Nachts in GL

Mit dem zweiten Bild der Woche zeigt unser Fotograf Thomas Merkenich ein Gebäude, das für die Veränderung von Bergisch Gladbachs Innenstadt steht. Mit Peek & Cloppenburg begann 1998 die Zeit der modernen Kaufhäuser.   

Ein Hinweis: mit einem Klick können Sie jedes Foto groß stellen; Ihr Smartphone drehen Sie am besten ins Querformat. Weiter unten finden Sie das Foto noch einmal, in einer großen Auflösung für große Bildschirme.

Dieses besonderes Gebäude wird trotz seiner Größe im Alltag oft übersehen: das Kaufhaus von Peek & Cloppenburg, an der Kreuzung von Hauptstraße und Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße, mit immerhin 2800 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Hier hatte früher das „Hotel zur Post” gestanden, die Fassade ist im linken Gebäudeteils des Kaufhauses erhalten worden. Doch hinter der Front wurde alles abgerissen und neu aufgebaut.

Als Architekt war niemand anderes als Gottfried Böhm beteiligt, der in Bergisch Gladbach auch das Bensberger Rathaus, das Bethanien Kinderdorf, das Bürgerhaus Bergischer Löwe und die Kirche in Schildgen gebaut hatte. Für die Innenstadt entwarf er – zusammen mit seinem Sohn Paul – ein modernes Gebäude hinter der klassizistischen Fassade und den markanten Gebäudeflügel in Glas. Mit einem Vordach, das an ein Segel erinnert.

Bei der Vorstellung des Gebäudes äußerte der damals 78-jährige Böhm eine Satz, der bis heute gültig ist:

„In Bergisch Gladbach ist noch vieles verbesserungswürdig. Zum Beispiel der Hinterhofcharakter entlang der Gohrsmühle. Das ist noch eine große Aufgabe für die Stadt.” 

Gut zehn Jahre später, oder exakt vor zehn Jahren, folgte der nächste große Schritt der zur neuen Struktur der Innenstadt: 2009 wurde die RheinBerg Galerie mit 12.500 Quadratmeter Verkaufsfläche fertig. Einige Jahre später folgte der Sparkassenneubau mit der Filiale von H&M, links im Bild zu sehen.

Wie schnell die Vergangenheit verblasst zeigt der Umstand, dass in der Redaktion nicht herauszufinden war, was eigentlich nach dem „Hotel zur Post” und vor P & C in dem Gebäude an der Hauptstraße beheimatet war. Einzelne kleinere Läden? Ein großes Bekleidungsgeschäft?

Können Sie weiterhelfen? Erinnern Sie sich? Haben Sie vielleicht sogar alte Fotos? Dann nutzen Sie bitte das Kommentarfeld oder schreiben Sie uns: redaktion@in-gl.de

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Das  erste „Bild der Woche” zeigte ein besonderes Ensemble in Herkenrath: Das Gasthaus am Alten Fronhof und die Kirche St. Antonius Abbas. Mehr Infos dazu finden Sie in diesem Beitrag.

Thomas Merkenich ist freier Fotograf und gehört zum Team des Bürgerportals. Mehr Fotos von ihm finden Sie auf Facebook, Instagram, auf seiner Website sowie in unserem Beitrag über seinen Bergisch Gladbach-Kalender. Kontakt per Mail.

Weitere Beiträge zum Thema:

Bild der Woche: St. Antonius Abbas und der Fronhof

Bergisch Gladbach in 365 Tagen – der Kalender

https://in-gl.de/2018/12/29/2018-die-fotos-und-videos-des-jahres/

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Redaktion

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5 Kommentare

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  1. Gut in Erinnerung habe ich, dass dort auch bis in die 80 er Jahre das Geschäft von Bernd Schneider war. Dort gab es Tabakwaren, Kaffee, Liköre, Marzipan und ähnliche Besonderheiten. Bernd Schneider war oft Gast in der Buchmühle von Wolfgang van Aalst.

  2. Per Mail erreicht und folgende Geschichte von Harald Wirtler: „Hier gab es nach der Schließung des Hotel zur Post u.a. eine Filiale der Bäckerei Winkel-Potthoff, auch mal eine Filiale der Buchhandlung Wamper, kurzfristig auch ein Sanitätsladen und ein Damen-Textilgeschäft.

    Legendär war das Tabak-Geschäft von Gisbert Mimmler, einem ehemaligen Germanistik-Studenten. Er war nicht nur Jazzfan, sondern auch in der Literatur sehr bewandert.

    So wundert es nicht, daß regelmäßig die Autorin Dr. Ursula Abels – auf einem umgedrehten Blecheimer sitzend – mit unvermeidlicher Zigarette über die neuesten Bücher mit Gisbert und weiteren Kunden diskutieren konnte.

    Hier gab es so etwas wie das Literarische Quartett Bergisch Gladbach in unregelmäßigen Abständen. Auch kam sehr oft der Jazz-Redakteur des WDR vorbei, Rolf Weyers. Es gab immer sehr viele Anregungen und Empfehlungen bzgl.Neuerscheinungen von LPs u.Konzerten. Der Normal-Kunde wurde von Gisbert fast als störend empfunden. Selbstredend hatte er auch hinten im Lager immer einige Flaschen Weißwein gelagert.

    Ferner gab es dort noch eine Bierkneipe für den schnellen Durst nach der Arbeit mit wechselnden Tagesgerichten wie Soleier und Frikadellen. Im Kiosk Mimmler gab es deswegen auch eine große Auswahl an Pfefferminzbonbons, damit man die 8 Kölsch zuhause nicht sofort riecht.”

  3. Leider ist der Gebäudeteil von P&C mit der interessant gestalteten Glasfassade auf dem Foto nur im Ansatz zu erkennen.In dem Altbau, der der Glasfassade weichen müsste, waren früher kleinere Läden, u.a. die Bücherei Potthoff. Schräg gegenüber auf dem Eckgrundstück war die Metzgerei Abels (jetzt “Rituals”).

  4. An dieser Stelle war doch viele Jahre eine Filiale von Winkel Potthoff, brot & kuchen. Sogar mit Café ?