Archivbild. Foto: Danny Klünder

Archivbild. Foto: Danny Klünder

Insgesamt neun Männer hat die Kölner Polizei in Nordrhein-Westfalen in einer groß angelegten Razzia festgenommen. Die Männer sollen in Kirchen und Schulen eingebrochen sein. Mit dem Geld aus der Beute seien Kämpfer der Terrormiliz IS in Syrien unterstützt worden – und die Ausreise von Deutschen finanziert worden, die sich am Terrorkrieg in Syrien beteiligen wollen.

Wenigstens einer der Männer lebte nach Angaben der Polizei in Bergisch Gladbach und wurde auch hier festgenommen. Weitere Auskünfte dazu gibt es derzeit nicht, die Bergisch Gladbacher Polizei verweist nach Köln. Und auch die Kölner mauern.

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Radikales Netzwerk in Bergisch Gladbach?

Die Stadtverwaltung hatte auf eine Anfrage von Catherine Henkel, fraktionsloses Mitglied des Stadtrats und der Linken, am 13. Oktober geantwortet, sie habe keine Informationen über Aktivitäten radikaler Islamisten in Bergisch Gladbach. Es gebe keine gezielten Präventionsmaßnahmen des Jugendamtes, eine Radikalisierung von Jugendlichen in diesem Zusammenhang zu verhindern. Gewaltfreiheit sei jedoch Bestandteil aller Angebote.

Tomas M. Santillan, Mitstreiter von Henkel und Ex-Fraktionschef der Linken im Stadtrat, zog aus der Festnahme in Bergisch Gladbach sofort den Schluss, dass nun geprüft werden müsse, ob ein radikalislamisches Netzwerk in Bergisch Gladbach verankert sei.

Generalbundesanwalt kümmert sich um zwei Haupttäter

Die Kölner Polizei zählt acht Verdächtige auf, die allesamt die deutsche Staatsbürgerschaft haben.

Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt direkt gegen einen dieser Männer – und nennt einen weiteren Verdächtigen ebenfalls mit deutscher Staatsbürgerschaft.  Diese beiden Hauptverdächtigen waren laut Generalbundesanwalt „an ihren Wohnorten im Großraum Köln“ festgenommen worden.

Aktualisierung 21.11.: Die Generalbundesanwaltschaft hatte zunächst berichtet, B. habe die pakistanische Staatsbürgerschaft; nach einem Protest der pakistanischen Botschaft wurde diese Angabe korrigiert, es habe sich um einen Übermittlungsfehler gehandelt.

Zudem wurden die Wohnungen von weiteren 20 mutmaßlichen Salafisten in der Region durchsucht.

Insgesamt waren 240 Polizisten beteiligt, die in Köln, Siegen, Kreuztal, Netphen und eben auch in Bergisch-Gladbach zuschlugen. Die Straftaten sollen die Verdächtigen vor allem in Köln und Siegen begangen haben.

Wir dokumentieren die Pressemitteilung der Kölner Polizei und des Generalbundesanwaltes.

Die Mitteilung der Kölner Polizei:

Koordinierte Festnahme- und Durchsuchungsmaßnahmen der Staatsanwaltschaft Köln und des Generalbundesanwalts gegen ein mutmaßliches jihadistisches Unterstützernetzwerk und dessen Umfeld

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln hat die Kölner Polizei aufgrund von Haftbefehlen des Amtsgerichts Köln vom 30.10.2014 am heutigen Mittwoch (12. November 2014)

  • den 25-jährigen deutschen Staatsangehörigen Mustapha A.,
  • den 31-jährigen deutschen Staatsangehörigen Kais B. O.,
  • den 22-jährigen deutschen Staatsangehörigen Lazhar B. O.,
  • den 35-jährigen deutschen Staatsangehöriogen Sofien B. O.,
  • den 25-jährigen deutschen Staatsangehörigen Omar B. O.,
  • den 25-jährigen deutschen Staatsangehörigen Anoaur J.,
  • den 23-jährigen deutschen Staatsangehörigen Ali Ö. und
  • den 29-jährigen deutschen Staatsangehörigen Usman A.

wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat (§ 89a Abs. 1 Nr. 4 StGB) an ihren Wohnorten in Köln, Siegen, Bergisch-Gladbach, Kreuztal und Netphen festgenommen. Zudem wurden ihre Wohnungen nach Beweismitteln durchsucht.

Die Beschuldigten sind aufgrund seit Mai 2013 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln durchgeführter verdeckter Ermittlungen der beim Polizeipräsidenten Köln eingerichteten “Ermittlungsgruppe Reise” dringend verdächtig, sich zur Verübung von Einbruchdiebstählen insbesondere in Kirchen und Schulen in Köln und Siegen verbunden und die daraus erlangte Tatbeute zum einen zur unmittelbaren Weiterleitung an jihadistische Kämpfer in Syrien und zum anderen zur Finanzierung der Ausreise kampfwilliger Personen nach Syrien verwendet zu haben.

Hinsichtlich weiterer 20 dem radikalen salafistischen Spektrum zuzurechnender Beschuldigter wurden ebenfalls wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat (§ 89a Abs. 1 Nr. 4 StGB) jeweils Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt.

Sie stehen im Verdacht, sich an den Straftaten der inhaftierten Beschuldigten in verschiedenem Umfang beteiligt, aber auch gefälschte Pässe für ausreisewillige Personen beschafft und/oder Bargeld und Sachleistungen zur Unterstützung des bewaffneten Jihads nach Syrien verbracht zu haben.

Zeitgleich und abgestimmt mit diesen Maßnahmen ist auch der Generalbundesanwalt gegen einen Teil des Täterkreises vorgegangen. So wird dem Beschuldigten Kais B. O. und einem weiteren Beschuldigten weiter vorgeworfen, die ausländischen terroristischen Vereinigungen “Islamischer Staat im Irak und Großsyrien” (ISIG), “Ahrar al-Sham” und “Junud al-Sham” unterstützt und in Deutschland um Mitglieder für den ISIG geworben haben.

Diesbezüglich ist Kais B. O. mit einem weiteren Haftbefehl auch durch den Generalbundesanwalt in Karlsruhe festgenommen worden. Nähere Auskünfte hierzu erteilt der Generalbundesanwalt in Karlsruhe.

Im Rahmen der heutigen Maßnahmen waren über 240 Polizeibeamte im Einsatz.

Sieben der festgenommenen Beschuldigten werden heute (12. November 2014) in Köln dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.

Der Beschuldigte Kais B.O. wird durch den Generalbundesanwalt dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof zugeführt

Mit den weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen ist das Polizeipräsidium Köln beauftragt.

Die Mitteilung des Generalbundesanwaltes:

Koordinierte Festnahme- und Durchsuchungsmaßnahmen des Generalbundesanwalts und der Staatsanwaltschaft Köln gegen ein mutmaßliches jihadistisches Unterstützernetzwerk und dessen Umfeld

Der Generalbundesanwalt hat am heutigen Mittwoch (12. November 2014) aufgrund von Haftbefehlen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 10. und 11. November 2014

  • den 58-jährigen deutscher (korrigiert) Staatsangehörigen Mirza Tamoor B. und
  • den 31-jährigen deutschen Staatsangehörigen Kais B. O.

an ihren Wohnorten im Großraum Köln festnehmen lassen. Zudem wurden ihre Wohnungen nach Beweismitteln durchsucht.

Der Beschuldigte Mirza Tamoor B. ist dringend verdächtig, seit 2013 die ausländischen terroristischen Vereinigungen „Islamischer Staat im Irak und Großsyrien“ (ISIG) und „Ahrar al-Sham“ unterstützt zu haben (§129b i. V. m. § 129a Abs. 5 StGB). Er soll daran mitgewirkt haben, zwei Kämpfer aus Deutschland zu den Terrororganisationen nach Syrien zu schleusen. Zudem wird ihm in dem Haftbefehl vorgeworfen, dem ISIG und „Ahrar al-Sham“ insgesamt 3.200 Euro und 1 Transportfahrzeug zur Verfügung gestellt zu haben.

Dem Beschuldigten Kais B. O. wird in dem Haftbefehl zur Last gelegt, die ausländischen terroristischen Vereinigungen „Islamischer Staat im Irak und Großsyrien“ (ISIG), „Ahrar al-Sham“ und „Junud al-Sham“ unterstützt zu haben. Zudem soll er in Deutschland um Mitglieder für den ISIG geworben haben (§129b i. V. m. § 129a Abs. 5 StGB). Kais B. O. ist dringend verdächtig, seit 2013 in Deutschland Kämpfer für die Terrororganisationen zu rekrutieren und deren Reisen nach Syrien zu unterstützen.

Nach den bisherigen Ermittlungen ist davon auszugehen, dass sich mindestens drei Männer aus Deutschland aufgrund seiner Initiative oder mit seiner Unterstützung dem terroristischen Jihad in Syrien angeschlossen haben. Außerdem ist er dringend verdächtig, einem „Junud al-Sham“-Mitglied 200 Euro zur Verfügung gestellt zu haben.

Mirza Tamoor B. und Kais B. O. sollen Teil eines Unterstützernetzwerkes der ausländischen terroristischen Vereinigungen „Islamischer Staat im Irak und Großsyrien“ (ISIG), „Ahrar al-Sham“ und „Junud al-Sham“ in Nordhein-Westfalen gewesen sein. Sechs weitere Personen aus diesem Netzwerk sowie ein Beschuldigter aus Niedersachsen sollen an einzelnen Taten der beiden festgenommenen Beschuldigten mitgewirkt haben. Deren Wohnungen hat der Generalbundesanwalt heute (12. November 2014) ebenfalls durchsuchen lassen.

Zeitgleich und abgestimmt mit den Maßnahmen des Generalbundesanwalts ist die Staatsanwaltschaft Köln gegen dieses Umfeld vorgegangen. Nähere Auskünfte hierzu erteilt die Staatsanwaltschaft Köln.

Im Rahmen der heutigen Maßnahmen waren unter der Leitung eines Vertreters des Generalbundesanwalts rund 240 Polizeibeamte der Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern im Einsatz.

Die Beschuldigten Mirza Tamoor B. und Kais B. O. werden noch heute (12. November 2014) in Karlsruhe dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.

Mit den weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen hat der Generalbundesanwalt das Polizeipräsidium Köln beauftragt hat.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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