Das Baustellenschild steht seit August, im Januar soll der Abriss des alten Gebäudes beginnen.

Das Kölner Verwaltungsgericht hat am Freitag drei Klagen von Anwohnern der geplanten Marktgalerie in Bensberg gegen die Stadt Bergisch Gladbach als Baugenehmigungsbehörde abgewiesen. Die Klagen wurden als nicht gerechtfertigt bzw. nicht nachvollziehbar eingestuft, teilten die Stadtverwaltung und der Investor, das Unternehmen Centerscape, mit.

Auf der Basis eine gerichtlichen Gutachtens sei das Gericht nach einem einjährigen Verfahren zum Urteil gekommen, dass die geplanten Lärmschutzmaßnahmen mehr als ausreichend seien, heißt es. Der Abriss des alten Einkaufszentrums in der Schlossstraße hatte sich mehrfach verzögert und soll jetzt endgültig im Januar beginnen.

Allerdings können die Kläger noch in Revision gehen. Und außerdem liegt eine weitere Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster, die sich gegen den Bebauungsplan richtet.

Das Kölner Verwaltungsgericht urteilte jetzt, dass selbst ohne die vorgesehene Lärmschutzwand die Belastung der Anwohner deutlich unter dem gesetzlichen festgeschriebenen Maß liegen würde. Unter anderem deshalb seien die Klagen gegen die Baugenehmigung abgewiesen worden. Unter anderem die Eigentümer des benachbarten Hotels Malerwinkel und des Goethauses hatten geklagt. Ein Eigentümer des direkten Nachbargrundstücks sah sich durch eine Änderung der Wege in seinen Rechten verletze.

Bauaufsicht, Bürgermeister und Investoren sehen sich bestätigt

Elisabeth Sprenger, Leiterin des Fachbereichs Bauordnung und Bauaufsicht, zeigt sich erfreut: „Wir haben mit dem Urteil gerechnet, da wir uns sehr sicher waren, dass die Planung und Genehmigung umfassend und rechtmäßig erfolgt sind.“

Bürgermeister Lutz Urbach sieht den Standort Bensberg als Gewinner des Verfahrens: „Die Händler haben hier in den letzten Jahren viel geschafft und setzen sich 100-prozentig für die Kunden ein“, stellt Urbach fest. „Nun kann Centerscape hoffentlich mit großen Schritten das Projekt Marktgalerie umsetzen und den Standort noch mehr stärken.“

Auch die Händlerschaft zeigt sich erleichtert. Georg Daubenbüchel, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft Bensberger Handel, freut sich auf die anstehenden Bauarbeiten. „Wir wissen, dass es für alle eine schwierige Zeit werden wird. Wir sehen aber auch die große Chance, mit einem attraktiven Einkaufszentrum an der Schlossstraße unseren Standort wieder in den Fokus der Kundschaft zu rücken.“

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Auch Projektleiter Heinz Fastabend sieht sich durch das Urteil bestätigt. „Ich war mir sicher, dass unsere Berechnungen korrekt sind“, erklärt der Centerscape-Mann. Auch die Stadtverwaltung hatte mehrfach erklärt, dass die Klagen gegen die Baugenehmigung keine Gefahr für das Projekte darstellten. Aus Sicht der Verwaltung hatten die Klagen auch keine aufschiebende Wirkung.

Verschiebung des Abrisstermins mit Rücksicht auf Händler

Fastabend betonte, sein Unternehmen sei weiter mit den Anwohnern und der Verwaltung im Gespräch, „um die Interessen möglichst aller Beteiligten zu wahren“. Das sei auch der Grund für die jüngste Verzögerung:  Die Verschiebung des Gebäudeabrisses auf Januar 2015 sei „aus Rücksichtnahme auf das Weihnachtsgeschäft und die Interessen der Einzelhändler geschehen ist“, erläutert Thomas von Einem, Prokurist von Centerscape.

Etwa vier Monate werden nun ab Januar  kalkuliert, um das alte Gebäude abzureißen. Zunächst wird das alte Löwen-Center entkernt und die Wertstoffe entsprechend sortiert. Dann müssen circa 60.000 Kubikmeter Beton abtransportiert werden.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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