrheit der hier lebenden muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger verurteilt den gewaltbereiten Salafismus.“

Diese Organisationen finden zunehmend Unterstützung. Kinder- und Jugendpolitik muss diesem Trend wirksam entgegentreten, um eine Radikalisierung gläubiger jugendlicher hin zur gewaltbereiten salafistischen Szene zu verhindern.

In einer Anfrage an das Jugendamt der Stadt Bergisch Gladbach erwartet Catherine Henkel mehr Informationen über die Angebote, die das Jugendamt an gläubige muslimische Jugendliche macht. Gleichzeitig werden mehr als 70 Prozent der Projekte in der Kinder- und Jugendarbeit ganz selbstverständlich von christlichen Trägern umgesetzt. Diese und auch einige konfessionslose Projekte sind für gläubige junge Muslime ungeeignet.

Auch in der Frage der kulturellen Angebote der Stadt sieht Catherine Henkel erhebliche Defizite in Bergisch Gladbach: „Alle christliche Feste (z.B.: Ostern, Weihnachten, Himmelfahrtstag, Pfingsten, …) sind fester Bestandteil unserer Kultur. Obwohl der Anteil der muslimischen deutschen Staatsbürger nicht unerheblich ist, spielen muslimische Feste kaum eine Rolle im kulturellen Leben unserer Stadt. Selbst das Fastenbrechen-Fest oder das Opferfest werden von der städtischen Kulturtätigkeit kaum berücksichtigt. Doch gerade hier könnte man junge Menschen ansprechen ohne den wichtigen familiären Charakter dieser Feste zu beeinträchtigen.“

Catherine Henkel steht kritisch zur Kampagne des Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach (CDU), welche keine Angebote und Einladungen macht, sondern ausschließlich auf Strafe setzt und deutschen Staatsbürgern sogar mit Ausbürgerung droht. „Wir dürfen es erst gar nicht dazu kommen lassen, dass junge Menschen im Irak für einen „Islamistischen Staat“ kämpfen wollen. Dazu müssen wir nicht nur präventiv aufklären, sondern junge Menschen zeigen, dass hier ihre Heimat ist, in der es sich lohnt, sich für den Frieden zu engagieren.“ meint Catherine Henkel.

Tomás M. Santillán

Tomás M. Santillán lebt seit seinem ersten Lebensjahr in Bergisch Gladbach Refrath. Bekannt wurde Tomás M. Santillán als Antragsteller des Bürgerentscheid gegen des Cross-Border-Leasing 2003 und seine Kandidaturen als Bürgermeister und Landrat. Heute engagiert er sich in unabhängigen Initiativen...

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1 Kommentar

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  1. Ergänzung:
    Ein religiöser Dialog, wie er hier gefordert wird, ist wichtig und notwendig. Eine enge Verflechtung und Verfilzung von Staat und Kirche ist abzulehnen. Gerade in der Kinder- und Jugendarbeit in Bergisch Gladbach ist aber diese Verfilzung offensichtlich vorhanden und politisch auch so gewollt. Das muss sich endlich ändern.
    Trotzdem kommen wir nicht an der Realität vorbei, dass sich ca. 2/3 der Menschen in Bergisch Gladbach zu einer Religion (Christentum, Islam, …) bekennen. Das muss der Staat und Politik in ihrem Handeln berücksichtigen und mit diesen Religionsgemeinschaften in einem engen Dialog stehen ohne sich dabei von den Religionsgemeinschaften bestimmen zu lassen.
    Ziel muss es sein, dass der Rechtsstaat uneingeschränkt auf seine Prinzipien pocht und diese auch gegenüber den Kirchen und Moscheegemeinden fair und angemessen durchsetzt. Dabei ist gegenseitiges Verständnis und eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit hilfreich und zielführend. Der Kampf gegen gewaltbereite religiöse Fanatiker (egal wo) wird nur in Zusammenarbeit mit den lebendigen und aktiven Gemeinden vor Ort erfolgreich sein. Der Staat muss diese Gemeinden nicht nur fragen, ob sie mitmachen, sondern diese offensiv und entschlossen in die Pflicht nehmen, denn es geht um ihre Heimat und ihren Staat in dem wir alle gemeinsam leben!
    In diesem religiösen Dialog darf es nicht um einen Ausbau von religiösen Angeboten gehen, sondern Ziel muss ein Ausbau von konfessionslosen Angeboten und der Abbau der vorhandenen einseitigen Begünstigung christlicher Religionsgemeinschaften sein.