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Menschen in GL: Der Empfindsame

Zum Wochenende bieten wir ihnen eine besondere Hörgeschichte aus der Reihe „Menschen in GL”. Laura Geyer porträtiert einen ungewöhlichen Musiker aus Schildchen. 

Musik, das ist für Mathias Huhdelmayer Herzenssache. In all ihrer Vielfalt. Denn das Leben als freischaffender Künstler erfordert Kreativität und Flexibilität. Huudelmayer spielt in vier Klassik-Ensembles und einer Folk-Band, organisiert die Konzerte des Altenberger Kultursommers, unterrichtet Cello, spielt, singt und tanzt auf Konzerten für Kleinkinder.

Dass in Mathias Huhdelmayers Kopf Musik läuft, merkt man ihm nicht an. Der 49-Jährige ist ein ruhiger Typ. Ruhige Bewegungen, ruhige Stimme. Bis er anfängt, vom Tanzen zu erzählen. Doch dazu später.

Ich lerne Huhdelmayer beim Altenberger Kultursommer kennen. Dort ist er für die Durchführung der Konzerte zuständig: Zeitplanung, Kommunikation zwischen Künstlern und Technik, Koordination der Helfer. Sein Team wirkt gestresst, Huudelmayer nicht. Er läuft bedächtig durch die Reihen, die Hände in den Taschen, bleibt stehen, lauscht der Musik, lächelt.

In der Pause erzählt er mir, dass der Kultursommer nur eins von drei Standbeinen ist, mit denen er sein Brot verdient. Huhdelmayer ist selbst Musiker. Cellist und Sänger. Doch von der Kunst alleine lässt sich als Freiberufler kaum leben. Neben Konzerten mit vier verschiedenen Ensembles gibt er daher auch noch Cello-Unterricht.

Szenenwechsel: Mathias Huhdelmayers Wohnung in Schildgen, wenige Wochen später. Holzmöbel, Kaffee aus dem Espresso-Kocher, rote Filz-Untersetzer. Ein aufgemaltes Mini-Cello ziert den Spiegel im Badezimmer.

„Herr Huhdelmayer, was bedeutet Musik für Sie?“ Er lächelt, schaut auf den Tisch, fasst sich an die Brust – und sagt: „Herz, Gefühl. Wohlig, warm, erfüllend.“

Gefühl, das ist noch so ein wichtiges Wort in Huhdelmayers Leben. Spätestens seit dem zweiten Studium am European Dance Development Center in Arnheim.

Nach dem Abschluss als Musik- und Tanzpädagoge in Salzburg lernte er dort eine ganz andere Art des künstlerischen Ausdrucks kennen: die Improvisation. Nicht die formelle Technik, sondern das Empfinden begründet den Tanz. Huhdelmayer richtet sich auf, Körper und Hände geraten in Bewegung, die Augen strahlen. „Das war nicht so kopfig, nicht so intellektuell“, sagt er.

Die Improvisation veränderte sein musikalisches Schaffen. Er stieg wieder ins Cellospiel ein, das er bislang auf die Klassik beschränkt hatte, bezog elektronische Elemente mit ein. Und er verband die Musik mit dem Tanz.

Doch: Die Projekte als Tänzer waren rar, anstrengend und schlecht bezahlt. Den Ausschlag zu einer Veränderung gab aber nicht der Kopf, sondern das Empfinden. Als ihm vor 13 Jahren die Knochen anfingen wehzutun, gab er das Tanzen auf.

Dennoch profitiere er in allen Rollen bis heute von dem Körpergefühl, das er in Arnheim gelernt hat. Er lächelt. Und sagt: „Das ist einfach ein wunderbarer Schatz.“

Nach wie vor liebt Huhdelmayer die Klassik, vor allem die alte Musik. Er spielt in der Kölner Orchester-Gesellschaft, im freien Kammerorchester Ensemble 07, regelmäßig auch mit der Kirchenmusikerin Susanne Rohland-Stahlke. Außerdem singt er im Vocal-Ensemble l’arte del mondo.

Aber allein mit der Klassik würde ihm etwas fehlen, sagt er. Die Freiheit, zu improvisieren, das zu spielen, was sich in dem Moment stimmig anfühlt. Diese Seite – die des Empfindens – lebt er in seinem Folk-Trio Celtic Circle aus.

Und bei den Kinderkonzerten. Bei den „Hör – Seh – Fühlstücken“ für die ganz Kleinen bis 24 Monate kann er Cello spielen, singen und tanzen, und zwar zu Klassik, Swing und Pop. „Da bin ich richtig aufgehoben“, sagt er, und seine Augen strahlen.

Die Konzerte, der Altenberger Kultursommer, dazu die Arbeit als Cellolehrer. Unter anderem für die Schildgener Musikschule, die die Musikakademie „Spieler” an der Andreaskirche etabliert hat.

Viel Arbeit. Viel Geld gibt es dennoch nicht. Huhdelmayers Blick verdunkelt sich. Er bedauert, dass die finanzielle Lücke zwischen professionellen Orchestermitgliedern und freischaffenden Musikern so groß ist.

Er hat schon mal überlegt, als Quereinsteiger an die Schule zu gehen, kam aber schnell zu dem Schluss, dass das nicht seinen Stärken entspräche. „Ich muss eben immer wieder kreativ sein und neue Projekte finden, um Geld zu verdienen“, sagt er und lacht.

Am Schluss interessiert mich noch eins: Was hört Mathias Huhdelmayer privat? Er muss kurz überlegen. Und sagt dann: „Ich laufe im Moment mit so viel Musik im Kopf rum, dass ich gar keine Beschallung von außen brauche.“

Weitere Porträts finden Sie auf in-gl.de unter „Menschen in GL.” Weiter geht es mit Nachrichten.

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