Unter dem Stichwort „Kollege Hund” animiert der Tierschutzbund am heutigen Donnerstag dazu, seinen Vierbeiner doch mal mit ins Büro zu nehmen. Eine nette Idee, aber etwas weltfremd.

Sehr viel bodenständiger ist der Ansatz der Stadtverwaltung in Bergisch Gladbach. Für sie sind Hunde Steuerzahler: am 1. Juli ist wieder Zahltag, dann wird die jährlich anfallende Hundesteuer eingezogen.

Aber da geht noch mehr, findet die Stadt – und macht sich daran, mal wieder die Zahl der Hunde in der Stadt genauer zu erfassen und um mehr Steuerehrlichkeit von „Herrchen und Frauchen” zu ringen. Ganz im Stil der Bundesbehörden verkündet sie dazu sogar eine Steueramnestie.

Debatte zum Thema in der Facebook-Gruppe „Politik in BGL”

Tatsächlich steigt die Zahl der Hunde in Bergisch Gladbach stetig an. Davon wissen viele Bewohner und die Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebs ein Lied zu singen, die mit einem immer größeren Haufen von Häufchen konfrontiert werden.

Shar-Pei Foto: Wikipedia CC 3.0

Jedes Jahr kommen 400 Pfoten hinzu

Nach offiziellen Zahlen der Stadt gibt es derzeit etwas mehr als 5000 Hunde in der Stadt. Das sind 20 Prozent mehr als noch 2000. Seit 2007 kommen Jahr für Jahr 400 Pfoten hinzu.

Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Denn einige Hundebesitzer würden mitunter „vergessen, ihre vierbeinigen Hausgenossen bei der städtischen Steuerbehörde anzumelden”, berichtet die Stadt. Daher sei es mal wieder Zeit für eine ordentliche Hundebestandsaufnahme.

Steueramnestie für „vergessliche” Besitzer

Dabei setzt die Verwaltung auf Informationen, auf eine Amnestie – und auf Kontrollen. Zunächst werden alle Haushalte angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht, dass nach städtischer Hundesteuersatzung Hunde innerhalb von zwei Wochen nach Aufnahme in den Haushalt anzumelden sind. (Hier gibt es das Formular zum download.)

Wem diese Pflicht erst damit bewusst werde, der habe bis zum 31. Oktober die Chance auf eine Amnestie. Wenn er sich freiwillig meldet, wird kein Bußgeld fällig.

Vier Hunde für 512 Euro: Schweizer, Berner, Appenzeller und Entlebucher. Foto: Wikipedia CC 3.0

Wer erwischt wird zahlt saftige Strafe

Gleichzeitig kündigt die Stadt stichprobenmäßige Hundekontrollen an. Wer dann erwischt wird darf mit bis zu 5.000 Euro Strafe rechnen.

Die Steuer für normale Hunde ist relativ moderat: ein Hund pro Haushalt kostet 100 Euro, für zwei Hunde sind es dann 228, ab drei Hunden pro Kopf 128.

Richtig teuer werden Hunde, die als gefährlich eingeordnet sind: Hier kostet schon der erste Hund 672 Euro, ab dem zweiten sind es jeweils 840 Euro.

Warme Regen für die Stadtkasse

Wie gesagt, die Hundesteuer ist in Bergisch Gladbach relativ gering. Aber auch viele kleine Häufchen ergeben einen großen: 2013 nahm die Stadt knapp eine halbe Million Euro an Hundesteuer ein.

Umgerechnet auf jeden Einwohner waren es 4,61 Euro, in Kürten dagegen musste jeder Einwohner rechnerisch 8,20 Euro zahlen, in einigen anderen NRW-Städten waren es sogar mehr als zehn Euro.

Hundesteuer – da geht noch mehr

Durchaus möglich also, dass im Zuge der Neuverhandlungen über Bergisch Gladbachs Haushaltssicherungskonzept auch das Thema Hundesteuer wieder auf die Tagesordnung kommt. Städte wie Köln verlangen  156 Euro für den ersten Hund, in Leverkusen werden ab dem zweiten Hund jeweils stolze 264 Euro  fällig. (Übersicht des Steuerzahlerbundes, pdf

Weitere Informationen für Hundehalter bietet die Stadt im Internet und telefonisch in der Steuerabteilung unter der Nummer 02202 142742.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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