Im Haus an der Bensberger Straße will die Stadt ein Integrationszentrum einrichten

Der Fachbereich Soziales schlägt dem Stadtrat vor, in einem angemieteten Wohnhaus in Heidkamp ein Integrations- und Willkommenszentrum einzurichten. Der „Startpunkt Bergisch Gladbach“ soll für zunächst fünf Jahre von der städtischen GL-Service betrieben werden. Dafür soll die Stadt pro Jahr 200.000 Euro zur Verfügung stellen. Das geht aus einer Vorlage hervor, die heute zunächst im Integrationsrat und anschließend im Sozialausschuss beraten wird.

Aktuell versorgt die Stadt knapp 1400 Flüchtlinge, die noch keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus haben. Die Zahl der Migranten insgesamt ist deutlich höher. Zwar werden der Stadt bereits seit Februar keine neuen Flüchtlinge zugewiesen, die Verwaltung geht aber davon aus, dass die Integration der Neuankömmlinge eine langfristige Aufgabe ist.

Eine zentrale Anlaufstelle für alle diejenigen, die Hilfe bei der Integration benötigen oder anbieten, wird von den Flüchtlingsinitiativen der Stadt schon lange gefordert und vom zuständigen Fachbereich befürwortet. Zuvor waren dafür eine alte Belkaw-Halle sowie das Gelände der zukünftigen Containerunterkunft in Lückerath im Gespräch gewesen. Auch im neuen Niedrigenergiehaus auf dem Geländer der Unterkunft in Paffrath könnte eine Begegnungsstätte entstehen.

Die Verwaltung will das Integrationszentrum im sogenannten Kenfenheuer-Haus in Heidkamp unterbringen. Sie hatte das gesamte Haus bereits zum 1. Juni angemietet und im Sommer dort rund 50 Flüchtlinge untergebracht. Nicht weit entfernt liegt das Lübbehaus, in dem dauerhaft gut 150 Flüchtlinge wohnen; ein 300 Betten großes Containerdorf entsteht ein Stück weiter die Bensberger Straße hinauf in Lückerath.

Die Ladenlokale im Erdgeschoss des Kenfenheuer-Haus stehen leer und sollen zusammen mit einer Wohnung (für Büros) und einem Teil der Tiefgaragenplätze (Lagerraum) ab Januar 2017 für den „Startpunkt” genutzt werden. Eine Vermietung dieser Räume an Gewerbetreibende sei nur schwer möglich gewesen, heißt es in der Vorlage.

Die Stadt kalkuliert mit jährlichen Mietkosten (inklusive von Tiefgaragenplätzen) von 43.000 Euro, Personalkosten von 125.000 Euro sowie Neben- und Sachkosten von 30.000 Euro.

Hinweis der Redaktion: Für das Integrationszentrum hat der Fachbereich Jugend und Soziales unter Leitung von Beate Schlich ein umfangreiches Konzept erarbeitet, das auch grundsätzliche Aussagen über die Integrationsarbeit in der Stadt trifft. Wir dokumentieren das Konzept unten.

GL Service soll für den Betrieb 2,5 Stellen für die Leitung und für pädagogisches Fachpersonal schaffen; das Integrationszentrum sei aber „kooperativ ausgerichtet”, heißt es in der Vorlage. Hier sollen verschiedenen Partnern und Initiativen rund um den Themenkomplex „Flucht/Zuwanderung/ Integration“ die Möglichkeit bekommen, „angemessene und notwendig erscheinende Maßnahmen” durchzuführen. Neben der Integration steht auch die Begegnung zwischen Einheimischen und Neubürgern auf dem Aufgabenzettel.

Als Schwerpunktthemen der Arbeit vor Ort werden in der Vorlage genannt:

  • Bildungs- und Förderangebote sowie kulturelle und freizeitorientierte Maßnahmen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
  • Maßnahmen zur Orientierung im Schul- und Ausbildungssystem, im Speziellen im Bereich des Übergangs von der Schule in den Beruf oder in das Studium (Aspekt der Jugendberufshil-fe/Ex-Azubi-Treff), Ausbildungsberatung
  • Anbindung des Mentorenprojekts der Evangelischen Kirchengemeinde Stadtmitte
  • Unterstützung der Ehrenamtlichkeit
  • Ort der Begegnung für Einheimische und Zuwanderer, Veranstaltungsort, Café
  • Allgemeine Beratung für Familien und Frauen (in Kooperation mit Frauen helfen Frauen)
  • Zusätzliche Beratungsangebote durch die Arbeitsagentur, das Jobcenter, das Kommunale
  • Integrationszentrum, den Kinderschutzbund und andere Träger

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Das Integrationszentrum wird von der Stadt Bergisch Gladbach eingerichtet, Sie können sich an die Koordination Ehrenamt wenden,
    Friederike Hennig, 02202 142868, F.Hennig@stadt-gl.de. Weitere Ansprechpartner bei allen Flüchtlingsinitiativen finden Sie hier: in-gl.de/2015/08/08/fluechtlingshilfe-in-bergisch-gladbach/
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