Treppenhaus im Rathaus Bensberg, von unten gesehen. Alle Fotos: Fotogruppe der Ev. Begegnungsstätte Hand

Die Architektur Gottfried Böhms zeichnet sich durch gewaltige Beton-Skulpturen ebenso aus wie durch kleine, feine Details. Die Fotogruppe um Karl-Josef Gramann hat sich Bethanien, den Bergischen Löwen, Bensbergs Rathaus und Herz Jesu genau angeschaut, und ungewöhnliche Perspektiven sowie überraschende Kleinode entdeckt. 

Die Kirche im Kinderdorf Bethanien, Herz Jesu, Rathaus Bensberg und Bergischer Löwe

„Je mehr man sich mit Böhm auseinandersetzt, desto mehr Feinheiten findet man”, beschreibt Gramann seine anhaltende Faszination mit diesem Thema. Er hat sich auf den Boden gelegt, ist aufs Dach gestiegen und hat Gebäudedecken ausgeleuchtet – und mit seinen Fotofreunden Antje Gruber, Monika Trouvain, Reiner Kirst und Hartmut Herrmann Dinge fotografiert, die bislang nur wenige gesehen haben.

Monika Trouvain, Reiner Kirst, Antje Gruber, Hartmut Herrmann, Karl-Josef Gramann

Wissen Sie zum Beispiel, was unter der Decke des Theatersaals im Bergischen Löwen zu sehen ist? Oder welche Motive die Glasfenster in Bethanien zeigen? Ist Ihnen die extravagante Gestaltung der Decke im Spiegelsaal schon mal aufgefallen? Kennen Sie den Tabernakel der Herz-Jesu-Kirche?

Hinweis der Redaktion: Sie können jedes Foto mit einem Klick groß stellen und dann durch die Galerie gehen. Auf dem Handy am besten im Querformat. 

Die Decke im Spiegelsaal des Bergischen Löwen

Der 100. Geburtstag des großen Architekten Böhm am 23. Januar  wird in diesen Tagen auch in Bergisch Gladbach groß gefeiert, mit Dutzenden Veranstaltungen. Dabei spielt die Fotogruppe der Evangelischen Begegnungsstätte in Hand/Paffrath unter Gramanns Leitung eine besondere Rolle. Sie hatte sich im vergangenen Jahr ohnehin mit den Böhm-Bauten im Kinderdorf Bethanien beschäftigt – und hatte damit den Impuls für mehrere Ausstellung gegeben.

Collage der Fenster verschiedener Gebäude im Kinderdorf Bethanien mit Bergisch Gladbacher Motiven

Die Ausstellung: „Bahnbrechender Beton” wird (nur) am Freitag, 31.1. im Kinderdorf Bethanien gezeigt, das Böhm Mitte der 60er Jahre konzipiert hatte. In den einzelnen Gebäuden des Kinderdorfs werden die vier Böhm-Bauten in Bergisch Gladbach gezeigt, vor allem aber ungewohnte und nicht alltägliche Perspektiven aus dem Kinderdorf – das bei dieser Gelegenheit ausnahmsweise von innen besichtigt werden kann.

[su_spoiler title=”Details zur Ausstellung in Bethanien”]Freitag, 31.1., ab 19 Uhr
Bethanien Kinderdorf, Neufeldweg 26
Anmeldung erforderlich: Tel. 02204 – 2002160
Einführung in die Ausstellung: Michael Werling.[/su_spoiler]

Herz Jesu, von hinten gesehen

Die zweite Ausstellung „Böhm in Schildgen – die Pfarrkirche Herz Jesu“ beginnt am 18. Februar im Begegnungscafé Himmel un Ääd. Hier werden zahlreiche Fotos der 1960 eingeweihten Pfarrkirche zu sehen sein.

[su_spoiler title=”Details zur Ausstellung in Schildgen”]Vernissage: Dienstag, 18. Februar 2020, 17.00 Uhr
Begegnungscafé Himmel un Ääd,  Altenberger-Dom-Straße 125, Schildgen
Eintritt frei – Spenden sind willkommen
Anmeldung erwünscht: info@himmel-un-aeaed.de
Dauer der Ausstellung: Dienstag, 18. Februar bis Samstag, 28. März 2020
Dienstag bis Freitag 9.00 bis 17.00 Uhr, Samstag 9.00 bis 13.00 Uhr

Mehr Infos zu einer ganzen Reihe von Böhm-Veranstaltungen finden Sie hier. [/su_spoiler]

Fenster mit Kreuzweg in Herz Jesu

Die große Abschlussausstellung findet im September im Kreishaus statt. Die Fotos, die jetzt in Bethanien zu sehen sind, bilden dort den Grundstock für eine deutlich größere Schau, die sich eingehend mit allen Bauten befasst – und dabei die unterschiedlichsten Sichtweisen präsentiert. An der genauen Konzeption arbeiten die Fotografen noch.

[su_spoiler title=”Details zur Ausstellung im Kreishaus”]Vernissage: Dienstag, 8. September, 19.00 Uhr
Kreishaus, Am Rübezahlwald 7
Dauer der Ausstellung: 08.09. – 29.09.2020
Einführungsvortrag: Markus Juraschek-Eckstein M.A.[/su_spoiler]

Ratssaal im Rathaus Bensberg

Die Fotogruppe der Evangelischen Begegnungsstätte Hand/Paffrath besteht aus ambitionierten Amateure, die sich regelmäßig trifft, ganz praktisch an ihren Fähigkeiten beim Fotografieren und Bearbeiten der Fotos feilt und immer wieder Foto-Touren macht. Die Bilder werden sporadisch in der Begegnungsstätte ausgestellt.

„Wir wollen ja nicht für die Festpatte arbeiten”, sagt Gramann. Sondern dazu beitragen, festgefahrene Sichtweisen für neue Perspektiven zu öffnen. Graman selbst, der schon in den 60er Jahren in seiner Ausbildung als Drogist das Fotografieren und Entwickeln von Bildern lernte, spielt dabei immer wieder mit ungewohnten Perspektiven. Er fotografiert von unten oder von oben, nutzt Spiegelungen.

Ausgeleuchtete Decke im Theatersaal des Bergischen Löwen

Das habe ihm auch geholfen, Böhm noch einmal ganz neu zu entdecken, erzählt Gramann: Als „fantastischen Architekten mit immer neuen, interessanten Sichtweisen.” Zwar würden die Bauten von den Bürgern zum Teil immer noch verspottet und verkannt, aber „was Gottfried Böhm angefasst hat, das hatte Hand und Fuß – bis hinein ins kleinste Detail.”

Türknauf in Herz Jesu

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Glückwunsch. Hervorragende Aufnahmen. Die Sicht auf die Details machen Appetit auf mehr. Kommen noch weitere Aufnahmen? Auf jeden Fall ist mein Blick geschärft, die Leistung des Architekten noch genauer anzuschauen.