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Immer mehr Frauen büffeln fürs „Grüne Abitur“


Wer jagen braucht einen Jagdschein und muss monatelang für die staatliche Jägerprüfung büffeln. Die Absolventen werden immer jünger und immer mehr Frauen interessieren sich für die Jagd.

„Man muss schon sehr viel Energie und Willenskraft mitbringen, um am Ende in der Prüfung Erfolg zu haben“ resümiert Madita Zarzuela aus Odenthal über ihre Zeit im Vorbereitungslehrgang auf die Jägerprüfung. „10 Monate Lernen, Theorie und Praxis – das ist schon hart.“

Aber es hat sich gelohnt. Denn Madita Zarzuela ist heute stolze Inhaberin eines Jagdscheines. Ein lang gehegter Traum ist für die junge Frau wahr geworden: endlich eigenverantwortlich jagen dürfen. Allerdings bedeutet das Jagen dürfen noch lange nicht, ständig dem Wild nachzustellen.

„Die wenigste Zeit verbringt man auf dem Hochsitz oder der Pirsch. Jagen heißt vor allem Biotope anlegen und pflegen, Wildäsungsflächen bearbeiten und andere Reviereinrichtungen bauen und in Stand halten und natürlich mit offenen Augen und Ohren Wild und Natur beobachten.“

Aber ohne Fleiß kein Preis. Wer hierzulande auf die Pirsch gehen will, der braucht einen Jagdschein. Und wer den Jagdschein haben will, der muss das „grüne Abitur“, die staatliche Jägerprüfung, erfolgreich absolvieren.

Grundlage hierfür ist für viele Anwärter die Teilnahme am Vorbereitungslehrgang auf die Jägerprüfung der hiesigen Kreisjägerschaft. „Wir haben seit Jahren hochkarätige Dozenten verpflichtet, die die Kandidaten in allen wichtigen Bereichen unterrichten: Wildtierkunde, Naturschutz, Jagdrecht, Schießen, sogar den sicheren Umgang mit der Motorsäge….“ berichtet Frank Schödder, Lehrgangsleiter der Kreisjägerschaft des Rheinisch-Bergischen Kreises e.V. Nicht ohne Stolz weist er auch auf die vergleichsweise sehr geringen Durchfallquoten hin. „Durchschnittlich bestehen weit über 80% unserer Kursteilnehmer die Prüfung. Aber ein guter Kurs kann natürlich nur die Basis sein – Lernen muss jeder selber.“

Interessant auch die Zusammensetzung der Jägerkurse. „Die Teilnehmer werden im Schnitt immer jünger: die Spanne geht zwar von 16 bis 70 Jahre, aber der Schwerpunkt liegt bei jungen Leuten Anfang Dreißig.“ Und in den letzten Jahren interessieren sich immer mehr junge Frauen für die Jagd. „Der Frauenanteil liegt bei fast 30% – davon können manche Ingenieurstudien­gänge oder handwerkliche Lehrberufe nur träumen.“ Madita Zarzuela wird’s freuen – sie liegt offenbar voll im Trend.

Übrigens kann man ohne Probleme noch kurzfristig in den gerade begonnenen Vorbereitungslehrgang auf die Jägerprüfung einsteigen. Alle Infos hierzu gibt es im Internet auf der Website der Kreisjägerschaft oder direkt beim Lehrgangsleiter Frank Schödder per Mail:   frankschoedder@t-online.de

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