Das Zanders-Gelände an der Gohrsmühle in Bergisch Gladbach. Foto: Bergisch Schön

Unter dem Druck hoher Rohstoffpreise greift Zanders zur Notwehr: Auf Antrag des Unternehmens hat das Amtsgericht Köln eine Insolvenz in Eigenverwaltung beschlossen. Nun soll ein gerichtlich überwachter Sanierungsplan die Papierfabrik retten. Dabei geht es vor allem um die Betriebsrenten. 

Geschäftsführer Lennart Schley hat seinen Posten abgegeben. Statt dessen wurden Rechtsanwalt Christian Köhler-Ma von der Wirtschaftskanzlei GT Restructuring und sein Kollege Gordon Geiser als Sanierungsgeschäftsführer der Zanders GmbH bestellt, heißt es in einer Presseerklärung.

Zudem setzte Eigentümer Mutares Igor Ferlan als weiteren Geschäftsführer in Bergisch Gladbach ein. Ferlan sitzt im Aufsichtsrat von Mutares, ist ein erfahrener Interimsmanager und war in den vergangenen Jahren bereits Projektleiter Liegenschaften bei Zanders.

Die Belegschaft wurde am Freitag in einer Betriebsversammlung informiert.

„Gute Aussichten für erfolgreiche Sanierung”

Nach Einschätzung des neuen Chefs Köhler-Ma gibt es eine gute Chance, das traditionsreiche Unternehmen mit rund 500 Arbeitsplätzen zu retten: „Die Aussichten für eine Sanierung von Zanders in Eigenverwaltung sind gut.” Mit der Konzentration auf hochwertige Spezialpapiere sei Zanders in den vergangenen drei Jahren unter Mutares um durchschnittlich 12 Prozent pro Jahr gewachsen.

Zur Person: Christian Köhler-Ma (bitte anklicken)
… ist Partner bei GT Restructuring, einer Niederlassung der international tätigen Gesellschaft Greenberg Traurig aus Florida. Köhler-Ma  ist Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter und ist sowohl als Sachwalter als auch beratend für nationale und internationale Mandanten tätig. Weiterhin übernimmt er als Chief Restructuring Officer (CRO) die Geschäftsleitung bei der Restrukturierung kriselnder Unternehmen sowie Geschäftsführer- und Liquidatorämter. (…)

Er verfügt über 25 Jahre Erfahrung im Bereich der Restrukturierung, beginnend mit Konkurs- und Gesamtvollstreckungsverfahren bis hinzu Insolvenzen. Er wird deutschlandweit an Insolvenzgerichten zum Verwalter oder Sachwalter bestellt. Darüber hinaus berät er Unternehmen, strategische Investoren und Finanzinvestoren bei Restrukturierungsprozessen und Insolvenzverfahren sowie bei Übernahmeaktivitäten in Zusammenhang mit Restrukturierungen.

Vor der Gründung von GT Restructuring war Christian Köhler-Ma bei Olswang Restructuring Solutions und als Managing und Senior Partner bei Leonhardt Rechtsanwälte in Berlin tätig.

Quelle: GT Restructuring

Für den Eigentümer erklärte Wolf Cornelius, COO der Mutares AG: „Wir werden den Prozess weiter mit Leidenschaft und Engagement begleiten und sind von einer erfolgreichen Sanierung überzeugt.”

Zanders und Mutares sprechen von einer „Sanierung in Eigenverwaltung”, dahinter verbirgt sich eine „Insolvenz in Eigenverwaltung nach §§ 270 ff. Insolvenzordnung”. Im Gegensatz zu einer normalen Insolvenz wird kein externer Verwalter eingesetzt – sondern eine von Zanders selbst bestellte (neue) Geschäftsführung. Mit dem Management hat das Unternehmen Anwälte beauftragt, die sich im Insolvenzverfahren gut auskennen.

Das sei in den Fällen zur Erhaltung des Know-hows und des Vertrauens der Geschäftspartner sinnvoll, „in denen ein Unternehmen dauerhaft fortgeführt werden kann und sich eine konkrete Sanierungsperspektive bietet”, urteilt der Anwalt Florian Haring.

Im Detail: Insolvenz in Eigenverwaltung (bitte anklicken)
Quelle: Florian Harig, Deutscher AnwaltSpiegel

Die Eigenverwaltung nach den §§ 270 ff. InsO stellt kein eigenes Verfahren dar. Es handelt sich vielmehr um Sonderregelungen zur Verwaltung und Verfügung über das Vermögen des Insolvenzschuldners im (vorläufigen) Insolvenzverfahren.

Dies erfolgt anders als im „normalen“ Insolvenzverfahren nicht durch einen (vorläufigen) Insolvenzverwalter, sondern durch den Schuldner oder das schuldnerische Unternehmen selbst. Überwacht wird der Schuldner von einem durch das Insolvenzgericht bestellten (vorläufigen) Sachwalter.

Die Insolvenzverwaltung in Eigenverwaltung ist bereits seit Inkrafttreten der Insolvenzordnung geregelt. Die Verfahrensart wurde jedoch nur selten angeordnet. Durch das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) aus dem Jahr 2012 wurde die Möglichkeit einer Eigenverwaltung mittels der §§ 270a und b InsO gefördert und wird seither häufiger beantragt und angeordnet. (…)

Die Verwaltung nach § 270b InsO – das sogenannte Schutzschirmverfahren – kann beantragt werden, wenn der Schuldner lediglich zahlungsunfähig zu werden droht oder nur überschuldet und die angestrebte Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist. In diesem Fall bestimmt das Insolvenzgericht auf Antrag des Schuldners eine Frist von maximal drei Monaten zur Vorlage eines Insolvenzplans. Auch nach § 270b InsO wird ein vorläufiger Sachwalter bestellt.

Anordnung der Eigenverwaltung in der Praxis

Die Eigenverwaltung kommt insbesondere bei Vorliegen einer mittelfristigen Fortführungsmöglichkeit des Unternehmens sowie einer konkreten Sanierungsperspektive in Betracht. Die Fortführung sollte auch unter Vollkosten, also nach Auslaufen des Insolvenzgeldzeitraums, möglich sein.

Die Sanierungsperspektive kann insbesondere in einem Insolvenzplan liegen. Auch wenn sich im Lauf des Verfahrens eine übertragende Sanierung mittels Assetdeals als bessere Lösung herausstellt, kann die Eigenverwaltung angeordnet bleiben.

Die Anordnung der Eigenverwaltung ist insbesondere in solchen Fällen sinnvoll, in denen der Schuldner oder die Geschäftsführung das Vertrauen der Geschäftspartner besitzt und der Übergang der Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis auf einen (vorläufigen) Insolvenzverwalter für die Fortführung des Unternehmens aufgrund des damit einhergehenden Wechsels kontraproduktiv wäre. Durch die Eigenverwaltung bleiben die den Geschäftspartnern bekannten Personen am Ruder.

Mit der gerichtlichen Bestellung eines Sachwalters wird zugleich dafür Sorge getragen, dass die Voraussetzungen und Regelungen der Insolvenzordnung beachtet werden. Der Sachwalter hat die Aufgabe, den Schuldner bei der Eigenverwaltung zu überwachen, und sofern er Nachteile für die Gläubigergemeinschaft feststellt, dies dem Gläubigerausschuss sowie dem Insolvenzgericht zu melden.

Die Eigenverwaltung bietet sich daher etwa in Fällen an, in denen externe Gründe maßgeblich für die Krise des Unternehmens verantwortlich sind und die Geschäftsführung weiter das Vertrauen im Markt genießt.

Schutzschirmverfahren und Insolvenzplan

Gerade beim Ziel eines Insolvenzplans ist die Anordnung der Eigenverwaltung sinnvoll, da der Schuldner unterbrechungslos verwaltungs- und verfügungsbefugt bleibt. Nach Bestätigung eines Insolvenzplans und Aufhebung des Verfahrens muss er nicht wieder in diese Rolle zurückkehren, sondern hatte sie die ganze Zeit über inne.

Das mit dem ESUG geschaffene Schutzschirmverfahren nach § 270b InsO geht von einem Verfahrensabschluss mittels Insolvenzplan aus.

Nach Einführung dieser Regelung herrschte großes Interesse am Schutzschirmverfahren. Dies liegt zum Teil daran, dass sowohl Geschäftsführern als auch Gläubigern nicht immer bewusst ist, dass auch bei Einleitung eines Schutzschirmverfahrens letztlich das Insolvenzverfahren eröffnet wird.

Es soll jedoch in Eigenverwaltung durchgeführt und nach Möglichkeit mittels Insolvenzplans abgeschlossen werden. Zudem kann der Schuldner einen Vorschlag hinsichtlich der Person des Sachwalters machen, dem das Gericht folgen muss, soweit nicht zwingende Gründe dagegen sprechen.

In der öffentlichen Wahrnehmung stellen die Eigenverwaltung und insbesondere das Schutzschirmverfahren häufig eine Art außergerichtlichen Sanierungsverfahrens dar. Sofern dann das Insolvenzverfahren eröffnet wird, kommt es gegebenenfalls zu einem Moment der Ernüchterung, da die Gläubiger einsehen müssen, dass die Forderungen zur Insolvenztabelle anzumelden sind und lediglich eine Quotenzahlung erfolgen wird. Die Kommunikation der Verfahrensart spielt daher bereits unmittelbar nach Insolvenzantragstellung eine erhebliche Rolle. (…)  

Zanders befindet ich seit 2015 im Besitz der Firma Mutares, die sich auf die Sanierung von Unternehmen spezialisiert hat. Nachdem sie bei Zanders den Verlust zunächst reduzieren konnten, machten die steigenden Papierpreise ihnen einen Strich durch die Rechnung. Für das vergangene Jahr meldete Mutares bei Zanders wieder „signifikante Verluste”, offenbar in Höhe einer hohen einstelligen Millionensumme.

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Zanders hatte bereits einen Teil seiner Grundstücke für 13 Millionen Euro an die Stadt Bergisch Gladbach verkauft. Nicht so leicht war es jedoch, sich von Betriebsrenten zu befreien, die in den vergangenen Jahrzehnten vereinbart worden waren und jetzt jedes Jahr hohe Ausgaben erfordern.

Was mit den Betriebsrenten geschieht

Die Betriebsrenten werden in der Erklärung des Unternehmens jetzt neben den Papierpreisen auch als Argument für den Gang zum Amtsgericht genannt. Die Eigenverwaltung biete „zusätzliche Möglichkeiten, die Gesellschaft von Lasten zu befreien und wesentliche Probleme zu lösen“, erklärte der neue Geschäftsführer Köhler-Ma. Die aktuell rund 500 Mitarbeiter müssten heute die Betriebsrenten von etwa 2.200 Empfängern erwirtschaften.

Diese Betriebsrenten sollen schon ab Juli vom Pensionssicherungsverein übernommen werden. Damit, so Köhler-Ma, entlasteten sie die Bilanz von Zanders. Ob und welche Abstriche für die Betriebsrentner und für die Mitarbeiter verbunden sind, war zunächst nicht klar.

Seit Monaten hatte der Betriebsrat eine Garantie von Mutares verlangt, dass derzeit unbezahlte Überstunden entlohnt werden, wenn es Zanders wieder besser gehe.

Co-Geschäftsführer Gordon Geiser betonte jetzt: „Es geht hier nicht um die Personalkosten. Im Gegenteil brauchen wir die erfahrenen Mitarbeiter, damit die Sanierung gelingt. Unser Ziel ist es, den Betrieb effizienter und solider aufzustellen.

Urbach: keine Überraschung

In einer ersten Reaktion erklärte Bürgermeister Lutz Urbach, er stehe in einem kontinuierlichen Kontakt zur Geschäftsführung und zum Betriebsrat: „Die Entwicklung als solche ist nicht überraschend. Seit Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit der Situation des Unternehmens“.  Die Standortsicherung für die Fabrik mitten in Bergisch Gladbach stehe „auch weiterhin im Fokus unserer Bemühungen“.

Wir dokumentieren im folgenden die vollständige Erklärung des Unternehmens:

Bergisch Gladbach. Auf Antrag der Zanders GmbH hat das Amtsgericht Köln heute eine Sanierung des Unternehmens in Eigenverwaltung beschlossen. Ein gerichtlich überwachter Sanierungsplan soll den traditionsreichen Papierhersteller in Bergisch Gladbach von Belastungen befreien, um den Betrieb zu sichern und effizienter zu machen. Trotz starkem Umsatzwachstum leidet die Zanders GmbH, die rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, unter hohen Kosten für Betriebsrenten und extrem gestiegenen Rohstoffpreisen.

„Die Aussichten für eine Sanierung von Zanders in Eigenverwaltung sind gut. Denn der Hersteller hochwertiger Spezialpapiere ist in den letzten drei Jahren unter dem neuen Eigentümer Mutares jeweils um durchschnittlich 12 Prozent gewachsen und konnte auch mit Unterstützung der Mitarbeiter wichtige Sanierungserfolge erzielen. Die gerichtlich überwachte Eigenverwaltung bietet zusätzliche Möglichkeiten, die Gesellschaft von Lasten zu befreien und wesentliche Probleme zu lösen“, erklärte Rechtsanwalt Christian Köhler-Ma von der Wirtschaftskanzlei GT Restructuring, der zusammen mit seinem Kollegen Gordon Geiser als Sanierungsgeschäftsführer der Zanders GmbH bestellt wurde.

Gordon Geiser: „Es geht hier nicht um die Personalkosten. Im Gegenteil brauchen wir die erfahrenen Mitarbeiter, damit die Sanierung gelingt. Unser Ziel ist es, den Betrieb effizienter und solider aufzustellen. Nur so wird Zanders dauerhaft in einem schwierigen Marktumfeld lebensfähig sein.“

Zanders hat die Eigenverwaltung beantragt, weil die Belastungen aus Pensionsverpflichtungen dauerhaft hoch und die Kosten für Rohstoffe und Energie in den letzten zwölf Monaten um rund 40 Prozent gestiegenen sind. So ist der Preis für Zellstoff auf ein Allzeithoch geklettert. Das Unternehmen hat daraufhin zwar die Preise für seine Produkte erhöht, konnte die gestiegenen Kosten aber nicht voll ausgleichen.

Die Papierfabrik Zanders, die sich auf die Herstellung hochwertiger Spezialpapiere und -kartons für Etiketten, Verpackungen und grafische Anwendungen konzentriert, konnte mit zahlreichen innovativen Produkten in diesem speziellen Markt in den letzten Jahren jeweils um durchschnittlich zwölf Prozent wachsen. Dennoch reichte dieses Wachstum nicht aus, um die gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Betriebsrenten auszugleichen.

Der 1829 gegründete Papierhersteller war 2015 von der Münchner Beteiligungsgesellschaft mutares AG übernommen worden. Die rund 500 Mitarbeiter müssen heute die Betriebsrenten von etwa 2.200 Empfängern erwirtschaften. Weitere 1.500 Empfänger werden erwartet. Ein Mitarbeiter muss somit für die Betriebsrente von etwa sieben Empfängern arbeiten. Durch die Eigenverwaltung werden die Betriebsrenten ab Juli vom Pensionssicherungsverein übernommen und entlasten damit die Bilanz.

Als vorläufiger Sachwalter wurde vom Amtsgericht Köln Rechtsanwalt Dr. Marc dŒAvoine, ATN Rechtsanwälte, Wuppertal, eingesetzt, der die Interessen der Gläubiger schützen, die Eigenverwaltung überwachen und für das Gericht ein Gutachten erstellen soll. Mit der Eigenverwaltung, die dem amerikanischen Chapter 11 zur Sanierung von Unternehmen ähnelt, wird ein vorläufiger Gläubigeraussschuss eingerichtet.

„Wir werden jetzt mit allen Beteiligten wie Kunden, Mitarbeitern und Banken sprechen und nach Wegen für eine nachhaltige Sanierung suchen. In rund drei Monaten werden wir den Sanierungsplan vorlegen. Die wesentlichen Probleme, die Zanders belasten, können in diesem Verfahren gelöst werden. Danken möchte ich besonders den Mitarbeitern, die durch eine Herabsetzung des Tariflohns und der Arbeitszeit einen wesentlichen Beitrag geleistet haben, damit das Unternehmen bisher überleben konnte. Auch diese Belastung der Mitarbeiter möchten wir mit der Sanierung verringern“, erklärte Igor Ferlan von der mutares AG, der ebenfalls als neuer Geschäftsführer der Zanders GmbH bestellt wurde.”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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13 Kommentare

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  1. Mir fällt noch ein dass meine Betriebsrente zuesrt um 15% jetzt aber um 100% gekürzt wurde ,Wieviel prozent meines Gesamteinkommens es ausmacht überlasse ich es den Spezialisten von Mutares auszurechnen und prozentual auf Mutares Umsatzrechnung zu übertragen!
    Eines ist klar, es interessiert Mutares nicht wie wenig ich bekomme eher wieviel Mutares verdient!

  2. Meine frage ist folgende :Wenn die Rohstoffpreise die um 40% gestiegen sind ,um welche Rohstoffe handel es sich? um Kugelschreiber oder durchschreibpapier?
    Oder anders gefragt:welchen Anteil nehmen diese Kostensteigerungen vom Gesamtumsatz ein?
    Diese Aussage von 40% ist Relativ in bezug auf deren Wahre Größe des Anteils am Gesamt umsatze oder ?
    Würde tatsächlich eine dermaßen hohen Teuerungsrate auftreten dann würde Mutares die Firma sofort weiter Verschenken es sei denn nur die Kugelschreiber und Toilettenpapier wurden teurer!
    Das ist Reine Taktik und Berechnung.Denn Selbst wenn beim Aldi die Milchpreise um 40% steigen wird die Mich weiterhin verkauft und die Mitarbeiter damit nicht belastet! Halloo Mutares rück raus mit der Sprache!
    Hier soll durch Spezialisten das gesamte Personal einschliesslich Rentner Abgezockt werden.
    Ich Hoffe nur dass das Gericht es in der Richtigen Richtung Richten wird.
    Apropo Aldi: Mutares wird es nicht solange geben wie es Aldi gibt und gab!
    Hei Mutares das ist ein Tip verstanden?

  3. Zwei Fragen stellen sich mir nach der Lektüre:

    1. Wieso sind ‘steigende Papierpreise’ ein Problem? Ich dachte bisher, eine zu geringe Nachfrage und dadurch sinkende Preise setzten dem Unternehmen zu.

    2. Darf jetzt öffentlich über die Nachnutzung des Geländes diskutiert werden, oder müssen wir weiterhin so tun, als hätte die Papierproduktion mitten im Stadtzentrum eine Zukunft?

    Grundsätzlich können 500 MA durchaus die Betriebsrenten von 2.200 ex-MA erwirtschaften, ein hoher Automatisierungsgrad und dadurch entsprechende Produktivität vorausgesetzt.

  4. Der Pensions-Sicherungs-Verein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) ist der gesetzlich bestimmte Träger der Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung in der Bundesrepublik Deutschland und im Großherzogtum Luxemburg. Seine ausschließliche Aufgabe ist die Gewährleistung der betrieblichen Altersversorgung für den Fall der Insolvenz des Arbeitgebers nach den Vorschriften des Betriebsrentengesetzes. Quelle: psvag.de

  5. Bislang mussten die 500 aktiven Beschäftigten die Betriebsrenten der 2200 Ex-Mitarbeiter erwirtschaften. Das soll jetzt anders werden und der Pensionssicherungsverein die Zahlungen übernehmen.

  6. Bisher habe ich nirgendwo gelesen, ob Mutares oder Zanders eine Penssions-Rückdeckungsversicherung abgeschlossen hat, m.E. eine Voraussetzung, einen Pensionssicherungsverein bemühen zu können. Es geht dabei um Rentenzahlungen, die die ehemalige Firma des Rentners nicht mehr leisten kann, weil sie Insolvenz angemeldet hat, die Firma abgewickelt oder verkauft wird. Unter diesem Aspekt erscheinen die vielen Versicherungen, man sei überzeugt, das eigenständig geführte Insolvenzverfahren erfolgreich zu beenden, wie das Rufen im Walde.

  7. Wie oben schon gesagt..Zander zu teuer.. Zu hohe Löhne ..zu hohe sozial kosten..zu viel Personal ..usw..! Keine Chance…! Nur bei kosten Senkung von ca.30% ..! Das heißt auch Löhne minus ca.40% ..also…?

  8. Ein Pensionssicherungsverein dient der ordnungsgemäßen und steuerunpflichtigen Abwicklung von Rentenansprüchen, die aus einem dem PSV vorher von wem auch immer überlassenen Betrag gezahlt werden. Der PSV übernimmt keinesfalls Verpflichtungen von ZANDERS bzw. MUTARES den Rentnern gegenüber.

  9. Wieso müssen die noch etwa 500 Beschäftigten Zandrianer die Betriebsrenten für 2200 Empfäner und weiteren 1500 zu Erwartenden erwirtschaften, wenn der Pensionssicherungsverein im Rahmen des Insolvenzverfahrens die Betriebs-Rentenzahlungen übernehmen muss? Sollen hier etwa doppelte Renten gezahlt werden?

  10. Zu den Betriebsrenten heißt es im Text: „Diese Betriebsrenten sollen schon ab Juli vom Pensionssicherungsverein übernommen werden.”

  11. Wäre es nicht so traurig, könnte man jetzt die Daumen hinter die Hosenträger klemmen und lächelnd sagen: “Dat hab isch schon vor Jahren, mindestens mit Beginn der Veröffentlichungen des FNP-E. jesacht.”

    Dass nun auf dem Rücken der Betriebsrentner das Unternehmen saniert werden soll, war vorauszusehen, dass 500 Mitarbeiter nicht die Rente für 2.200 Menschen – egal in welcher Höhe – erwirtschaften können, kann sich jeder denken. Man kann darüber diskutieren, wie lange die jetzige Gemengelage MUTARES vorhergesehen hat. Sicher nicht erst seit dieser Woche, an deren Ende die Betriebsversammlung stand. Denkbar sind trotz aller Beteuerungen Scenarien, die das Potential von ZANDERS 2015 mit den Spezialpapieren erkannt haben, gleichzeitig aber wussten, dass das am hiesigen Standort in den Hallen mit 500 Menschen Personal zu kostenintensiv sein würde. 3 Jahre Feigenblatt mit wiederkehrenden Beinahezusagen gingen nun ins Land, bis Tacheles geredet wurde.

    Man darf vermuten, dass zunächst die Mitarbeiterzahl weiter verringert wird. Dann wird wahrscheinlich bekannt, dass mit noch weniger Mitarbeitern der Standort nicht zu halten ist und man umziehen (verkaufen) müsse, wofür die MA eine Weiterbeschäftigungsgarantie (in Schweden oder Kanada) bekommen. Damit wäre das Thema ZANDERS, des ehemals stolzesten und größten Unternehmens in Bergisch Gladbach mit Unternehmer-Familien, die sich der Stadt auch verpflichtet fühlten und fühlen, beendet.

    Mir kann keiner erzählen, dass in einem Spezialmarkt mit hohem Kow How – Bedürfnis eine Sanierung des Unternehmens nicht schon viel früher möglich gewesen wäre, gerade, weil der Bürgermeister die jetzt zu Tage getretene Entwicklung hat kommen gesehen, sich intensiv mit der Situation des Unternehmens beschäftigt hat und auch weiterhin die Standortsicherung im Fokus hat . . .

    . . . und das seit nunmehr 21/2 Legislaturperioden.