Sebastian Koch (r.) und Marco Henrichs beim Köln Marathon

Sebastian Koch (r.) und Marco Henrichs beim Köln Marathon

Die Geschichte von Sebastian Koch war über Marco Henrichs nach Bergisch Gladbach gedrungen. Henrichs, Feuerwehrmann, Triathlet und seit einigen Jahren als Mukosviszidose-Schutzengel unterwegs, hatte Koch bei einer Benefiz-Veranstaltung kennengelernt und sich seiner angenommen.

Denn Sebastian hatte sich viel vorgenommen. Stellvertretend für seine Schwester, die nach einer Lungentransplantation von einem Marathonlauf geträumt hatte, dann aber doch an Mukosviszidose starb. Für sie wollte der sympathische, schmächtige 29-Jährige aus Recklinghausen das große  Ziel Marathon verwirklichen.

Obwohl Sebastian selbst an der Erbgutkrankheit leidet und zunächst nur wenige hundert Meter laufen kann, nimmt er das Training auf. In Henrichs findet er einen professionellen Unterstützer. Der Bergisch Gladbacher Feuerwehrmann baut Koch auf, leitet ihn an und bringt ihn auch zum 1. Bergisch Gladbacher Muko-Lauf mit.

Das große Ziel beider ist der Marathonlauf in Köln. Aber immer wieder hatte Henrichs gewarnt, dass er im Zweifel an Sebastians Gesundheit denken und auf einen Abbruch drängen würde. So kommt es am vergangenen Wochenende in Köln dann auch. Aber das Leben geht weiter.

Wir dokumentieren den Bericht von Marco Henrichs:

Sebastian wusste bereits vor dem Event, dass es für Ihn sehr schwierig wurde und hatte seine Chancen auf ca. 50:50 eingeschätzt! Er lief mit meinem Pulsgurt, so dass ich auf meiner Pulsuhr permanent seinen Puls kontrollieren konnte! So konnten wir eine Pace von 8min / km bis km 17 relativ gut und konstant laufen. Schneller zu laufen war für Ihn auf Grund seiner Erkrankung nicht möglich.

Ab km 17 bekam Sebastian jedoch zunehmend Hüftprobleme, so dass wir zunehmend Tempo rausnehmen mussten. Durch dieses Problem wurde das Ziel unter der Maximalzeit von 6 Stunden den Marathon zu schaffen Meter für Meter unrealistischer. 

Bei Kilometer 27 hatte ich ihm nahegelegt nicht mehr weiter zu laufen, da er mittlerweile mehr gegangen wie gelaufen ist. Die vom Veranstalter vorgegebene Endzeit war nicht mehr zu erreichen und ich wollte nicht, dass sein Problem mit der Hüfte verschlimmert, dass er schlimmstenfalls Folgeschäden bekommt.

Da ich wusste, wieviel Herzblut er in diesen Lauf für seine an Mukoviszidose verstorbene Schwester gesteckt hat, ist mir diese Entscheidung nicht leicht gefallen.

Sebastian wird dennoch das Ziel Marathon im Auge behalten. Wir sind so verblieben, dass er erstmal zwei bis drei Halbmarathons laufen soll und die zwingend unter 2:35 h schaffen muss; vorher macht es keinen Sinn einen Marathon mit CutOff Zeit von sechs Stunden anzugehen.

Nach Rücksprache mit dem Veranstalter der uns beide eingeladen hatte, wurde Sebastian Koch nachträglich in die Halbmarathonwertung mit einer Endzeit von 2:57 h aufgenommen und bekommt nachträglich diese Finishermedaille.

Sebastian Koch und Marco Henrichs vor dem Köln Marathon

Nachdem die ersten Tränen vergossen sind, machte er seiner Lebensgefährtin (hat ebenfalls Mukoviszidose) spontan einen Heiratsantrag! Nächstes Jahr steht somit für den jungen sympathischen Kämpfer Hochzeit und vielleicht der zweite Marathonversuch an!

Mein persönliches Fazit: Ich habe in 20 Jahren Ausdauersport einige Kämpfer kennengelernt, und Sebastian gehört absolut zu diesen Herzblutathleten. Ich bin dankbar dafür, dass ich ihm mit meiner Erfahrung zur Seite stehen konnte und auch weiterhin stehen werde.

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Redaktion

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