Erneut ist an einer Schule irrtümlich ein Amok-Alarm ausgelöst worden: Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium lief ein Probealarm der Feuerwehr schief, einige Schüler reagierten panisch, einige Lehrer schienen überfordert.

Am Mittwochvormittag sollte in der Schule ein unangemeldeter Feueralarm stattfinden, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Die Lehrer waren nicht eingebunden, der Alarm wurde planmäßig von einem Feuerwehrmann ausgelöst.

Doch statt der Feuerwarnung erklang der Amok-Alarm. Die Ursache dafür, so die Stadt, war offenbar ein technischer Fehler. Unter Umständen waren Kabel falsch angeschlossen worden, der Feuer-Knopf führte zum Amok-Alarm. Die genauen Ursachen werden jetzt untersucht.

In einigen Klassen brach zunächst Chaos aus. Schüler und Lehrer kippten Tische um und verriegelten die Türen, berichtet Schülersprecher Fabrice Ambrosini. Erst durch die Durchsage einer Sekretärin sei der Alarm aufgelöst worden. Wie lange das gedauert habe, könne er nicht genau sagen. (Siehe dazu auch die Kommentare unten; die Redaktion).

Der Schülersprecher übte gegenüber dem Bürgerportal deutliche Kritik: nur einige Lehrer hätten besonnen reagiert. Kaum einer der Lehrerkräfte habe erkennbar gewusst, wie er sich nun zu verhalten habe, zum Teil hätten die Schüler selbst die Initiative ergriffen. Er wünsche sich, dass es für solche Situationen mehr Schulungen gebe, sagte Ambrosini.

Laut Auskunft der Stadtverwaltung folgten die Lehrer den bekannten Regeln: sie hätten besonnen reagiert, seien in den Klassen geblieben und hätten Ruhe bewahrt. Allerdings: hätte es tatsächlich gebrannt, wäre das womöglich die falsche Reaktion gewesen.

Die Feuerwehr gab rasch Entwarnung, dennoch reagierten laut Stadtverwaltung viele Schüler hochemotional. Eine Schülerin wurde vorsorglich zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.

In einer Notiz auf der Schul-Website berichtet Schulleiter Frank Bäcker, dass die Situation einige SchülerInnen schwer mitgenommen habe: „Wir haben heute in der Schule alles getan, um die Kinder und Jugendlichen aufzufangen und bitten Sie das Thema zu Hause weiter zu besprechen.” Auf der Website gibt er auch eine Mailadresse an, sollte Unterstützung gebraucht werden.

Im September war es in der Nelson-Mandela-Schule zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Dort hatte der Hausmeister versehentlich den Amok-Alarm ausgelöst; daraufhin waren schwer bewaffnete Polizisten  angerückt. Dagegen war die Polizei im neuen Fall am DBG noch nicht einmal informiert.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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6 Kommentare

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  1. Da kann ich dem Herrn Schenkelberg nur zustimmen. Seit knappen 3 Jahren gibt es zwecks Gefahren-Reaktions-System eine VDE V 0827 und daher sollte dies keineswegs vorkommen.

  2. Brand- und Amokalarme gehören auf Grund unterschiedlicher geltender Normen, auch in unterschiedliche technische Systeme. Wenn das richtig gemacht worden wäre, hätte das so nicht passieren können.
    Organisatorische Prozesse zum Schutz Betroffener bei schweren Gewalttaten in Schulen müssen heutzutage genauso geübt werden wie die Evakuierung im Brandfall.

  3. Das muss wohl wirklich geübt werden, denn ein Amok Alarm darf NUR durch die Polizei aufgelöst werden!

  4. Man muss dazu sagen, dass der Alarm schnellst möglich abgebrochen wurde und nicht, wie im Artikel impliziert, nach einiger Zeit erst gestoppt wurde

    1. Also es war tatsächlich vielleicht eine Minute höchstens, in der wir nicht wussten, was los ist. Im Artikel hört es sich so an, als ob wir da einige Minuten gewartet hätten…