Im nächsten Jahr ziehen Bergisch Gladbachs Karnevalisten in den Zirkus. Das legt das neue Motto nahe, das heute beim Prinzenessen verkündet wurde. Dabei ging es auch um den verschobenen Sonntagszug – und den verkaufsoffenen Rosenmontag.

Der Sturm am Sonntag hat einige Routinen des Gladbacher Karnevals durcheinander gewirbelt. So fiel das traditionelle „Auskleiden des Dreigestirns“ am Dienstagabend aus – denn das Ornat wird für den Zug ja noch gebraucht, der am 20. März nachgeholt wird. Erst nach dem Zug am 22. März und nach der Prämierung der besten Gruppen und Wagen im Bergischen Löwen wird ausgekleidet.

Der Zugausfall war natürlich ein großes Thema. Ausgerechnet im 55. Jahr der „Vereinigung“ und der 77. Zug in der Geschichte musste abgesagt werden. Zuvor war er nur zweimal ausgefallen: 1962 wegen der Flutkatastrophe in Hamburg und 1991 wegen des Golfkriegs.

Ein umstrittenes Thema beim Prinzenessen war der Rosenmontag. Neben der RheinBerg Galerie hatten in diesem Jahr zum ersten Mal einige Geschäfte und Cafés geöffnet. Die Karnevalisten würden den Rosenmontag dagegen gerne als arbeitsfreien Brauchtumstag erhalten.

Lutz Urbach zeigte sich dankbar für elf Prinzenessen als Bürgermeister, dieses war sein letztes in diesem Amt. „Good bye Deutschland ist keine Option, denn das hier würde fehlen – und das könnten wir als Rheinländer gar nicht aushalten“, sagt er. Den Zug abzusagen sei eine unglaublich schwere Entscheidung gewesen. Um so mehr freue er sich auf den Zug am 22. März.

Und dann wurde das neue Motto für die Session 2020/2021 verkündet:

„Manege frei – mir sin dobei!“

Doro Dietsch

Verheiratet, drei Töchter. War lange beim WDR, arbeitet heute in der Verwaltung des Düsseldorfer Landtags.

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