Die Mahnwache am Samstag (7.11.2015, 11 Uhr)  in Bergisch Gladbach findet 2015 vor dem Hintergrund täglicher Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und rassistischer Kundgebungen von PEGIDA und HOEGSA statt.

Seit 25 Jahren erinnert in Bergisch Gladbach eine Mahnwache an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938, als in deutschen Städten Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand gesteckt und vernichtet wurden. Das Signal für die industrielle Massenvernichtung von Menschen jüdischen Glaubens war gegeben.

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Der 9. November ist auch eine Mahnung für die Gegenwart, denn Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus sind noch lange nicht überwunden. Die Mordserie der NSU, Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, neonazistische Aufmärsche und rechtsextreme Gruppierungen in Räten und Parlamenten mahnen uns, dass der Schatten der Vergangenheit immer noch auf der Gesellschaft lastet.

Aus der Vergangenheit lernen, Brücken in die Zukunft bauen

Der Titel der Mahnwache „Gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, für Toleranz und soziale Gerechtigkeit“ zeigt, dass es um mehr geht, als um eine reine Erinnerungskultur: Aus der Vergangenheit lernen und Brücken in die Zukunft bauen. Es geht um ein friedliches und tolerantes Zusammenleben in sozialer Gerechtigkeit. Umfeld des alten Standortes einen neuen.

„Der 9. November markiert den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 hin zur systematischen Verfolgung und industriellen Ver­nichtung,“ so Jörg Mährle vom DGB Köln-Bonn: „Mit der traditionellen Mahnwache wollen wir nicht nur an diesen Wendepunkt erinnern. Uns geht es auch darum, aus der Vergangenheit zu lernen und ein Zeichen für ein friedliches und to­le­ran­tes Zusammen­leben zu setzen.“

„Wir haben ein Problem in diesem Land: Rassismus“

Vieler dieser Zeichen sind nach Auffassung von Reimund Smollen, Sprecher des DGB im Rheinisch Bergischen Kreises, vor dem Hintergrund der zunehmenden Gewalt gegen Flücht­lingsunterkünfte sowie rassistischen Äußerungen bei Kundgebungen von HOGESA oder PEGIDA notwendig: „Die verheerenden Anschläge gegen Unterkünfte für Ge­flüchtete, die hasserfüllten Pöbeleien von Nazis und selbsternannten ‚besorgten Bürgern‘ gegen Flüchtlinge sind ein Anschlag auf die Menschenwürde. Wir haben ein Problem in diesem Land: Es heißt Rassismus!“

Getragen wird die Gedenkveranstaltung vom VVN-BdA und dem DGB im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Samstag, 7. November 2015, 11:00 Uhr
Lerbacher Weg 2 / Bergisch Gladbach Vor der Kirche St. Joseph

ERÖFFNUNG: Walborg Schröder, VVN-BdA

GRUSSWORTE: Lutz Urbach, Bürgermeister;  N.N., Integrationsrat

REDEBEITRÄGE: Olaf Seiler, VVN-BdA Reimund Smollen, DGB Rhein-Berg

HINWEIS: Wegen einer Baustelle findet die Mahnwache in diesem Jahr nicht an der Gedenktafel am ehemaligen Stella-Werk statt, sondern auf dem Gelände der Kirchengemeinde St. Joseph, die den Platz dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.

Kooperationsveranstaltung von: Deutschen Gewerkschaftsbund DGB-Netzwerk Rhein-Berg VVN-BdA Bergisch Gladbach

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Tomás M. Santillán

Tomás M. Santillán lebt seit seinem ersten Lebensjahr in Bergisch Gladbach Refrath. Bekannt wurde Tomás M. Santillán durch sein Engagement als Antragsteller des Bürgerentscheid gegen des Cross-Border-Leasing 2003 und seine Kandidaturen als Bürgermeister und Landrat. Von 2009-2014 vertrat er DIE...

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