Der Kreis RheinBerg legt für kleinere Events einen Kriterienkatalog vor, mit dem jeder Anbieter das Corona-Risiko prüfen soll. Im Zweifel könne die Stadt eingreifen, absagen oder einen Ausschluss von Zuschauern erzwingen.

Die Kreisverwaltung bezieht sich auf den Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums von Dienstag. Darin sei klar geregelt, dass Veranstaltungen mit einer zu erwartenden Teilnehmerzahl von mehr als 1.000 Personen abzusagen sind. Zuständig für die Absage sind die Ordnungsbehörden der Städte.

Auch kleinere Events gefährdet

Aber auch bei Veranstaltungen, die unter dieser Teilnehmerzahl bleiben, sollten die Veranstalter die potenzielle Gefährdung und das Risiko genau abwägen. Auch bei Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern könnten die Städte eingreifen, eine Absage oder eine Durchführung ohne Zuschauer erzwingen.

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Im Kreis RheinBerg sind derzeit zwölf bestätigte Corona-Fälle bekannt, davon drei in Bergisch Gladbach. Die Ergebnisse der Prüfung von 120 Schülern der Johannes-Gutenberg-Realschule steht noch aus. Kreis, Stadt und viele Vereine haben ihre Veranstaltungen bereits abgesagt.

Für die individuelle Gefährdungsbeurteilung gibt das Gesundheitsamt klare Handlungsempfehlungen. Es rät allen Veranstaltern, eine gewissenhafte Risikoabwägung vorzunehmen und sich hierbei einer speziellen Checkliste zu bedienen.

Der Kriterienkatalog

Diese Checkliste wurde von der Stadt Köln entwickelt und den Nacahbarn zur Verfügung gestellt. Sie bietet laut Gesundheitsamt eine sehr gute Grundlage, um potenzielle Gesundheitsgefahren für die Teilnehmer:innen einzuschätzen.

Als Bewertungskriterien gelten u.a.:

  • die erwartete Besucherzahl,
  • die Räumlichkeiten (drinnen, draußen)
  • die Frage, ob Personen aus Risikogebieten teilnehmen
  • die Wahrscheinlichkeit enger Kontaktsituationen
  • die Teilnahme älterer Menschen und chronisch Erkrankter
  • die Dauer der Veranstaltung
  • die Möglichkeit einer Registrierung aller Teilnehmer.

Ampelschema zeigt Risiko an

Für jeden Faktor werden Punkte vergeben, im Ergebnis gibt es dann eine klare Orientierung im Ampelschema, ob das Risiko gering, mittel und hoch zu bewerten ist.

Dabei befinden sich Veranstaltungen bis zu 100 Teilnehmern im grünen Bereich. Sollten aber mehrere andere Risikofaktoren zusammen kommen, könnte es auch bei diesen kleineren Veranstaltungen schon schwierig werden.

Der Kreis empfiehlt den Veranstaltern und Ordnungsbehörden „dringend“, die die Checkliste zu nutzen und danach vorzugehen.

Allen Veranstaltern empfiehlt das Gesundamt ebenso dringend, die bekannten Hygienemaßnahmen einzuhalten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) nennt einige Maßnahmen, um ein potenzielles Ansteckungsrisiko zu reduzieren:

  • Findet die Veranstaltung in geschlossenen Räumen statt, ist für eine angemessene Belüftung zu sorgen.
  • Die Teilnehmerzahl sollte begrenzt oder reduziert werden und Personen mit Erkältungssymptomen nicht zugelassen werden.
  • Enger Kontakt zwischen den Gästen ist ebenfalls zu vermeiden.
  • Auf Begrüßungsrituale wie Hände schütteln sollte verzichtet werden.
  • Generell sollten die Teilnehmenden über die allgemeinen Maßnahmen des Infektionsschutzes wie Hände-, Husten- und Schnupfenhygiene aktiv informiert werden. 

Hier finden Sie die Hygieneempfehlungen des RKI im Wortlaut. 

Bei weitergehenden Fragen sollen sich die Veranstalter an ihre örtliche Ordnungsbehörde wenden.

Hier finden Sie alle Beiträge zum Coronavirus.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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3 Kommentare

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  1. Diese Beitrag stammt vom 11. März, aus der Frühphase der Pandemie. Die Checkliste war für die damalige Lage gedacht – und ist heute natürlich längst überholt. Die Stadt Köln kennt diese Liste, die Vorlage stammt von ihr.

  2. Hallo zusammen, die Checkliste wurde von mir ausgefüllt. Dies habe dem Ordnungsamt GL per Mail zugeschickt. In der Agenda war das Risiko sehr Gering, als Ergebnis. Leider ist das Ordnungsamt nicht auf diese Checkliste eingegangen. Und hat mich total ignoriert! Es geht um ein privates Zusammenkommen nach dem Standesamt im Garten. Es ist alles so schwammig, wenn es um die Aussagen geht. Wofür wird dann so eine Checkliste angeboten. Sogar die Stadt Köln, kennt so eine Checkliste nicht.
    Sehr traurig die aktuelle Situation!

  3. Hallo Ihr Lieben, was ist denn mit den Rentnern wie ich, die Flaschen sammeln gehen, um unsere Renten aufzubessern, die nichts vom Staat dazu bekommen, weil ihre Renten über dem Satz liegen oder nur einfach gering sind? Pfandflaschen sammeln ist ja nun nicht mehr, habe soviele ältere Leute in der SBahn, auf den Bahnhöfen gesehen beim Sammeln. Und wir mussten uns auch noch bespucken, schlagen, treten und beklsuen lassen. Wer hilft uns? Viele sind zu alt, zu krank, als das sie noch arbeiten können. An uns bzw diese Menschen sollte auch gedacht werden.
    Mit freundlichem Gruss und schönes Wochenende
    Heinke Claußen