Mitglieder des Jugendrotkreuz präsentieren ihre Samenbomben

Es wird das Wochenende der guten Taten, wenn landesweit am 12. September um 16 Uhr der Startschuss zur Aktion „nordrhein haut r(h)ein“ fällt. Jede interessierte Person, die mitwirken und Gutes tun möchte, darf sich beteiligen.

+ Anzeige +

Das Jugendrotkreuz in Bensberg und Refrath hatte auf einer Gruppenstunde zum Thema „Klimawandel“ die Idee, Spielplätze mit Blumen zu verschönern. Nachdem die Stadt ihre Erlaubnis gab, erstellten die 8-13-jährigen Mädchen und Jungen auf ihrem jährlichen Zeltlager Samenbomben mit Wildblumen wie Lakritz-Tagetes und Ringelblumen.

Zum Aktionswochenende werden die Kinder dann als „Guerilla-Gärtner“ vom Spielplatz Neuenweg, zur Skater-/Bolzplatzanlage an der Saaler Mühle und zum Spielplatz An der Wallburg gehen, um für das nächste Jahr dort den Randbereich zu verschönern.

Die Herstellung der walnussgroßen Kugeln aus Erde, Tonpulver, Samen und etwas Wasser war schon ein Riesenmatsch und -spaß. Komfortabel ist jetzt, dass die Samenbomben nicht eingepflanzt werden müssen, sondern auf Flächen geworfen werden können. Solange es nicht regnet schützt die Tonkugel die Samen vor Austreibung, Austrocknung, Wind und Tieren.

Kommt dann der erste Schauer, quillt die Samenbombe auf, die Samen beginnen zu keimen und suchen sich schließlich ihren Weg durch die Kugelwand. Und auf das Ergebnis sind die kleinen Garten-Piraten sehr gespannt!

Eine Samenbombe nach dem Vorbild von Fukuoka Masanobu

Wie alles begann…

Die Wurzeln samenhaltiger Angriffe auf Brachflächen sind in Japan zu finden und gehen auf eine Idee von Reisbauer Fukuoka Masanobu zurück. Mitte des 20. Jahrhunderts bestellte er nicht nur seine Felder mittels Samenbomben, sondern gab den Pflanzen überall die Möglichkeit zu gedeihen, auch am Straßenrand.

Das alles geschah im Sinne der Nichts-Tun-Landwirtschaft. Diese besagt schlichtweg: Die Natur braucht uns nicht. Gartenarbeit, Dünger, Unkraut jäten, Chemikalien – alles unnötig. So waren auch die Samenbomben auf sich gestellt. Was wuchs, wurde geerntet, was nicht, wurde der Erde überlassen. Einfaches Prinzip, vielleicht nicht mit sehr großen Erfolgen, dafür aber nach einer vorbildlichen Philosophie.

Die Methode der Seedbombs nutzte später auch Liz Christy, die Mutter des Guerilla Gardening. Der Künstlerin war es im New York der 1970er Jahre viel zu trist, grau und heruntergekommen. Mit den Samenbomben testeten sie und ihre Untergrundarmee ungenutzte Grundstücksflächen auf ihre Tauglichkeit zur Bepflanzung. Und tatsächlich trieben auf manchen von ihnen Blumen und Nutzpflanzen aus. Menschen, die Land kultivieren, das ihnen nicht gehört, nennt man heute Guerilla-Gärtner.

PDFDrucken

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.