Jörg Krell, FDP-Fraktionschef Bergisch Gladbach

Jörg Krell, FDP-Fraktionschef

Zahlreiche Flüchtlinge haben wir in unserer Stadt in den letzten Monaten untergebracht und versorgt. Nun stellt sich die nächste Herausforderung: Die Neuankömmlinge in unser gesellschaftliches Leben zu integrieren. Tägliche Kontakte zu den Einheimischen sind dafür der beste Weg – und der wiederum führt am einfachsten über Arbeit.

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Dafür braucht es möglichst viele und schnelle Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern bzw. Lehrherren für mögliche Arbeits- und Ausbildungsplätze. Was sie anfangs noch nicht können, lässt sich by doing am Arbeitsplatz erlernen: notwendige Fertigkeiten – und Deutsch! Positiver Nebeneffekt: Sinnvoll ausgefüllte Tagesabläufe und weniger Unzufriedenheit und Aggression.

Gerade wurde im Sozialausschuss beschlossen, dass die GL Services im Rahmen eines Bundes-Förderprogramms 106 Flüchtlinge unter ihre Fittiche nehmen soll (84 davon für externe Tätigkeiten, 22 in den Unterkünften selbst). Die FDP hat dagegen stimmt – so war kurz und knapp in der Presse zu lesen. Wie passt das denn zu dem gerade beschriebenen Anspruch?!

„Wir halten das schlichtweg für eine suboptimale Lösung”, so Fraktionschef Jörg Krell:

Die GL Services ist zum einen weniger geeignet als freie Wohlfahrtsverbände, solche Programme effizient und effektiv durchzuführen. Weder hat man dort das geeignete Personal noch die hinreichende Erfahrung – mit dem Ergebnis, dass zusätzliche Stellen geschaffen und qualifizierte Betreuer eingestellt werden müssen. (Was nicht einfach werden wird: Sie sind auf dem Arbeitsmarkt kaum verfügbar.) Um alternative Lösung hat man sich nach unserer Einschätzung nicht ausreichend bemüht.

Zudem es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Das primäre Ziel muss doch sein, die Flüchtlinge nachhaltig für den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Mit 104 Flüchtlingen unterstützen wir zum einen auf diesem Weg nur einen kleinen der Teil der 1400 Flüchtlinge in BGL. Und außerdem ist die Förderung des Bundes jeweils auf ein halbes Jahr beschränkt. Im Sinne der Flüchtlinge und unserer Gesellschaft müssen Integrationsmaßnahmen geeignet sein, eine größere Anzahl von Flüchtlingen zu umfassen, und zwar so lange, bis sie durch Arbeit für sich selber sorgen können. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, in die auch die Unternehmen in unserer Stadt mit einzubeziehen sind.

Daher fordern wir die Verwaltung neuerlich auf (wie schon in unserem Antrag vom 8.3.2016 geschehen), dafür in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit die Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft und mit den örtlichen Unternehmen zu suchen und eine flankierende Unterstützung für eine Verbesserung der erforderlichen Sprachkenntnisse zu organisieren. Flüchtlinge, deren Asylantenstatus bereits anerkannt ist, werden bereits von der Arbeitsagentur betreut. Von dieser Seite kann also auch für die anderen Fälle ein kompetenter Input erwartet werden.

Die Umsetzung ist mit Aufwand verbunden. – Aber er ist in den Augen der FDP durch das gerechtfertigt, was man im Sinne der Flüchtlinge und damit letztlich im Sinne unserer Gesellschaft damit erreicht. Der beste Integrationshelfer ist nun einmal der Kollege am Arbeitsplatz, ist die Ortsvorsitzende Anita Rick-Blunck überzeugt.

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Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge.

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