Bei der ersten Debatte über die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung im Stadtrat haben fast alle Fraktionen zum Teil deutliche Kritik am Vorgehen der Verwaltung geübt. Die CDU wagte sich mit klaren Aussagen zum Umfang der beanspruchten Flächen vor. Ein Antrag der Grünen auf einen Stopp des Verfahrens war am Ende aber chancenlos.
Gut 600 Bürger hatten die Sitzung des Stadtplanungs- und des Flächennutzungsplans verfolgt, die extra in den Bergischen Löwen verlegt worden war. Sie verfolgen die Sitzung konzentriert und beließen es bei wenigen Beifallsbekundungen bzw. Pfiffen, die Sitzungsleiter Lennart Höring (nach einer Belehrung zu Beginn der Sitzung) gelassen hinnahm.
Höring; Wie im Bundestag auch hier Zwischenrufe nicht erlaubt, Plakate aus Brandschutzgründen verboten, Video und Audio ebenso #gl1 #fnp
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Vertreter der Bürgerinitiativen sprachen angesichts der starken Beteiligung von einem Erfolg – und auch Höring wertete die publikumsstärkste Ausschusssitzung als erfolgreich.
Inhaltlich stellte die Verwaltung die Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligung vor. Das waren vor allem die sogenannten Bürgergespräche und die gut 4400 Einwendungen. Dafür bediente sich die Verwaltung allerdings ihrer externer Verwalter, Stadtbaurat Harald Flügge ergriff dreimal knapp das Wort.
Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in dieser summarischen, pauschalen Form waren bereits bekannt; die Berater referierten Unterlagen, die das Bürgerportal bereits veröffentlicht hatte.
Evaluation der Bürgergespräche wird von externem Berater präsentiert. Inhalte: https://t.co/z9cSwuz5Ah pdf https://t.co/trDQHuOFV5 #gl1
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#gl1 pic.twitter.com/0j1CZm2SQk
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Kritik aus den Ratsfraktionen kommt bereits bei der Frage auf, ob und inwieweit die Ergebnisse der sogenannten Bürgergespräche repräsentativ sind, was Bernd Hallenberg vom vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwcklung bereits vorab mit Blick auf einen Bericht des Bürgerportals verteidigt:
Bürgergespräche waren Versuch, Repräsentativität durch Auswahl herzustellen, daher ging es nicht um die Anzahl #gl1 https://t.co/z9cSwuz5Ah
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Experte: Misstrauen wie in der Umfrage dokumentiert und von iGL berichtet ist „absolut typisch, #gl1 schneidet noch relativ gut ab”
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Allerdings versäumt Hallenberg eine saubere Quellenangabe („wie man im Internet lesen konnte”) und gibt den Bericht falsch wieder: Das Bürgerportal hatte nicht, wie behauptet, berichtet, das Vertrauen der Bürger in die Politik sei zurückgegangen. Sondern korrekt, dass in der Bestandsaufnahme des vhw eine Mehrheit der Befragten gesagt hatte, weder der Politik zu vertrauen noch der Art und Weise der Entscheidungsfindung.
Zum Verfahren hatten hatten auch die Ausschussmitglieder einige kritische Fragen:
Metten (CDU): Guter Weg, Neuland für Politik + Verwaltung. Aber alarmierend: nur 10 % der Eingeladenen haben teilgenommen. Wie valide? #gl1
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Experte Hallenberg: Möglichst viele Teilnehmer war nicht das Ziel. Wichtiger: alle sozialen Gruppen vertreten. Das ist gelungen #gl1
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Schundau (Grüne): Bei so wenig Teilnehmer der Bürgergespräche sind die Ergebnisse „für die Katz”. Hallenberg widerspricht (s.o.) #gl1
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Graner (FDP): 80 % der Teilnehmer haben Wohnungseigentum. Das ist für #gl1 nicht repräsentativ. Das räumt Hallenberg ein, sei irrelavant.
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Bernhauser (CDU): 82% der Teilnehmer älter als 50 Jahre. Dabei geht es beim #FNP doch um Zukunftsfragen. #gl1
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Das räumt auch Hallenberg ein:
Hallenberg räumt ein, dass zu wenig junge Personen dabei waren. Für die wären andere Formate notwendig gewesen, Social Media. #gl1
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Im nächsten Tagesordnungspunkt geht es dann um die Inhalte der gut 4400 Einwendungen der Bürger, die vom Beratungsbüro Post Welters zusammen gefasst und mit Stellungnahmen der Verwaltung versehen hatte.
Stern (Büro Post Welters) stellt „Rückblick auf die Beteiligung” vor. Hier lesen: https://t.co/HURXDsuP2S https://t.co/GZVM1oDasY #gl1
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Dabei wurden mehr oder weniger alle Kritikpunkte zurück gewiesen:
Stern verteidigt Bevölkerungsprognose: aktuell, abgestimmt mit RP Köln. Verweist auf Bedarf in Köln + Ersatzbedarf Wohnen #gl1
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Stern betont: Flächenangaben sind Brutto-Angaben, Auch Innenflächen berücksichtigt. Zanders nur bedingt eingeflossen. #gl1
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Stern: Dichtewerte sind in Steckbriefen freiwillg gemacht worden, dienen nur der Orientierung. #gl1
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Stern: Ist der Flächenbedarf für Gewerbe tatsächlich so hoch? Verweist auf Obereschbach aus Giphro-Modell. Das ergibt 43,6 ha netto #gl1
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Stern: Wald hat geringere Schallschutzfunktion als Gebäude. Auch sei die Lufthygiene nicht betroffen. Erste Pfiffe im Publikum #gl1
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Stern zu Zanders: Im Kern bleibt eine Papierfabrik, wird aber geprüft, bevor neue Außenflächen in Anspruch genommen werden #gl1
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Stern: Im nächsten Schritt für den Entwurf des #FNP wird es eine Verkehrsuntersuchung geben. #gl1
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Stern: Bahndamm, A4 und Linie 1 mussten im Vorentwurf #FNP aufgenommen werden. Als bestehende Pläne / Planungsgedanken #gl1
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Stern: Regionale Grünzüge und Frischluftschneisen sind berücksichtigt, schließen Bebauung aber nicht aus. #gl1
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Stern: Landschaftsschutz kann überwunden werden. Muss aber besonders sorgfältig abgewogen werden. #gl1
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Kein Wunder, dass diese Aussagen auf Kritik stoßen. Besonders vehement bei den Grünen. Aber nicht nur:
Schundau (Grüne): „Einige Aussagen nicht zu akzeptieren, zu Wald und Klima. Wissenschaftliche Grundlagen würde ich gerne mal sehen.” #gl1
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Das ist einer der wenigen Momente, wo Baurat Flügge selbst das Wort ergreift, sich aber relativ allgemein äußerte:
Baurat Flügge: Streit über Prognosen ein Stück weit akademisch; FNP ist offen für die Zukunft, wird an tatsächlichen Bedarf angepasst #gl1
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Hr Schundau (Grüne): Umweltaspekte nicht einfach hinten anhängen, gehören nach vorne. Natur ist Anziehungspunkt für Kölner #gl1
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Steinbüchel (Grüne): Wenn ich auf unbebaute Wiese schaue ist mir eine brutto/netto Betrachtung egal. Straßen sind voll, wenig Spielraum #gl1
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Steinbüchel (Grüne): Am Anfang fragen: wieviel weitere Bürger kann die Stadt verkraften. Wo soll das zusätzliche Gewerbe hin. #gl1
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Schundau (G) kritisiert Aussage, dass nicht jede Stellungnahme abgewogen und beantwortet wird. Dann haben BI Arbeit umsonst gemacht #gl1
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Ein kleines Geplänkel gibt es in der Frage, warum die Verwaltung die Original-Einwendungen zwar dem externen Büro Post Welters zur Verfügung stellt, einen generelle Veröffentlichung aber mit dem Argument des Datenschutzes (der Einwender) begründet. Hier passt der Berater und bittet Flügge um die Antwort:
Schundau (G) fragt nach Datenschutz: Alle Eingaben an Post Welters geschickt, Veröffentlichung wird aber verweigert, wg Datenschutz ?!? #gl1
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Flügge: Datenschutz ist zugesichert worden, Post Welters arbeitet als verlängerter Arm der Verwaltung #gl1
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In der Debatte stellen vor allem Vertreter der Mehrheitsfraktionen CDU und SPD heraus, dass der Diskussionsprozess gerade erst begonnen haben, sich die Verwaltung mit ihren Stellungnahmen womöglich schon ein Stück zu weit vorgewagt habe:
Ebert (SPD): Bericht fasst Kritik zusammen und stellt Verwaltungsmeinung dagegen. Die politische Debatte hat noch gar nicht begonnen. #gl1
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Ebert (SPD): Noch ist nichts in Stein gemeißelt, die Dinge verändern sich rasch. Bsp: Köttgen, Zanders, … #gl1
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Ebert (SPD): Einwendungen zu einzelnen Flächen liegen uns noch gar nicht vor. Damit wird es erst spannend. #gl1
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Metten (CDU): Unsere Headline gilt nach wir vor: Metropolnahes Leben + Arbeiten im Grünen. Nähe Köln hat Vor- und Nachteile #gl1
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Metten: FNP ermöglicht Blick auf große Zusammenhänge. Zeigt aber erst mal nur die Optionen auf. Und da gibt es immer neue: Cox, Kops #gl1
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Dann schlägt Metten, erneut ein wenig deutlicher als zuvor, einige Pflöcke ein:
Metten: Brauchen Urbanität. Innenentwicklung hat immer Vorrang, Verdichtung wird nötig sein. #gl1
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Metten: Magisches 5-Eck auf B-Plan-Ebene: Verkehr, Stadtbild/Natur, bezahlbarer Wohnraum iwS, Gundstückswerte, Bildungsinfrasttruktur #gl1
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Zudem verkündet der CDU-Fraktionschef eine echte Neuigkeit. Schon mehrfach hatte er zu erkennen gegeben, dass er die Forderungen der Verwaltung für neue Gewerbegebiete in Höhe von rund 50 Hektar nicht sieht; explizit hat sich die CDU gegen das Vorhaben gestellt, in Voislöhe ein großes Gewerbegebiet auszuweisen.
Jetzt sagt Metten:
Metten: Stellungnahmen RP und Kreis lassen erwarten, das FNP ein deutlich anderes Flächengerüst haben wird als der Vorentwurf #gl1
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Damit ist klar, dass der Kreis und die Regierungspräsidentin, die in dem Verfahren eine besondere Rolle spielen, bei einem Teil der potenziellen Flächen nicht mitspielen werden.
Außerdem stellt Metten in Richtung Verwaltung klare Forderungen für die Vorbereitung der nächsten Sitzung im Mai:
Metten: brauchen für nächste Sitzung aggregierte Eingaben für alle Stadtteile und alle Flächen; präzise Fehlerkorrektur. #gl1
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Im nächsten Tagesordnungspunkt ging es um die Frage, ob und welche Klagemöglichkeiten gegen den FNP möglich sind; dazu hatte sich die Verwaltung einen Juristen eingeladen, der wie folgt referierte:
Giesecke (Jurist): juristische Einschätzung wäre jetzt verfrüht, Inhalte liegen noch nicht vor. #gl1
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Giesecke: #FNP ist ein vorbereitender Bauleitplan, enthält keine absolut verbindlichen Aussagen. Dafür ist B-Plan notwendig. #gl1
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Giesecke: FNP bindet die Verwaltung in gewisser Weise bei der Bauleitplanung. Bindung gegenüber anderen Planungsträgern. #gl1
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Giesecke: direkte Wirkung gegenüber Bürgern nur bei Windkraftkonzentrationsanlagen; hier nicht der Fall. Keine Klagemöglichkeiten. #gl1
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Giesecke: Klage nur durch Inzidenzprüfung möglich. Bsp: Klage gegen Baugenehmigung im Außenbereich auf Basis FNP #gl1
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Giesecke: Abstrakte Klagen von Umweltverbänden gegen FNP ist nicht möglich. Weil keine direkte Rechtswirkung des FNP. #gl1
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Giesecke: Bürgerbegehren/entscheid gegen #FNP laut Gemeindeordnung NRW nicht möglich weil planerische Abwägungsentscheidung. #gl1
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Zum Schluss wurde dann noch ein Antrag der Grünen beraten – und als einziger Tagesordnungspunkt in Sachen FNP heute auch abgestimmt:
Grüne beantragen, FNP-Verfahren neu starten. Hier finden Sie die Argumente: https://t.co/f7duuhDHRf #gl1
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Dlugosch (Linke + BP) widerspricht: sehr gut ausgearbeiteter Plan, wird ja nicht nach Gutsherrenart gemacht. #gl1
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Waldschmidt (SPD): Reiner Schauantrag, der nur FNP zu Fall bringen soll. De Lamboy (CDU) stimmt zu. Neustart brächte gleiche Ergebnisse #gl1
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Schundau (Grüne): Vorbereitung durch Post Welters weist einige Fehler auf. Für echte Beteiligung der Bürger ist Neustart notwendig #gl1
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Hier nimmt Baurat Flügge noch einmal Stellung:
Flügge: Wenn es Fehler gab, dann bilateral darüber sprechen. Das ist offenbar eine subjektive Einschätzung der Grünen #gl1
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Das Abstimmungsergebnis in beiden Ausschüssen ist dann eindeutig:
Antrag der Grünen mit Stimmen von CDU, SPD, FDP, Linke + GL abgelehnt #gl1 #fnp
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Damit wird die Sitzung geschlossen.
Zum Schluss sind immer noch 50 da, gezählt worden sind offiziell 600 Zuschauer. Höring: hat gut funktioniert. Das wars für heute. #gl1
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Datenschutz
Es gibt einen Grund, warum Datenschutzbeauftragte keine Stadt planen, sie können es nicht. Herr Flügge zeigt, warum Stadtbauräte die Finger vom Datenschutz lassen sollten.
Das Datenschutzgesetz NRW ist sehr klar: Personenbezogene Daten dürfen an Externe nur weitergegeben werden, sofern es für die Erledigung einer hoheitlichen Aufgabe erforderlich ist. Fraglich ist also nur, ob es erforderlich war, die personenbezogenen Daten (Name, Anschrift usw.) in den Stellungnahmen mit zu übergeben, damit ausgewertet werden konnte.
Dies ist sicherlich nicht der Fall gewesen.
Die “körperteilbezogene Theorie” des Herrn Flügge, wonach das externe Büro sowas wie der verlängerte Arm der Verwaltung ist, ist schlicht Unsinn und findet keinerlei Grundlage im Gesetz.
Daher wäre die Genehmigung der betroffenen Personen bzw. deren Anhörung vor Übermittlung der Daten zwingend erforderlich gewesen.
Dass die Stadtverwaltung derart Bürgerrechte ignoriert und dies mit abstrusem Geschwätz rechtfertigt, wie Herr Flügge es getan hat, ist unerträglich. Dass die gewählten Ratsmitglieder, die teilweise Juristen sind, dies widerspruchslos schlucken, ist für die Funktion des Rates als Kontrolle der Verwaltung bezeichnend.
In dieser Stadt wedelt der Schwanz mit dem Hund, der Rat bleibt Staffage.
Wenn nun auf das Leitbild (ISEK 2030) verwiesen wird, dass ja ganz offensichtlich auf Bevölkerungsprognosen von 2009 basiert, dann stellt sich Frage, wie belastbar sind die Annahmen noch? In Köln ging man damals davon aus um 2035 einen Einwohner-Peak von 1,03 Mio. Einwohnern zu erreichen, diese Prognose wurde mehrfach abgelöst und bereitet im Kölner Wohnungsmarkt arge Kopfzerbrechen. Dies wird auch nach GL ausstrahlen. In Köln geht man mittlerweile von weiterem Wachstum bis aus 1,2 Mio. in 2040 aus (http://www.rundschau-online.de/region/koeln/bevoelkerungsprognose-fuer-2040-koeln-soll-auf-1-2-millionen-einwohner-anwachsen-1671552), das ist keine kleine Korrektur sondern ein Pradigmenwechsel, der sich auch in der Planung in und für GL widerspiegeln muss.