Spannender hätte der Kampf um den letzten Platz für die Aufstiegsrunde nicht sein können. Aber er hätte auch kein schöneres Ende nehmen können: Die RealStars siegten gegen den bis dahin ungeschlagenen Landesliga-Meister aus Wiehl und sicherten sich Platz 4.

Mit dem 8:5-Auswärtssieg (1:1; 5:2; 2:2) im Nachholspiel am Samstag (9. Februar) beim Tabellenführer Wiehl Penguins ziehen die RealStars an ihrem Erzrivalen EHC Troisdorf wieder vorbei auf Platz 4 – und qualifizieren sich für die Endrunde um den Aufstieg in die Eishockey-Regionalliga.

Dabei machte die Ausgangslage vor dem Spiel eher wenig Hoffnung. Nach der bitteren 3:9-Klatsche am Vortag im direkten Duell gegen den dadurch bereits auf Platz 3 qualifizierten Tabellen-Konkurrenten Grefrath Phoenix und dem überraschenden 6:2 des EHC Troisdorf gegen den Tabellenzweiten Eisadler Dortmund, mussten die Bergisch Gladbacher Kufencracks in ihrem Nachholspiel nur 19 Stunden später unbedingt gewinnen. Ausgerechnet beim Tabellenführer. Wiehl hatte bis zum Abend noch kein Spiel der Hauptrunde verloren.

„Wunderwaffe“ Andreas Lupzig

Aber der ESV zog seine „Wunderwaffe“: Denn mit Chef-Trainer Andreas Lupzig steht ein Coach hinter der Gladbacher Bande, der als ehemaliger Nationalspieler und mit rund 1.000 Bundesliga- bzw. DEL-Spielen die Erfahrungen der höchsten Eishockeyliga, von Weltmeisterschaften und olympischen Spiele in sich vereinigt.

Lupzig bereitete seine Spieler brillant auf das Entscheidungsspiel vor. Und sie setzten um, was sie gehört hatten. Während es für Wiehl nur noch um die Ehre ging, ging es für Lupzig und seine Jungs um alles. Und sie holten alles: alles aus sich heraus; alles, was die Liga bieten konnte: die Aufstiegsrunde.

Hoffnung auf den Überraschungscoup kam auf, als Sebastian Schmitz nach gut achteinhalb Minuten das 1:0 für die RealStars erzielte. Aber der Ligaprimus stellte sich entgegen. Nicht nur, dass die Pinguine in der 16. Minute ausglichen; sie kehrten nach der Drittelpause stark aufs Eis zurück und gingen mit zwei Treffern bis zur 28. Minute sogar mit 3:1 in Führung.

Fassungsloses Schweigen in der Wiehler Eishalle

Doch Lupzig motivierte sein Team von der Bande aus zum Erfolg. Innerhalb von nur zehn Minuten ab der 30. Minute glich der ESV das Spiel nicht nur aus, sondern baute die erkämpfte Führung bis zum Schlussdrittel sogar auf 6:3 aus. Fassungsloses Schweigen durchzog die Wiehler Eishalle, in die auch eine stattliche Troisdorfer Abordnung in der Erwartung ihrer Playoff-Teilnahme gereist war, als Berk Karota, ESV-Kapitän Pawel Kuszka, Sebastian Schmitz und Peter Zirnow (zwei Treffer) kurz nacheinander fünf Scheiben im Tor der Gastgeber versenkten.

Nach der Pause kehrte jedoch Wiehl kehrte entschlossener ins Schlussdrittel zurück. Mit zwei Treffern in der 44. und der 48. Minute schlossen die Pinguine bis auf 5:6 an die RealStars heran. Lupzig reagierte und nahm in der 50. Minute eine Auszeit. Und seine Ansprache wirkte.

Nicht einmal 30 Sekunden später erzielte René Schulze das 7:5. Und nach einer weiteren Minute besorgte ESV-Kapitän Kuszka höchstpersönlich mit dem 8:5 den letzten Treffer in der Hauptrunde und den Endstand des Spiels. Grenzenloser Gladbacher Jubel übertönte die Schlusssirene. Die RealStars sind weiter!

„Da kommt noch mehr“

ESV-Sportkoordinator Peter Schüller: „Meine Hände zittern jetzt noch vor Spannung und Begeisterung. Andy Lupzig und sein Team haben in dieser Saison wirklich Großartiges geleistet. Wir sind verdient weiter und haben gezeigt, dass wir auch den Tabellenführer schlagen können. Da kommt noch mehr. Ich bin sehr stolz.“

Real- Stars-Sprecher Jens Schiminowski: „Mehr Spannung geht nicht. Das Team hat bis zur letzten Sekunde des letzten Spiels gekämpft und ist an seinen Aufgaben gewachsen. Ganz Bergisch Gladbach drückt uns jetzt die Daumen. Diese Jungs machen Eishockey zum Erlebnis.“ Vorstandschef Jörg Scholtz: „Glückwunsch ans Team. Danke an alle Fans, die uns in die Aufstiegsrunde getragen haben. Wir werden alles für den weiteren Erfolg geben.“

In der Aufstiegsrunde kämpfen die RealStars mit Wiehl, Dortmund und Grefrath um den Einzug in die Regionaliga. Die Regionalligisten EC Lauterbach und Frankfurter Löwen wollen die Klasse halten.

So geht es weiter:

Das erste Spiel der RealStars gegen den Vize-Meister, die Eisadler Dortmund, findet am Samstag, 23. Februar 2019, um 20:00 Uhr in der heimischen Eissportarena Bergisch Gladbach statt.

Tickets gibt es für 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt.

Wir sind der einzige Eissportverein im Rheinisch-Bergischen Kreis! Der ESV Bergisch Gladbach e. V. - RealStars- entstand 2002 durch den Umbau des ehemaligen Eislaufvereins in einen Spartenverein. Besonders wichtig ist uns die Arbeit im Nachwuchsbereich, fast 100 Kinder spielen und erlernen bei uns die...

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