Das Gericht hat bislang nicht die „Insolvenz in Eigenverwaltung” für Zanders beschlossen, teilt das Unternehmen jetzt mit – und korrigiert damit seine Mitteilung vom Freitag. Dabei handele es sich jedoch nur um Formalien, die auf den Gang der Dinge keinen Einfluss hätten. 

Am Freitag hatte Zanders erklärt: „Auf Antrag der Zanders GmbH hat das Amtsgericht Köln heute eine Sanierung des Unternehmens in Eigenverwaltung beschlossen.”

Heute folgte eine weitere Mitteilung zum Ablauf des Verfahrens, und darin heißt es: „Die Zanders GmbH hatte am 22. Juni beim Amtsgericht Köln eine Sanierung des Unternehmens in Eigenverwaltung beantragt.” Über die weiteren Schritte werde das Gericht „kurzfristig” entscheiden. 

Bislang hatte das Gericht den Rechtsanwalt Marc d’Avoine von ATN Rechtsanwälte in Wuppertal lediglich zum Sachverständigen bestellt. Erst mit seiner Bestellung zum Sachwalter und die Anordnung einer vorläufigen Eigenverwaltung gilt das Unternehmen auch formal als insolvent.

Der Sachwalter vertritt die Interessen der Gläubiger und überwacht die Unternehmensführung.

Erst mit dem formalen Insolvenz-Beschluss des Gerichts können der Pensionssicherungsverein und das Arbeitsamt die Zahlungen des Unternehmens an ehemalige und aktuelle Mitarbeiter übernehmen. Das soll bereits zum 1. Juli geschehen – und sei auch nicht gefährdet, weil in diesem Fall „kurzfristig” wirklich kurzfristig bedeute, heißt es aus dem Unternehmen.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zur erhofften Sanierung seien dann:

Der Anwalt d’Avoine erarbeitet ein Gutachten, ob eine Insolvenz in Eigenverwaltung eine Aussicht zur Rettung des Unternehmens bietet. Auf dieser Basis entscheidet das Gericht dann endgültig über die Anordnung der Insolvenz in Eigenverwaltung.

Parallel dazu wird die Zanders GmbH, die seit Freitag ebenfalls von zwei Rechtsanwälten und Insolvenzspezialisten geführt wird, einen eigenen Sanierungsplan vorbereiten. Der wiederum wird dann den Gläubigern zur Entscheidung vorgelegt.

Der Gläubigerausschuss, dem neben dem Eigentümer Mutares und dem Betriebsrat auch der Pensionssicherungsverein angehört, soll am Dienstag tagen.

Ziel der Insolvenz ist es aus Sicht von Zanders und Mutares, das Unternehmen von Belastungen wie den hohen Betriebsrenten aus vergangenen Jahrzehnten zu befreien und Spielraum für eine Sanierung der traditionsreichen Papierfabrik zu gewinnen.

Alle Hintergründe zur Insolvenz von Zanders finden Sie in diesem Beitrag

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2 Kommentare

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  1. Na, wie kurzfristig „kurzfristig“ sein wird, wird erst sichtbar, wenn Herr d’Avoine sein Gutachten erstellt hat und darin zu dem Urteil kommt, eine Insolvenz in Eigenverwaltung mache Sinn. Mir ist nicht klar, ob das Amtsgericht zuerst die InE beschließt oder erst das Gutachten dessen möglichen Erfolg attestieren muss, um die InE freizugeben. Insofern ist kurzfristig relativ und der 01.07. als Beginn von Zahlungen an MA und Pensionäre sehr sportlich.

  2. Die Korrektur passt in das Bild der sehr oberflächlichen Information der Firma. Denn so zu tun, als würden im Juli geradezu nahtlos die Betriebsrenten vom Pensions-Sicherungs-Verein weitergezahlt, halte ich angesichts der Erfahrungen aus der Insolvenz der AgfaPhoto GmbH (die ich persönlich miterlebt habe) für sehr optimistisch. Denn der PSV braucht Zeit zur Prüfung. Und der Leistungsumfang des PSV kann durchaus von dem abweichen, was man vom Arbeitgeber bekommen hätte. Auch das Insolvenzgeld, das die Arbeitsagentur zahlt, fließt nicht auf Knopfdruck. Auch hier ist Geduld gefragt, wobei bei höheren Gehältern Abstriche sicher sind.