Wintermärchen – so lautete der Titel einer Veranstaltung im Spiegelsaal des Bergischen Löwen am 25. November. Gerd J. Pohl, Puppenspieler und genialer Vorleser, bestritt das anderthalbstündige Programm, ohne Pause.

Ich war früh genug dort und hatte Zeit, mir den Spiegelsaal genauer anzusehen. Bei einer früheren Edgar-Allan-Poe-Lesung war der Raum dunkler und ich hab nicht erkennen können, warum der Raum „Spiegelsaal” heißt. Heute hab ich die Spiegel gefunden: Alle unter der Decke. Die Gestaltung der Wände geben dem Raum bei Licht einen warmen, rötlichen Schimmer.

Gerd J. Pohl kann mit seiner Stimme Atmosphäre schaffen. Mal laut mal leise, mal gefährlich flüsternd, mal drohend die Stimme erhebend, trägt er seine Geschichten vor. Ihm bei seinen Vorträgen zuzusehen, ist nicht langweilig.

War da was? Wenn ja, hab ich es nicht mitbekommen.

Wenn man aber die Augen schließt, kommen sie alle, die Geister und Gestalten, die er ruft.

  • Der Kellner, der für ein Kind eine Murmelkuhle ins Parkett klopft und seinen Job verliert.
  • Das arme Mädchen mit den Schwefelhölzern.
  • Die Schneegespenster und der alte Priester, der seine Sünden erkennen muss.
  • Die rauhen Kerl in der Kneipe in Chicago, die sich solch gemeine Weihnachtsgeschenke ausgedacht haben.
  • Der tanzende Räuber Horrificus.
  • Und der kleine Geist eines Mädchens im Fichtenhof in Herkenrath.

Der Applaus holte mich immer wieder in die Realität zurück. Die Zeit verging wie im Fluge. Die Veranstaltung war gut besucht. Danke an Gerd J. Pohl für einen gelungenen Mittwochabend.

Evelyn Barth

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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