Dr. Stefan Korsten zusammen mit Gesundheits- und Krankenpfleger Ingo Altenpohl 

Im Vinzenz Palotti Hospital entfernt Dr. Stefan Korsten Darmtumore mit der „Bärenfalle“. Das neue, in Deutschland entwickelte Verfahren kann PatientInnen eine große Operation mit Narkose und Bauchschnitt ersparen.

Mit der Bärenfalle haben Wilderer früher Jagd auf Raubtiere gemacht. Wenn ein Lebewesen in die Falle tritt, schnappt das Eisen zu, und das Tier kann nicht mehr entweichen. In der EU sind solche Tellereisen schon lange verboten. Jetzt kehrt die Bärenfalle legal zurück – und zwar in der Medizin. Und sie fängt Raubtiere ganz anderer Art. Denn Bärenfalle ist auch der Begriff für ein spezielles Endoskopieverfahren in der Medizin, mit dem Darmtumore effektiv und schonend entfernt werden können.

Dr. Stefan Korsten, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Vinzenz Pallotti Hospital Bensberg (VPH), setzt das Gerät seit einem halben Jahr ein. Er ist dafür vom Hersteller eigens lizensiert und hat eine spezielle Weiterbildung absolviert. Das VPH gehört zu den GFO Kliniken Rhein-Berg. Es ist das erste Krankenhaus im Rheinisch-Bergischen Kreis, das über diese innovative Technik verfügt.

Zwischen Endoskopie und großer OP

Die Endoskopie des Darms erfolgt im VPH bei einer großen Patientenzahl und auf qualitativ hohem Niveau. Das gilt auch für die operative Entfernung von Darmtumoren – gut- wie bösartigen. Die Bärenfalle ist ein Verfahren, das praktisch zwischen der klassischen Endoskopie und einer Operation angesiedelt ist. Es ist geeignet für Patienten, deren Darmtumor oder Darmpolyp kleiner als drei Zentimeter ist. Für diese Patientengruppe kann die Bärenfalle eine Operation ersetzen.

Bisher standen für die Entfernung von Polypen oder Darmtumoren zwei Verfahren zur Verfügung: die Darmspiegelung, bei der zugleich kleinere Geschwülste abgetragen werden konnten, und die klassische große Operation mit Bauchschnitt.

Bei Tumoren ab einer gewissen Größe kommt die Endoskopie aber an ihre Grenzen. Deshalb kommt es vor, dass Patienten bei einer Spiegelung ein Tumor entfernt wird, die Gewebeuntersuchung aber zeigt, das noch bösartige Zellen in der Darmwand vorhanden sind. Dann ist zusätzlich eine Operation notwendig.

Die Bärenfalle gibt es erst seit kurzer Zeit, und sie ist in Deutschland entwickelt worden, berichtet Dr. Korsten. Bei der Entfernung bösartiger Darmtumore ist es wichtig, erklärt der Chefarzt, dass rund um den Tumor aus Sicherheitsgründen für den Patient ausreichend gesundes Gewebe mit entfernt wird.

Schonend und wenig belastend

Mit dem Endoskop können aber nur zwei der fünf Darmschichten abgetragen werden. Sonst würde ein Loch in der Darmwand entstehen. Bei einer Operation ist das kein Problem, da kann der Darm chirurgisch verschossen werden. Im Rahmen einer klassischen Darmspiegelung ist dies kaum oder nur sehr umständlich möglich.

Chefarzt Dr. Stefan Korsten erklärt: „Jetzt haben wir mit der Bärenfalle die Möglichkeit, im Bereich des Tumors die komplette Darmwand herauszuschneiden. Dafür wird eine Kappe mit einem Metallclip auf das Endoskop aufgesetzt. Der Bereich rund um den Tumor wird dann mit einer Zange gefasst und in die Kappe hineingezogen. Dieses Stück Darm in der Kappe wird mit der Bärenfalle abgetrennt und die Darmwand mit dem Metallclip verschlossen. Alles Gewebe oberhalb des Verschlusses wird mit einer Schlinge abgetragen.“

Für das Endoskopie-Verfahren mit der Bärenfalle ist keine Operation und keine Vollnarkose erforderlich, sagt Dr. Stefan Korsten. Patienten erleben den Eingriff nicht anders als bei einer klassischen Darmspiegelung – schonend und wenig belastend. In der Regel bleiben die Patienten zwei Tage im Krankenhaus und können dann nach Hause gehen. Eine Operation mit Bauchschnitt, ein ausgedehnter Klinikaufenthalt, zum Teil unangenehme Narkosenachwirkungen und längere Erholungszeit bleibt ihnen so erspart.

PR-Berater (Deutsche Akademie für Public Relations)

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