Am letzten Samstag hab ich die Uhrmacherwerkstatt von Jörg Wesolowski besucht. Grund dafür war zum Einen die Tatsache, dass wir beim Stadtfest schon nett mit einander erzählt haben. Der andere Grund war, dass Kuddel Knuddelbärs Uhr stand. Batterie leer. Die wollte ich erneuern lassen. Also habe ich mich mit Kuddel und BamBam auf den Weg nach Gronau gemacht.

Das Ziel: Die Uhrmacherwerkstadt, Grüner Weg 2, Gronau

Für alle neuen Leser: Klick auf die Fotos öffnet eine Fotogalerie mit Großansichten. Ich habe vor lauter Erzählen und Begeisterung über die wunderschönen Uhren, die dort ausgestellt sind, völlig vergessen, die Räumlichkeiten der Werkstatt zu fotografieren. Darum schaut bitte auf die Homepage. Dort läuft eine Diashow mit Fotos des Ausstellungsraumes, der sich auch für künstlerische Veranstaltungen eignet und ein tolles Ambiente dafür bietet. Dann saßen wir fast zwei Stunden rum und erzählten uns Schwänke aus unserem Leben. Wir haben beide einiges hinter uns.

Kuddels Uhr wird repariert. Da wollte er natürlich zugucken.

In der Zeit begann ich die Uhren anzuschauen und zu fotografieren. Einiges habe ich ja schon im Beitrag übers Stadtfest gezeigt, das wiederhole ich hier jetzt nicht. Denn es gibt genug anderes zu sehen. In der Werkstatt, zum Beispiel:

Ein Mikroskop, zur Arbeit mit den winzig kleinen Teilchen der Uhrwerke.

Diese Uhr ging gewaltig falsch. Sie liegt auf einem Gerät, das an ein elektronisches Messgerät angeschlossen ist. Damit kann der Uhrmacher die genauen Abstände zwischen Tick und Tack messen und korrigieren, damit die Zeit wieder in der richtigen Geschwindigkeit vergeht. Beeindruckend!

Und dann die wunderschönen Standuhren. Wenn ich den Platz dafür hätte – und natürlich das nötige Kleingeld – dann hätte ich gerne diese. Nicht nur weil sie mich so entsetzt anschaut, aber auch!

Am Zifferblatt kann man alles ablesen, was mit Zeitbestimmung zu tun hat. Im äußersten Kreis die Tage des Monats, auf den beiden hellen Anzeigen in der Mitte den Monat und den Wochentag und im unteren kleinen Kreis die Mondphasen. Aber das ist nicht alles. Die Uhr hat einen Resonanzkörper für die Gongschläge. Das macht einen wohltönenden, lange nachhallenden Klang, wenn sie die Stunden schlägt.

Das Pendel dieser Uhr schwingt immer gleich schnell. Normal? Selbstverständlich? Bei Leibe nicht! Die Pendelstangen dehnen sich je nach Umgebungstemperatur aus oder ziehen sich zusammen. Das heißt, dass das Pendel je nach Länge mal schneller mal langsamer schwingt und die Uhr mal vor und mal nach geht, wenn man dagegen nichts tut. In dieser Uhr wird das durch unterschiedliche Metalle und spezielle Aufhängung der Stäbe ausgeglichen. Ein technisches Meisterstück. Ein weiteres, ausgefallenes Teil ist diese Uhr. Sie hat ein Tourbillon-Uhrwerk. Was das ist und wie das geht, kann ich nicht erklären. Es ist kompliziert. Man lese bitte bei Wiki nach. Was man sieht ist, dass die Unruh und das maschinelle Drumherum auch umeinander herumlaufen. Sieht interessant aus und die Uhr ist einfach schön.

Die Uhren auf den folgenden Fotos sind alle handbemalt und sie schlagen die Stunden auf Glas an. Kein Gong, kein Metall, sondern Gläser, die unterschiedlich klingen.

Oben sieht man die Gläser und die Hämmerchen.
Und hier die handbemalten Fronten.
Im Schrank steht “Ticki-Tack” – die berühmte Kinderuhr aus den 70ern.

 Dieses Foto zeigt ein Schlagwerk aus 9 Glocken.

Die Glocken gehören in diese Uhr. Weil die Uhr unter Glas ist und ich zusätzlich noch das Blitzlicht benutzen musste, ist das Foto nicht gut. Ich will es trotzdem zeigen. Der Blick geht von oben auf das Uhrwerk hinter dem Zifferblatt. Man sieht die 9 kleinen Hämmerchen, die auf das Glockenwerk schlagen, wenn es denn in die Uhr eingebaut ist. Zur besseren Ansicht liegt es derzeit aber daneben.

Die beiden folgenden Bilder zeigen Uhren, die mit Airbrush auf Naturschiefer gestaltet sind. Auch echte Kunststücke, die ihren Preis haben, aber echte Hingucker sind.

Bei diesen beiden Uhren – auch Airbrush auf Naturschiefer – bringt das Blitzlicht Farben zum Vorschein, die so, wie die Uhren dort an der Wand hingen, nicht zu sehen waren. Im Ausstellungsraum ist kein Strahler auf die Uhren gerichtet. Ich bin nicht Photoshopartist genug, um die Farben rauszumachen. Andererseits sehen Kameras Farben, die ein Auge nicht sieht. Vielleicht sollte man nicht die Farbe aus den Bildern machen, sondern den Uhren – und dem Schiefer – einen Strahler gönnen? Ich weiß es nicht.

Dann wäre natürlich die Frage zu klären, wo ein Kuckuck, der das ganze Jahr über in einer Uhr arbeitet, Urlaub macht. Die Antwort lautet: Im Gartenhäuschen. Und das stellt ein verantwortungsbewusster Uhrmacher natürlich auch zur Verfügung.

Bis hierher erinnere ich mich an alles, was Jörg Wesolowski mir so über die Uhren erzählt hat. Der Rest ist in meinem Kopf ausgelöscht. Darum hab ich da nur noch Fotos zum Zeigen, ohne Erklärungen.

Die hätte ich auch ganz gerne an der Wand hängen.
Bestimmt auch ein besonderes Uhrwerk, aber wir haben nicht drüber gesprochen.
Auch eine Uhr mit kompletter Datums und Zeitanzeige.
Buchstützenuhr? Fast hätte ich sie übersehen.
 Miniwerkzeuge, aber ich weiß nicht mehr wofür.
Kinder sind auch willkommen.

Wenn man den Hund mitnehmen will, wie ich das BamBam, sollte man das vorher abstimmen. Denn Herr Wesolowski hat einen großen Miro, der immer da ist und aufpasst. Grundsätzlich sind Hunde aber willkommen. Vor allem sind aber Besucher willkommen, auch wenn sie sich nur anschauen möchten, was dort an Schmuckstücken ausgestellt ist und um sich alles noch genauer erklären zu lassen. Nachdem wir dort ca. 2 Stunden verbracht haben, packte ich den Bär und den Hund wieder ein und wir machten uns auf den Heimweg nach Hand. Zu Fuß, denn um die Uhrzeit sind die Busse übervoll mit Schülern, das braucht ein BamBam nicht. So kamen wir denn am Gronauer Kreisel vorbei und staunten, dass dort schon fast alles abgerissen ist.

Kein Futterhaus und kein Matratzenhaus mehr. Alles weg.

Rechtschaffen müde und zufrieden kamen wir an diesem interessanten Tag wieder zuhause an.

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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