Haus Lerbach um 1902. Foto: Familie Verza

Unsere Autorin Annette Voigt führt Gruppen durch den geschlossenen Park von Schloss Lerbach und erfährt dabei viele Geschichten aus der Vergangenheit. Vom Feuerwerk am Teich, Picknicks im Park, dem Schwimmbad am Rondell oder dem Shuttleservice mit Hubschraubern. Hier kommen neun Zeitzeugen zu Wort.

Es sind die stimmungsvoll inszenierten Gartenbilder im englischen Landschaftsgarten, die bei den Besucherinnen und Besucher auch nach vielen Jahren schöne Erlebnisse hervorrufen und den Park zeitlos erscheinen lassen. Eine Hommage an Haus Lerbach.

Im 2. Weltkrieg: Eine 92-jährige berichtet

Eine ältere Dame, die anonym bleiben möchte, erinnert sich an eine Begebenheit aus der Zeit, als das Herrenhaus Waisenhaus war, von 1939 bis 1945. 

„Mein Opa, Theo Esser, war Maurer und hat das Schloss mit aufgebaut. Als Kinder waren wir dann überall gucken. Von der Oberheidkamper Straße aus schlichen wir uns in den Park und hatten immer mächtig Spaß. Bei schönem Wetter standen die Türen des Hauses weit offen.

Die Kinder, die hier wohnten, schauten aus dem Fenster und winkten uns zu. Wir sprachen ein wenig mit ihnen, durften aber nicht rein. Es waren Kinder, die ausgebombt waren und deren Eltern nicht mehr lebten. Man erzählte sich, dass diese Kinder aus den Trümmern gerettet wurden.

Sie freuten sich sehr über die Püppchen, die wir für sie aus kaputten Seidenstrümpfen bastelten. Die Köpfchen der Puppen hatten wir mit Watte ausgestopft und für die Augen nahmen wir Knöpfe. Es gab ja nicht viel in dieser schlechten Zeit. Besonders gut erinnere ich mich an ein Mädchen mit roten Haaren, die wir Fussika nannten. Die Kinder blieben nicht lange hier und wechselten oft. Später als Erwachsene war ich doch im Haus als der Männerchor „Heimatklänge Nussbaum“ hier auftrat, in dem mein Mann mitsang.“

Obwohl sich die Natur im Park inzwischen vieles zurückeroberte, ist der einstige Charme wie zu Annas Zanders Zeiten noch spürbar und frühere Gestaltungsstrukturen gut erkennbar. Da sind sich alle Parkbesucher:innen einig. Und alle wünschen sich, dass der Park bald wieder öffnet.

„Wir freuen uns darüber, dass so viele Menschen aus Bergisch Gladbach, aber auch aus der gesamten Region, so wunderbare Geschichten mit dem Haus und dem Park verbinden. Das zeigt, wie tief dieser Ort in der Region verankert ist und wie wichtig es ist, ihn mit der Revitalisierung zu neuem Leben zu erwecken,“ sagt Eigentümer Heribert Landskron-Reißdorf.

Nach dem Krieg: Ingrid Odening

„Meine Familie und ich wohnten nach dem Krieg in den Behelfswohnungen der Stadt auf dem Lerbacher Weg. Diese Wohnungen waren sehr eng, sodass es mich nach draußen in die Natur zog. Der Park Haus Lerbach, den ich schon bald entdeckte, zog mich an und war für mich ein wohltuender Zufluchtsort.

Es war so still, niemand war hier unterwegs, nur die Tiere wie Füchse, Hasen, Wiesel und sogar Damwild. Die Weite des Parks breitete sich vor mir aus. Hier konnte ich für mich sein und von besseren Zeiten träumen. Ich saß gerne auf der Schlossterrasse. Die Treppe war damals zugewachsen und auf der Wiese blühten viele Blumen, z. B. Schlüsselblumen, die mich entzückten. Ich erinnere mich an ein großes Gewässer mit einem Ufer, das in die Wiese überging.

Der Park war mein Paradies und ich hatte den Eindruck, als sei er nur für mich da. Als die belgischen Offiziere in Lerbach einzogen, war es mit der Stille vorbei, zumindest in Schlossnähe, (Anm.: 1945 bis 1955 Erholungsheim für belgische Offiziere).

Etwas abseits hatte ich meinen Park wieder für mich. Abends, wenn ich meine ältere Schwester von ihrer Arbeit als Kaltmamsell abholte, war es im Park stockdunkel und unheimlich. Doch das Schloss war hell erleuchtet, von einer Leuchtkraft wie ein Märchenschloss. Die belgischen Offiziere legten bei ihrem Personal großen Wert auf Ordnung. Meine Schwester, die an der Tafel bediente, durfte nur weiß tragen und musste immer pikfein aussehen.

Haus Lerbach ist für mich wie eine Heimat und noch heute kehre ich immer wieder gerne hierhin zurück. Hier kenne ich jeden Grashalm. Für Haus Lerbach wünsche ich mir für die Zukunft einen fortgeschrittenen Garten, der altern darf, ein klein bisschen Orientierung durch Sichtachsen und ein paar Inseln mit aparten Blumen.“

In den 1950er Jahren: Gerd Broich

„Aus meiner Schulzeit am Gymnasium (in den 1950er Jahren) erinnere ich mich daran, dass im Sommer Freilicht-Theater-Aufführungen vor/unterhalb von Schloss Lerbach stattfanden; einmal gab es den „Götz von Berlichingen“. Ich gehörte zur „Technischen Gruppe“, die sich um Kulissen etc. kümmerte.

Unserem Direktor sagten wir, dass diese ja auch zu pflegen/zu bewachen wären. Das geschah, indem wir in einem kleinen Pavillon übernachteten und am nächsten Morgen Verpflegung von zu Hause holten. Das Wetter hat zum Glück meistens mitgespielt.“

Postkarte von 1956. Foto: Stadtarchiv GL

Die 1960er-Jahre: Antje de Vries

„In den 1960er Jahren war das Haus Lerbach ein ganz besonderer Ort: ein Treffpunkt für Menschen aus aller Welt, geprägt von internationalem Austausch und einer einzigartigen Atmosphäre. Für meine Mutter, Hanna-Gerda de Vries, die dort von 1965 bis 1969 arbeitete, ist diese Zeit bis heute unvergessen. Als sie 21 Jahre alt war, entdeckte sie in der Ostfriesen Zeitung eine Stellenanzeige, die sie ins Haus Lerbach führte.

Damals befand sich hier das Gustav-Stresemann-Institut, geleitet von Herrn Finkelstein. Tag für Tag kamen Gäste aus den unterschiedlichsten Ländern zu Tagungen zusammen. Doch nicht nur unter den Besuchern spiegelte sich die internationale Vielfalt wider, sondern auch das Personal war kulturell bunt gemischt. 

Besonders in Erinnerung geblieben sind meiner Mutter junge Kolleginnen aus Finnland, die hier für ein Jahr arbeiteten. Sie nutzten die Zeit, um ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen. Viele waren ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentinnen.

Meine damals junge Mutter hat diese Jahre genossen, nicht nur ihre Arbeit, sondern das besondere Lebensgefühl, das diesen Ort ausmachte. Das Haus Lerbach war umgeben von einer weitläufigen, gepflegten Parkanlage. Es gab ein Schwimmbad, kleine Teehäuser, einen idyllischen Teich sowie einen Reitstall mit Reitplatz. Alles zusammen ergab ein Ambiente, das man sich kaum schöner vorstellen konnte.

Reithalle um 1957, Reitlehrer Peter Tillken. Foto: Stadtarchiv GL

Die meisten Angestellten wohnten damals im Haus Lerbach. Auch die Mahlzeiten nahm man gemeinsam ein. Mitarbeitende mit Familie konnten zum Teil auch kleine Wohnungen nutzen. Die Unterkünfte waren einfach und spartanisch, entsprachen aber vollkommen den damaligen Verhältnissen.

Waren besonders viele Gäste im Haus und dann in der Küche viel zu tun, war es selbstverständlich, dass auch Kolleginnen aus anderen Bereichen mithalfen. Eine Ausnahme war Rosenmontag, da wurde nicht gekocht. Da „streikten“ die Mitarbeiterinnen, weil sie in Köln Karneval feiern wollten.

Sehr lebendig blieben meiner Mutter bis heute die Eindrücke rund um das Schwimmbad. Es war ein einfaches Freibad, rechteckig, hellblau gekachelt, nicht überdacht und beheizt, das Wasser im Sommer kühl und erfrischend. Eingezäunt war es nicht, und doch lag es geschützt innerhalb der weitläufigen Parkanlage.

Die Beschriftung am Beckenrand („Schwimmer und Nichtschwimmer“) war französisch („nageurs“ / „non-nageurs“). Meine Mutter erinnert sich, dass damals erzählt wurde, das Schwimmbad sei von Belgiern gebaut worden. Es gab vier Umkleidekabinen, damals schon marode, und eine einfache Freiluftdusche.

Fotos: Aus dem Album der Familie de Vries

Die genaue Lage des Bades lässt sich heute nur noch ungefähr beschreiben. Meine Mutter erinnert sich, dass wenn man auf das Haus schaut, wie auch auf vielen Postkartenmotiven dargestellt, links davon, etwas erhöht innerhalb der Parkanlage lag. Wurde im Sommer das Schwimmbad wieder mit Wasser gefüllt ließ in der Umgebung der Wasserdruck spürbar nach.

Im Herbst wurde das Wasser abgelassen und im Frühjahr wurde das Becken mit Bürsten von Hand gründlich gereinigt. Es war körperliche Arbeit und ohne technische Hilfsmittel, die heute selbstverständlich sind. Es herrschte dabei eine offene, freundliche Atmosphäre. Es wurde viel gelacht. Ganz in der Nähe lag der Tennisplatz, hoch eingezäunt und verschlossen. Ein kleiner Kontrast zu dem offenen Schwimmbad.

Man muss sich Haus Lerbach als eine eigene kleine Welt vorstellen: ruhig, fast abgeschieden, eingebettet in viel Grün. Der Zugang zum Park führte durch ein großes Tor am Pförtnerhaus, in dem damals ein älteres Ehepaar lebte. Herr Gerhard Brunken, der Hausmeister, und seine Frau wurden von allen liebevoll „Onkel Gerhard“ und „Tante Lieschen“ genannt – eine vertraute, fast familiäre Atmosphäre, die für diese Zeit sehr bezeichnend war.“

Foto: Familie de Vries

Bei den Großeltern: Bernd Brunken

„Ich bin sehr eng mit der Geschichte von Haus Lerbach verbunden, da ich meine Kindheit dort verbracht habe. Ich habe viel Zeit mit meinen Eltern und Großeltern in Schloss, Park, Pferdestall, Gärtnerei und Wald verbracht.

Ich habe nicht bei meinen Großeltern gewohnt, ich war als Kind aber fast jede freie Zeit bei ihnen. Es war eine tolle Kindheit und ich denke immer wieder gern daran. Mein Opa Gerhard und meine Oma Lieschen Brunken haben sehr lange im Haus Lerbach gearbeitet und gelebt. Sie lernten sich in Lerbach kennen.

Meine Oma hat in der Gärtnerei gearbeitet und mein Opa hat die Kühe von einem Landwirt betreut. Der Kuhstall befand sich gegenüber der Gärtnerei. 1931 haben sie geheiratet und zogen 1934 in eine Wohnung über dem Pferdestall. 1950 zogen sie dann ins Pförtnerhaus.

Mein Opa hatte darauf zu achten, dass die Schranke immer geschlossen war und er diese öffnete, wenn berechtigte Besucher kamen. 1984 ist mein Opa verstorben, bis 1988 hat meine Oma noch als Witwe in dem Häuschen gewohnt, bis sie aus Altersgründen in eine Wohnung mit Betreuung zog.

Am Waldrand existierten noch ein Swimmingpool und ein Tennisplatz. Wir fünf Enkelkinder haben in dem Pool schwimmen gelernt. Meine Großeltern haben ihre Goldene Hochzeit im Schloss gefeiert. Nach dem Umbau durch die Althoff Gruppe habe ich dort (1996) meine Hochzeit auf der Terrasse mit Familie und Großmutter gefeiert.“

Der Koch: Henning Krause 

„Ich selbst habe um die Jahrtausendwende einige Jahre in der Küche als Koch gearbeitet. So haben wir Köche in den Nachmittagsstunden, je nach Angebot auf der Speisekarte, zwischen Mittags- und Abendservice, am oberen kleinen Teich gesessen und die Forellen für die Abendkarte geangelt, die also sehr frisch auf den Tisch kamen.

Bei größeren Rennsportevents am Nürburgring wurde ein Shuttleservice mit Hubschraubern eingerichtet, um die Gäste vom Hotel komfortabel in die Eifel zu fliegen. Start und Landung erfolgten auf der Wiese oberhalb des Kräutergartens.

Der Kräutergarten war keineswegs nur Show und hübsch anzusehen, sondern tatsächlich auch in täglicher Nutzung durch die Köche, die sich dort mit frischen Kräutern und Blüten zur Dekoration der Teller versorgt haben.

Angepflanzt waren dort alle gängigen Küchenkräuter: Koriander, Zitronenmelisse, Borretsch, Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Estragon, Liebstöckel. Beifuß, Minze, Lavendel, Oregano, Rosmarin, Thymian, Salbei, Bohnenkraut, Majoran, Kapuzinerkresse und noch mehr.“

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Picknick im Park: Hans-Georg Heinrich 

„Unsere Geschichte ereignete sich im Jahr 2003 oder 2004. Zur Hochzeit bekamen wir einen Gutschein für ein Picknick im Schloss Lerbach geschenkt. Dieser beinhaltete, dass man in der Restauration des Schlosses einen Korb mit Wein, Wasser, Geschirr, Besteck und allerlei Köstlichkeiten zum Verzehr erhielt. Wir wählten einen Platz linksseitig des Schlosses auf der leicht abfallenden Wiese. Es war ein warmer Sommertag und wir genossen ihn auf der mitgebrachten Picknickdecke. 

Währendes des Verzehrs bemerkte ich, dass in Abständen knallende bzw. knackende Geräusche aus dem angrenzenden Wald oberhalb der Wiese zu hören waren. Zu diesem Zeitpunkt vermutete ich spielende Kinder, die im Wald mit Stöcken gegen Baumstämme schlugen. Meine Frau hatte es sich bereits zu einem Nickerchen auf der Decke gemütlich gemacht, als das knackende, knallende Geräusch plötzlich in ein langanhaltendes Krachen überging.

Ich blickte nach oben hinauf zum Wald und sah eine Baumkrone, die langsam in unsere Richtung fiel. Ich riss meine Frau aus dem Schlaf und wir rannten so schnell wir konnten den Abhang hinab. Der Baum fiel und kam mit seiner Krone ca. zwei Meter vor unserer Decke zum Erliegen. Uns schlug das Herz bis zum Hals. Wir waren froh, dass uns nichts passiert war. 

Bei der Rückgabe des Korbes im Schloss machten wir das Personal darauf aufmerksam, dass wir soeben nur knapp dem Tode entronnen waren. Daraufhin wurde uns nur lapidar entgegnet, dass das Schloss nichts mit dem angrenzenden Wald zu tun habe und wir uns an den zuständigen Förster wenden sollten.“

Erkunden Sie mit unserer Panoramatour Schloss Lerbach von innen und außen. Ein Doppelklick öffnet und schließt die volle Ansicht, mit der besten Wirkung auf einem größeren Bildschirm, auf dem Handy im Querformat. Sie können über die blauen Punkte und die Navigation oben verschiedene Perspektiven ansteuern. Sie können die Ansicht drehen, Details heranzoomen. Hinter den roten Symbolen finden Sie Texte, historische und aktuelle Fotos. Manche Infos sind ein wenig versteckt. Die Aufnahmen wurden im Frühjahr 2023 gemacht.

Hochzeit ohne Strom: Karin Cass 

„Mein Bruder hat hier vor ca. 35 Jahren geheiratet und ich habe es ihm 2010 nachgemacht. Es waren wundervolle Feiern in diesem prächtigen Schloss. Links vom Schloss in einem Rundbau befand sich ein großer Saal, in dem es das Buffet gab. Unser Empfang fand auf der Terrasse statt. 

Als es dunkel wurde, fiel kurz vor dem Hauptgang der Strom aus. Die Kellner waren sehr hilfsbereit und reagierten sofort. Sie brachten das Essen zur weiteren Zubereitung nach Bensberg. Es gab nur eine kleine Verzögerung. Der Raum wurde inzwischen mit Kerzen beleuchtet. Es war sehr romantisch. Viele unserer Gäste dachten, dies sei so gewollt. 

Der Park war traumhaft und wir konnten zwischendurch spazieren gehen, vorbei an einem kleinen Teich mit Tieren. Die nette Atmosphäre gefiel uns sehr.“

Elli & Jürgen Kleefisch

„Mein Mann und ich hatten unser erstes Date hier auf dem Weihnachtsmarkt. Es war ein wunderschöner Abend in weihnachtlicher Stimmung. An einem französischen Weinstand probierte ich einen sehr guten Weißwein. Mein (noch nicht) Mann wollte mir gleich eine ganze Kiste kaufen. Ich lehnte energisch ab! Der französische Winzer sagte in seinem charmanten Deutsch: „Nun lassen Sie doch Ihren Mann, wenn er Ihnen doch etwas Gutes tun möchte!“ Wir haben beide nicht darauf reagiert, uns freundlich für die Weinprobe bedankt und sind wieder gegangen. 

Eine Woche später waren wir ein Paar und beim nächsten Weihnachtsmarkt auf Schloss Lerbach verheiratet. Der Winzer war wieder da. Wir haben ihm die Geschichte erzählt und zwei Kästen von dem leckeren Weißwein gekauft. Eine Flasch von diesem Wein steht immer noch im Keller als Erinnerungs-Deko.“


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  1. Vielen Dank für die tollen Geschichten rund um den Schlosspark! Meine Erinnerungen möchte ich gerne auch die Leserin und Lesern aufschreiben:

    In meiner Kindheit haben wir von 1984-1992 in einem gemieteten Haus gelebt, dass am Rande des Parkes lag. Die Reithalle des Schlosses war nur ein Steinwurf entfernt. Das Grundstück wurde durch einen Maschendrahtzaun von der Koppel getrennt, auf dem fast immer große, wunderschöne Pferde grasten.
    Meine Schwester und ich durften ab und zu in den Pferdestall gehen und Herrn Hellmann bei seiner Arbeit helfen. Hin und wieder schlichen wir uns auch mit Freundinnen in die Reithalle, um mit unseren Steckenpferden unsere Runden zu drehen.
    Mit meinen Eltern spazierten wir drei Kinder, unsere Abendrunde durch den weitläufigen Park. Nicht fehlen durfte dabei der Ritt auf dem Schaukelbaum. (Ich hoffe sehr, dass der noch steht!) Natürlich haben wir die Fotos zu unseren Kommunionen in der wunderschönen Umgebung gemacht: ich erinnere mich an einen tollen Magnolienbaum ganz in der Nähe das Schlosses.
    Als Kind stellte ich mir oft vor, der Schlosspark sei einfach unser Vorgarten. Ein herrlicher Gedanke!

    Als Heranwachsende war für mich dann natürlich noch mal aufregender, als das Filmteam für „Forstinspektor Buchholz“ in die Räumlichkeiten einzog und dort Dreharbeiten für die Serie abhielt. Die Tochter des Hauptdarstellers war sogar in der Klasse meiner Schwester. Und er war sogar auch mal bei uns zu Hause! Dabei gab es einen Kuchen, der ihm so schmeckte, dass das Rezept bis heute noch in unserer Familie „Forstinspektor-Buchholz-Torte“ heißt. Was für eine tolle Erfahrung das war, einen Schauspieler ganz persönlich zu erleben.
    Einmal durften wir Kinder sogar mit ans Set und ich erinnere mich, dass wir in die Maske durften und dort Autogramme, der Schauspieler und Schauspielerinnen erhielten.

    Nicht zu vergessen ist bei meinen Erinnerungen, dass meine Eltern tolle Nachtwanderungen mit schaurigen Gruseleffekten zu unseren Kindergeburtstagen organisierten. Auch das zählt in meiner schönen Erinnerung an die Zeit, in der ich Schloss Lebach meinen Vorgarten nennen durfte.

    1. Vielen Dank, dass Sie mich an Ihren persönlichen Erinnerungen haben Anteil nehmen lassen, Frau Schönhofer. Es sind genau solche Geschichten, welchen eigentlich fremden Lebensbereichen eine lebensintensive Bedeutung vermitteln. Als chronisch interessierter Immi (seit 1972) höre ich ja nicht auf, mir meine “neue” Heimat zu erschließen. Als Kind eines Buchbinderehepaares gehört Papier zur “Grundsubstanz” meines Lebens.
      Alles, was mit Zanders zu tun hat, interessiert mich dann ganz besonders. Schloss Lerbach ist für mich so etwas wie ein “Vergessener Garten”, der durch klugen Rückbau neu gestaltet wird. Der Begriff “Vergessene Gärten” wurde in Zusammenhang mit den wunderbaren Gärten Corwalls geprägt, welche ich ebenfalls kennenlernen durfte. Nun brauche ich nicht mehr nach Südengland zu reisen, sondern erlebe das “GartenErwachen” direkt “vor meiner Haustür” ;O) Nochmals besten Dank!
      MfG Dieter Richter (75), Bergisch Gladbach

      1. Guten Tag Frau Schönhofer, vielen lieben Dank für Ihre nette Geschichte und ein weiterer Beweis wie sehr Haus Lerbach den Bergisch Gladbachern am Herzen liegt.

        Lieber Herr Richter, das ist eine sehr schöne Bezeichnung “Gartenerwachen”. Immer, wenn ich wieder im Park Lerbach bin, erwacht der Park immer ein Stückchen mehr. Vielleicht sehen wir uns mal bei einer meiner nächsten Parkführungen und Sie erzählen dann etwas über die Parks in Cornwall.

        Schöne Grüße
        Annette Voigt