Im Mittelpunkt der Führung durch die Ausstellung „Schwarzarbeit” steht eine große rote Krabbeldecke. Sie wird an diesem Mittwoch mitten im Raum ausgebreitet, dann kommt eine Menge an Spielsachen dazu. Das bleibt nicht lange unbemerkt – sofort machen sich die Ausstellungsbesucher über Bauklötze, Bücher und Schneebesen her.

Einige der Besucher, die noch nicht einmal ein Jahr alt sind, finden dann aber den Raum oder die Nebenräume noch spannender und begeben sich auf Endeckungstour. Kein Problem, denn sie nehmen an der Sonderführung „Mit Baby ins Museum” statt, die das Kunstmuseum Villa Zanders an jedem ersten Mittwoch im Monat anbietet. Natürlich auch für Väter.

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„Oft hat man Hemmungen, sein kleines Kind überall hin mitzunehmen. Vor allem in einem Museum könnten sich andere Leute schnell gestört fühlen”, berichtet Stefanie Bruns, die mit ihrer elfmonatigen Tochter Maya gekommen ist. Hier aber wisse man, dass die Kinder willkommen sind und sich keiner gestört fühlt, wenn mal gequengelt wird.

Lena Stockmann, von ihrer neunmonatigen Tochter Hanna begleitet, lobt die Betreuung der Kinder durch Mitarbeiter des Museums: „Damit kann ich mich ganz auf die Kunst einlassen und mich konzentrieren.”

Tatsächlich haben die zwei Betreuerinnen die Babys immer im Auge. Bewegt sich die kleine Gruppe unter Führung Sabine Müller in den nächsten Raum, wird die Spieldecke mitgenommen. Die Kinder sind immer in Sichtweite und können jeder Zeit wieder zu ihrer Mama in den Arm krabbeln.

Sabine Müller ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums und erläutert die Ausstellung

Mal finden die Babys den Teppichboden interessanter im oberen Bereich der Villa Zanders. Aber auch das Parkett im Erdgeschoss kommt gut an – weil man darauf besser rutschen kann. Ein Baby beschäftigt sich mit einem Papierstück mit dem Satz „Bitte nicht Berühren!” auf dem Fußboden. Das gehört da nicht hin und soll lieber abgehen. Hin und wieder wollen die Babys auch etwas zu Müllers Erläuterungen beitragen, also  kreischen und babbeln sie fröhlich mit.

Ob Groß oder Klein, alle sind zufrieden und haben Freude daran, viele neue Eindrücke zugewinnen. „Bei manchen Kunstwerken, die sehr bunt oder groß sind, kann man beobachten, wie selbst die ganz Kleinen auf ihre Art und Weise reagieren,” berichtet Meike Ditscheid von der Katholischen Familienbildungsstätte Bergisch Gladbach.

Nach der Führung gibt es im Roten Salon noch eine Kaffee- oder Teepause. Hier können sich die Besucher in einer gemütlichen Runde unterhalten. Da die Besucher Gruppe meistens eher klein ist, besteht ein angenehmes Klima.

An jedem ersten Mittwoch im Monat werden Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 12 Monaten in das Kunstmuseum Villa Zanders in Bergisch Gladbach eingeladen. Dort wird ihnen mit den Kindern zusammen  eine Stunde lang die aktuelle Ausstellung gezeigt. Das Projekt „Mit Baby ins Museum” ist eine Kooperation des Kunstmuseums mit der Katholischen Familienbildungsstätte und findet schon seid drei Jahren statt.

Anmeldungen sind wünschenswert. Aber auch kurzentschlossene sind willkommen.
Kontakt: Kath. Familienbildungsstätte
02202/936390  – info@bildungsforum-gladbach.de – Website

Dunkle Zeiten im Kunstmuseum Villa Zanders

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Caren Schwarz

Schülerin an der HöHa Bergisch Gladbach

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