Bei der Kuhrettung Rhein Berg hat die Weidesaison begonnen, am Wochenende durften die Tiere raus aus dem Stall. Nach dem langen Winter sind die Tiere voller Bewegungsdrang und können kaum erwarten, dass sich das Gatter öffnet. Ich liebe Kühe und war in diesem Jahr mit der Kamera dabei.

Die Kuhrettung-Rhein Berg wurde 2012 von Anke Heublein gegründet, zur Rettung von Milchkühen im Ort, weil sich der Milchwirtschaftsbetrieb nicht mehr rentierte. So entstand der erste „Gnadenhof” für Kühe in Nordrhein-Westfalen.

In Falkemich dürfen jetzt 27 Kühe ihr Rentendasein genießen und einfach nur noch Kühe sein. Sie werden nicht mehr gemolken, müssen keine Milchleistung mehr bringen und sehen nun wieder aus, wie Kühe aussehen sollten: Sie haben Fleisch auf den Knochen! Die Euter haben sich mehr oder weniger zurückgebildet. Die Tiere sind putzmunter. Der Bauer, dem sie einst gehörten, hilft bei der Versorung und Pflege.

Der Verein finanziert sich aus Kuh-Patenschaften und Spenden. Wenn sich also jemand angesprochen fühlt, und ein paar Euro übrig hat, der muss sich keinen Zwang antun. Informationen zu dem Thema gibt es auf der Website der Kuhrettung. Sie wird zwar nicht mehr aktualisiert, aber man findet dort immer noch alles Wissenswerte über den Verein und Details zu den einzelnen Tieren. Bei Facebook kann man sich auf dem Laufenden halten.

Heute sollten die Kühe nach dem Winter zum ersten Mal wieder auf die Weide. Dabei rasten sie alle ein bisschen aus und toben quer über die Wiese. Ich wollte immer mal dabei sein, in diesem Jahr ist es mir gelungen.

Die Kühe wissen schon eine Stunde vorher, was passieren wird und warteten ungeduldig muhend darauf, dass jemand die Absperrung öffnete. Diese eine passte draußen nicht mehr dazwischen und ließ sich im Stall kraulen.

Benjamin – sein Name verrät, dass er der jüngste ist – ist der einzige Stier in der Herde. Oder ist er Ochse? Man weiß so wenig und vergisst zu fragen.

Ich durfte mich unter diesem Baum positionieren, damit ich alles im Blick hatte für Fotos.

Pünktlich um 12 Uhr, wie angekündigt, ging es los. Video war in diesem Fall angesagt, aber eine Digitalkamere und Video: das ist nicht das Gelbe vom Ei. Sie macht Transport- und Zoomgeräusche, also am besten den Ton abschalten.

Zu Beginn ist es etwas unruhig ist: eine der ersten Kühe kam stracks auf mich zugelaufen. Als sie mich sah, bremste sie erschreckt, stemmte die Vorderbeine in den Boden und rutschte weitere fünf Meter über die Wiese, bevor sie die Kurve kriegte. Da hab ich für einen Moment die Motive aus dem Blickfeld verloren, aber Spaß gehabt.

Auch mit Fotos kann man Lebensfreude einfangen und zeigen.

Manche buddelten sich Löcher und schubberten sich Kopf und Hals.

Zu zweit oder alleine erkundeten sie die Wiese, sprangen zwischendurch rum oder machten Kopfdrücken mit den Kollegen.

Diese beiden führten ein ernstes Gespräch mit einander. Die Rotbunte hatte eine kühle Kuhle zum Schubbern gescharrt und die Schwarzbunte näherte sich vorsichtig.

Rotbunte, stocksteif: „Was willst du hier? Hau ab!”
Schwarzbunte: „Ich will hier Gras essen. Aber du hast ein nettes Loch gemacht.”
Rotbunte: „Exakt! ICH habs gemacht, ist mein Loch. Hau ab!”
Schwarzbunte: „Aber das Gras drumherum ist meins, das will ich essen.”
Rotbunte: „HAU! AB!”
Schwarzbunte: „OK, ok, reg dich nicht auf, ich geh ja schon.” Dreht sich um und geht weg.

Langsam kam dann Ruhe in die Herde und sie begannen zu grasen. Ein friedliches Bild von glücklichen Kühen in der Maisonne.

Evelyn Barth

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.