Raus aus der Komfortzone, rein ins Faszien-Glück!

„Faszien? Das ist doch das weiße Zeug am Schweinefilet“, sagte eine Zuhörerin beim Vortrag von Anja Blondzik im Loft der TS 79. Sportwissenschaftlich korrekt ausgedrückt sind damit Bindegewebe, Bänder und Sehnenplatten gemeint. „Faszien ist alles das, was die Forscher und Anatomen lange Jahre beiseitegelegt haben, weil sie sich ausschließlich für die Funktionen der Muskeln und Gelenke interessierten“, erklärt die Referentin vom Faszio-Team aus Hamburg.

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Heute weiß man, dass das Bindegewebe im Körper ein riesiges Netzwerk darstellt, das stark miteinander verzweigt ist und ständig durch Bewegung aktiviert werden muss. „Stabilität im Körper ist wichtig. Elastische Flexibilität oder flexible Elastizität aber auch! Sie ermöglicht es uns Bewegung in einer neuen Qualität auszuführen und zu erleben“, so Blondzik.

Einen ganzen Tag lang beschäftigten sich die Sportprofis der TS 79, aber auch viele Gäste, mit den ominösen Faszien. Fasziales Gewebe kann man als Sammlung von vielen Einzelteilen verstehen, die den ganzen Körper umspannen und in allen Ebenen durchziehen.

Als großes Netzwerk entwickelt es seine enorme Wirkung. Und erst durch variierende Bewegungen verändert das fasziale Netz ständig seine Struktur. „Faszien brauchen Abwechslung, sie passen sich neuen Veränderungen immer wieder an.“


Seit wenigen Jahren erst ist das Training von Elastizität, Spannkraft und Geschmeidigkeit in aller Munde. So wirke das größte Sinnesorgan des Menschen als Stoßdämpfer des Körpers und sei zudem für Schmerzen, Verklebungen und Verspannungen verantwortlich. Es gehe beim Training weniger um das klassische Anspannen und Entspannen der Muskeln, sondern vielmehr um Aufspannen und Zentrieren von Gewebe.

„Ein Liegestütz bleibt immer ein Liegestütz, die Ausführung kann aber sehr geschmeidig sein.“ Überhaupt würden im Sport traditionell eher die eigenen Talente gefördert. „Doch nur wer raus aus der Komfortzone kommt, hin und wieder den Kopf ausschaltet und viel Neues ausprobiert, kann seine Potenziale voll ausschöpfen“, erklärt Blondzik engagiert den etwa 50 Zuhörern.

Das abwechslungsreiche Faszientraining gibt neue Impulse und fordert den ganzen Körper. Dabei sind alle Sinne aktiviert, das Training orientiert sich an den Anforderungen eines gesunden Alltags. So werden durch federnde Dehnungen die Beweglichkeit und Elastizität verbessert. Noch dazu sollen elastische Faszien schön machen, da die Haut und Hülle des Körpers geformt wird.

Kein Wunder also, dass Faszienkurse wie Pilze aus dem Boden schießen, auch in Rhein-Berg. Das Team von FASZIO und der TS 79 richtet sich an Breitensportler und bietet ein vielseitiges und umfassendes Training für alle Fitnesslevel an.


„Viele Menschen haben sich bereits Faszienrollen, sogenannte Blackrolls und spezielle Bälle zugelegt und wenden sie in Eigenmassage an“, so Dipl. Sportlehrerin Barbara Beste von der TS 79. Doch ganz so einfach wie es die Werbung verspricht, sei der Einsatz dieser Hilfsmittel nicht. „Wir wollen das Thema nicht verteufeln, wissen aber auch um die Risiken, wenn das Faszientraining ohne Anleitung angewendet wird.“

So wurden in der Aktionswoche Anfang April spezielle Workshops, wie Pilates Dance, DeepWork und Outdoor Fitness, aber auch Haltungs-und Bewegungstraining und Damen-und Herrengymnastik angeboten. Die Experten der TS 79 jedenfalls haben nun viel Neues zum Faszientraining herausgefunden und werden ihre Erkenntnisse in speziellen Kursen an die Menschen der Region weitergeben.

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