Bernd Martmann ist Leiter des Stadtentwicklungsbetriebs und Beigeordneter der Stadt

Laut Planung sollte der Stadtentwicklungsbetrieb (SEB) unter Leitung von Bernd Martmann im vergangenen Jahr 1,26 Millionen Euro Gewinn machen. Doch nichts läuft nach Plan, 2014 gab es zum Beispiel einige Verzögerungen beim Gewerbegebiet Obereschbach. Und sehr kurzfristig musste der SEB das ehemalige Lübbe-Verlagsgebäude kaufen und zum Flüchtlingsheim herrichten.

Daher erreichte der Gewinn nicht die geplanten 1,2 Millionen, sondern satte 2,2 Millionen Euro. Das geht aus dem Jahresabschluss hervor, denn der SEB am Mittwoch dem Verwaltungsrat vorlegte.

Die offizielle Begründung: 2014 seien besonders viele Grundstücksgeschäfte abgeschlossen worden. Daneben ist der SEB auch für die Wirtschaftsförderung und den Tourismus zuständig.

Details zu den Grundstücksgeschäften werden nicht veröffentlicht. Zwar nimmt die Beschlussvorlage (download) Bezug auf einen Lagebericht und detaillierte Anlagen, diese sind jedoch nicht ins Ratsinformationssystem eingestellt worden.

Magere Aussichten für 2015

Eine Lösung für die Haushaltsprobleme der Stadt Bergisch Gladbach ist der 2014er Gewinn offenbar nicht. Schon im laufenden Jahre werde der Gewinn voraussichtlich sehr viel niedriger ausfallen, warnt die Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Geplant sei ein „niedriger fünfstelliger Betrag”. Also irgendetwas um die 30.000 Euro. Im Vergleich zu 2014 so gut wie nichts.

Das Lübbe-Gebäude

Dabei hat der SEB auch im laufenden Jahr viel vor. Unter anderem soll der zweite Trakt des Lübbe-Gebäudes hergerichtet und an die Stadt vermietet werden. Auch der SEB selbst will hier einziehen.

Der Verwaltungsrat billigte den Jahresabschlusses und erteilte SEB-Vorstand Bernd Martmann die Entlastung.

Weitere Infos:
Alle Beiträge zum Stadtentwicklungsbetrieb
Website des Stadtentwicklungsbetriebs
Tagesordnung der Sitzung des Verwaltungsrates

Zum Hintergrund: Der Stadtentwicklungsbetrieb wurde z.2011 als Anstalt öffentlichen Rechts gegründet und ist eine 100 prozentige Tochter der Stadt. An der Spitze steht der von Bernd Martmann geführt Vorstand, die Aufsicht übernimmt ein 17-köpfiger Verwaltungsrat. Vorsitzender ist Bürgermeister Lutz Urbach.

Nach eigener Darstellung will die Stadt durch diese Konstruktion „mehr Wirtschaftlichkeit und Effizienz im operativen Geschäft” erreichen. Das biete vor allem bei der Erschließung von Gewerbeflächen und der Vermarktung von Immobilien Vorteile. Zudem sichere diese Struktur „der Stadt auch in finanziell schwierigen Zeiten ein Stück Handlungsfähigkeit für die Zukunft”.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Moinmoin Herr Santillan,
    hab mir mal ihren Post reingezogen. Am Anfang stellen sie uns Kapitalisten mal wieder als verkommene Spekulandenbande dar und bezichtigen uns der Preistreiberei. Um uns am Ende vorzuwerfen das viele Subventionen vorher geflossen sind.
    Ich setzt das also erst mal in die richtige Reihenfolge. Erst wurden die Grundstücke mit Subventionen erschlossen, dann teuer verkauft um die Subventionen zurück zu bekommen und noch ein Plus in der Stadtkasse zu haben. Was’n nu daran so schlimm?
    Tun den Roten von Schwarzen Zahlen die Augen weh oder was da los bei euch Kampfproletariern.

    Was die Luxusbuden anbelangt. Aufgrund der Tatsache das Gewerbe für GL unzumutbar is werden die Umlagen und Gebühren für die Bewohner dieser Stadt eh so teuer das sich das keine Junge Familie leisten kann. Sozialer Wohnungsbau wurde also erfolgreich u.a. auch von den linken in dieser Stadt erfolgreich bekämpft. Jetzt wo das offensichtlich wird kommt die Judäische Volksbefreiungsfront um die Ecke und wirft mit Schlamm nach allen Richtungen. Diesmal bleibt der Mist aber nich an den liberalen hängen. Suchen se sich n neues Feindbild. Mirwegen die Konservativen Sozis aus der CDU.:-))

  2. Die hohen Gewinne bei dem Grundstücksverkauf sind Resultat von Preistreiberei und Spekulation mit hohen Immobilienpreisen beim Grundstücksverkauf. Damit betätigt sich die Stadt selbst daran, dass die Preise für Grundstücke immer weiter steigen und für junge Familien immer unerschwinglicher werden, Auch Investoren, welche günstige oder sozial geförderte Wohnungen bauen wollen, können bei dieser Preisspirale, wie sie von der SEB massiv befördert wird, keine interessanten Grundstücke mehr finden, um Sozialwohnungen zu bauen. Schauen wir uns doch mal an, was zur Zeit in Bergisch Gladbach auf ehemaligen städtischen Grundstücken gebaut wird. Hochwertige und teure Luxus-Eigentumswohnungen oder sehr teure Eigenheime. Natürlich dürfen wir die Gewerbeflächen nicht vergessen. Auch die werden von der SEB verkauft, wurden aber vorher jahrelang vom Steuerzahler teuer subventioniert (z.B.: Erschließung Abwasser, Kommunikation, …) und können dann billig angeboten werden. Ich gehe mich mal übergeben!