Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – für viele Frauen und Männer ist das mehr als nur der Wunsch nach mehr persönlicher Selbstverwirklichung. Die Wirklichkeit, die sie vorfinden, ist nicht nur bei uns in Bergisch Gladbach ernüchternd.

Diffus ist sie außerdem: Wieviele Ganztagsplätze in den Schulen tatsächlich im Angebot sind – darüber kursieren unterschiedliche Angaben; die Kommunikation mit den Eltern ist gelinde gesagt ausbaufähig. Verlässlichkeit und Planungssicherheit für die Eltern sehen anders aus.

Das ist nur bedingt die “Schuld” der Kommune: Die Landesregierung hungert mit ihren nicht auskömmlichen Zuweisungen die Träger von Kitas und Offenen Ganztagsschulen so sehr aus, dass die Wohlfahrtsverbände nur mit massiver Quersubventionierung bis zu 50 Prozent ihre Einrichtungen am Leben erhalten können (mit 1.500 € pro Kind im Jahr!). Zunehmend lassen sich Schließungen dennoch nicht vermeiden.

In der vergangenen Woche organisierten die freien Elternträgerschaften in Rösrath eine Veranstaltung, bei der sie auf ihre prekäre Situation hinwiesen. Ehrenamtliche Vorstände opfern nicht nur ihre Freizeit, sie haften mit ihrem Privatvermögen für die roten Zahlen, in die ihre Kitas und OGS zunehmend geraten. Ihnen geht die permanente Unterfinanzierung zunehmend an die Substanz.

Die Offenen Ganztagsschulen stehen vor einem Kollaps, wenn das Land nicht bald massiv die Förderung hochfährt. Konkrete Angaben dazu in diesem Artikel der WAZ.  

Auch in Bergisch Gladbach ist die Situation alles andere als zufriedenstellend – etliche Eltern haben in den vergangenen Wochen ablehnende Bescheide erhalten. Inwieweit Angebot und Nachfrage noch rechtzeitig in Deckung gebracht werden können, ist fraglich. 

Unser Vorschlag sieht daher eine Art “Feuerwehrmaßnahme” vor , die die Situation jetzt entschärft – wir haben daraus einen Antrag an den Stadtrat gemacht:

Die Verwaltung wird beauftragt, an den Schulen eine Randstundenbetreuung zu ermöglichen. Dazu soll die Verwaltung die Grundschulen unterstützen, ein entsprechendes Angebot in Eigenregie zu realisieren. Im Idealfall organisieren sich Schule und Eltern selbst – mit Unterstützung eines Fördervereins und/oder einer Elterninitiative.

Ein positives Beispiel ist die Concordiagrundschule in Schildgen, die Randstundenbetreuung anbietet. Die Eltern zahlen dort pro Kind 30 € monatlich. Für die Randstundenbetreuung braucht es keine ausgebildeten Sozialpädagogen. Die angespannte Situation der fehlenden Plätze im offenen Ganztag könnte so entzerrt werden.

Im Gesprächen mit Müttern einiger Grundschulkinder war zu erfahren, dass manche ihre Kinder „sicherheitshalber“ für einen Ganztagsplatz anmelden, obwohl sie mit einer Betreuung bis 13.00 Uhr auch zurecht kämen – nur eben nicht mit dem Schulschluss um 11.30 Uhr.

Man munkelt darüber hinaus von Ungerechtigkeiten im System … Beides unerfreuliche Symptome einer Mangel-Situation, die dringend behoben werden muss.

Eine aktuelle Bedarfsermittlung, wieviele Eltern für welche Zeiten eine Nachmittagsbetreuung wünschen, wäre hilfreich, um damit gegenüber der Landesregierung eine stärkere Unterstützung im Namen der Eltern einfordern zu können.

Bis endlich unsere grundsätzliche Forderung umgesetzt werden kann: Einen Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz in der Offenen Ganztagsschule. Damit spätestens zum neuen Schuljahr 2018 die Eltern Familie und Beruf nach IHREN Wünschen in Einklang bringen können.

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Anita Rick-Blunck, Parteivorsitzende. Mail: rick-blunck@fdp-bergischgladbach.de

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