Der Vorstand der SPD besucht Teresa Winkel (gestreiftes Shirt und blauer Pullover).

Jeder Mensch hat ein Talent, das er zum Wohle der Gemeinschaft einsetzen kann. Theresa Winkel macht daraus eine „Win-Win-Situation“ – für die Menschen, die sich engagieren wollen, und für die Gemeinschaft. Ein Besuch bei der Ehrenamtlichen-Managerin von St. Laurentius.

Text: Theodora Zouroufidou

Immer wieder betont Theresa Winkel dieses Anliegen beim Besuch des Vorstandes der SPD Bergisch Gladbach, der sich am 14. Mai auf Winkels Einladung über die Arbeit der Ehrenamtlichen-Managerin vor Ort informieren ließ.

Teresa Winkels Büro in der Paffrather Straße unweit der Grünen Ladenstraße ist „ein niederschwelliges Büro“, wie sie betont. Von außen gut einsehbar, lässt sich Winkel buchstäblich in die Karten schauen. Denn hinter ihrem Schreibtisch hängt eine große Pinnwand mit bunten Kärtchen an der Wand, die allesamt nach einem bestimmten Schema angebracht sind. Je weiter rechts die Karten hängen, desto mehr Kirchennähe erfordert die dort angepinnte ehrenamtliche Tätigkeit. Je weiter oben die Karte, umso mehr Zeit sollte man mit bringen für das Engagement, so ihre Erklärung.

Das Büro steht allen offen und die leichte Zugänglichkeit ist gewollt, denn breite Bevölkerungsschichten sollen auf diese Weise leichter angesprochen werden. „Die Leute kommen einfach so vorbei, fünf Minuten habe ich immer Zeit“, erklärt die Ehrenamtlichen-Managerin.

Seit sechs Jahren koordiniert Teresa Winkel das ehrenamtliche Engagement von Menschen in der Katholischen Gemeinde St. Laurentius. Etwa 200 Menschen hat sie dabei begleitet, das für sie passende Ehrenamt zu finden, je nach persönlichem Talent und Interesse.

In einer Datenbank hat Teresa Winkel alle ehrenamtlichen Tätigkeiten kategorisiert. Etwa 100 Haupt-Kategorien hat sie  neu festgelegt, so etwa den Küsterdienst.  Daneben gibt es aber auch sogenannte „Kompetenzkategorien“, wie das Handwerken, für Personen, die ihre berufsspezifischen Kenntnisse einbringen wollen. Es ist aber durchaus möglich sich in mehreren Kategorien zu engagieren.

Insgesamt sind etwa 700 Menschen in der katholischen Kirchengemeinde aktiv ehrenamtlich tätig.

Auch kirchenferne Menschen engagieren sich. Mitunter sind die Teams multikulturell zusammengesetzt. So kommt es vor, dass zum Beispiel ein afrikanischer Zahnarzt, syrische Flüchtlinge, die deutsche Marktfrau im Ruhestand oder der Frührentner zusammen in einem Team arbeiten. „Und es klappt“, versichert Teresa Winkel.

„Was zeichnet alle diese Menschen aus?“, lautet eine Frage aus dem SPD-Vorstand. „Jeder möchte etwas Gutes bewirken. Es steckt eine Menge Hilfsbereitschaft in den Menschen“, ist sich die Managerin sicher. Sie wisse, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung aktiv ehrenamtlich tätig ist, ein weiteres Drittel ernsthaft über ein ehrenamtliches Engagement nachdenke.

Teresa Winkel legt Wert darauf, dass sie keine Freiwilligen-Börse sei. Ihre Arbeit erfordere eine viel intensivere und längerfristige Betreuung der Ehrenamtlichen. Dabei sei auch viel Ausbildung nötig und manchmal auch klare und verbindliche Absprachen, damit ein Team von „Neuen“ und „Alten“ optimal zusammenarbeiten kann.

Besonders gut klappe die Teamarbeit in den neueren Projekten wie der Suppenküche, in der zweimal wöchentlich  etwa 80 Menschen versorgt werden, oder in der Adventszeit beim Krippenbau. Dann komme es schon einmal vor, dass Künstler stundenlang an Marias Finger „herumzwirbeln“, sagt die Managerin amüsiert.

Wenn sie einen Wunsch frei hätte, sagt sie, dann würde sie sich wünschen, dass Ehrenamtliche zu ihrer Ehrenamtskarte auch ein kostenloses Parkticket bekämen von der Stadt. Dies wäre eine große Hilfe, denn die Abrechnung von Kosten sei kompliziert und eine Ehrenamtspauschale gebe es nicht.

Angesichts der Bandbreite des Ehrenamtlichen Engagements und der Vielfältigkeit an Aktivitäten, zeigte sich der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Andreas Ebert begeistert. „Ich bin beeindruckt. Jeder spürt, dass er wirksam werden kann. Deshalb sind die Menschen ehrenamtlich aktiv. Und man begreift: Die meisten Probleme wollen pragmatisch gelöst werden“.

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